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maschine+werkzeug 10/2019

Alle Werkzeuge unter Kontrolle

Toolmanagement

Der Lohnfertiger Armbruster vernetzt in Rekordzeit seine Fertigungs-IT mit dem modernen Werkzeug-Lifecycle-Management Tooldirector VM von Coscom und sichert sich so Wachstumschancen.


Armbruster verwendet insbesondere für die Kunden in der Medizintechnik sehr hochwertige Werkzeuge. Deshalb ist die genaue Planung und Verwaltung elementar wichtig, da diese Werkzeuge gegenüber Standardwerkzeugen meist sehr teuer sind. Denn das Ziel kürzerer Durchlaufzeiten muss erreicht werden. Zwar kann aufgrund der hohen Preise dafür keine überschüssige Vorratshaltung betrieben werden, dennoch wird ein großes Sortiment an Werkzeugen, auch in Hartmetallausführung, vorgehalten, um die höchste Verfügbarkeit für eine schnelle Auftragsabwicklung zu garantieren.

»Am Tag gehen zwischen drei und acht Werkzeuglieferungen von den Lieferanten ein«, erläutert Hubert Griesbaum. »Wir haben die Prozesskette so ausgelegt, dass wir schnell auf zusätzliche Auftragseingänge sehr flexibel reagieren können. Zuvor wurde dies umständlich über Excel-Tabellen und per E-Mail händisch gemacht.« Für den Arbeitsgang eines Teils auf einer CNC-Maschine sind jeweils mehrere Komplettwerkzeuge erforderlich, die in der Rüstliste dokumentiert sind. Jedem Komplettwerkzeug ist eine ID-Nummer zugeordnet, die zur entsprechenden Spezifikation führt. Zusammengefasst verwaltet der Tooldirector VM die Stammdaten aller Einzelkomponenten und Komplettwerkzeuge, Bereitstellungsaufträge und Rüst- und Abrüstlisten (als Differenz zweier Rüstlisten zwischen zwei Arbeitsgängen auf einer Maschine), so dass mehrerer Aufträge an einer Maschine eingelastet werden können.

Armbruster digitalisiert und verwaltet mit dem Tooldirector VM rund 3.200 Einzelkomponenten sowie 4.500 Komplettwerkzeuge für rund 22.500 zu fertigende Artikel. Bild: Coscom

Armbruster digitalisiert und verwaltet mit dem Tooldirector VM rund 3.200 Einzelkomponenten sowie 4.500 Komplettwerkzeuge für rund 22.500 zu fertigende Artikel. Bild: Coscom

Über eine Datenbankabfrage kann festgestellt werden, wie häufig ein Werkzeug verwendet wurde und welche Werkzeuge zum Einsatz kamen, die sich schnell abnutzen, sodass es sinnvoll ist, ein höherwertiges Werkzeug zu verwenden, um die Standzeit zu erhöhen. »Es können einfach besser Entscheidungen getroffen werden«, bringt es Hubert Griesbaum auf den Punkt, »ohne die Coscom-Lösung wollte ich heute nicht mehr arbeiten, denn alle Infos sind heute stets aktuell auf Knopfdruck da.« Coscom-Vertriebsleiter Sascha Utech ergänzt: »Die Arbeitsweise hat sich bei Armbruster komplett verändert. Zwar waren zuvor die Informationen bereits vorhanden, aber an vielen Stellen verteilt. Daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, etwa in Hinsicht auf die tatsächliche Verfügbarkeit eines Werkzeugs, war oftmals schwierig, und in der Hektik des Alltags ging einiges unter.« Zum Beispiel war die zugehörige Werkzeugaufnahme mit der Werkzeugausspannlänge irgendwo im NC-Programm hinterlegt, so dass nicht unmittelbar einsichtig war, ob ein Werkzeug umgespannt werden musste oder nicht. Durch die Anlage von Komplettwerkzeugen reduziert sich die Vielfalt der zusammengebauten Werkzeugvarianten erheblich, was auch die Rüstzeiten durch die Verwendung der richtigen Werkzeuge reduziert.

Die Komplettwerkzeuge werden mit einer Standzeit versehen, so dass auf einen Blick die Wiederverwendbarkeit ersichtlich ist. »Es schauen sich nicht mehr drei verschiedene Mitarbeiter ein Werkzeug an, um herauszufinden, ob es noch verwendbar ist«, erklärt Hubert Griesbaum. Der Tooldirector VM dokumentiert eindeutig, welche Werkzeuge vorhanden sind und welche zum Nachschleifen weggegeben wurden. Mit anderen Worten, auch in dieser Hinsicht hat die Transparenz in der Prozesskette »Toolmanagement« erheblich zugenommen: Die Standzeiten werden möglichst optimal ausgenutzt.

Die XMSK-Schnittstelle zur Vernetzung der Mazak-Maschinen ist bereits realisiert und befindet sich in der Einführungsphase. Die Schnittstellen zu Mastercam und zum ERP-System leisten täglich hervorragende Dienste, wie der Workflow der Auftragsabwicklung zeigt: Die Artikelstammdaten werden im ERP-System und in der Arbeitsvorbereitung des Betriebsauftrages angelegt. Der Betriebsauftrag wird im Leitstand freigegeben und eingeloggt. Mit dem CAM-System wird das NC-Programm erstellt. Dazu werden aus dem Tooldirector VM die entsprechenden Werkzeuge ›gezogen‹. Und durch das Parsen des NC-Programms wird die tatsächliche Werkzeugliste erstellt. Es werden arbeitsgangbezogene Rüstlisten erstellt und anschließend der vorgesehenen Maschine zugeordnet. Am PC an der Maschine wird die Differenzliste angezeigt: was an Werkzeugen abgerüstet und was hinzugefügt werden muss. »Alle Werker arbeiten selbstständig mit der Software-Lösung. Weil diese viel Erleichterung für sie bedeutet, wurde sie schnell angenommen«, betont Hubert Griesbaum.


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Unternehmensinformation

COSCOM Computer GmbH

Anzinger Straße 5
DE 85560 Ebersberg
Tel.: 08092-2098-0
Fax: -900

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