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maschine+werkzeug 09/2019

Produktivität flexibel steigern

Automation

Flexible Fertigungssysteme (FFS) mit Multi-Level-Systemen (MLS) von Fastems steigert Salon Metalelektro Oy in Finnland die Produktivität und Flexibilität in der spanabhebenden Fertigung.

Blick in eines der beiden FFS. Durch Erweiterungen und Modernisierungen des MLS konnte die Produktivität flexibel gesteigert werden. Bild: Fastems

Blick in eines der beiden FFS. Durch Erweiterungen und Modernisierungen des MLS konnte die Produktivität flexibel gesteigert werden. Bild: Fastems

Salon Metalelektro ist auf die Produktion und Montage von mechanischen Komponenten spezialisiert. Zu den Kunden zählen namhafte Unternehmen, wie GE Healthcare, Vaisala oder Sako. »Wir fertigen vor allem Komponenten und feinmechanische Produkte aus Aluminium. Die Fertigungslose bewegen sich von 1 bis 100.000 Stück, wobei unsere Kunden eine hohe Produktqualität und kurze Lieferzeiten erwarten«, erklärt Toni Antilla, Geschäftsführer von Salon Metalelektro, mit Sitz im finnischen Salo.

Das Unternehmen blickt auf ein rasantes Umsatzwachstum zurück. Allein für 2017 betrug es rund 60 Prozent. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr, sondern ist zumeist das Ergebnis weitsichtiger Planung. Mit einer konsequenten Automatisierung begann das Unternehmen schon im Jahr 1996 mit der Installation eines Multi-Level-Systems (MLS) von Fastems, an das zunächst zwei Werkzeugmaschinen gekoppelt wurden. In den Folgejahren erweiterte man das MLS-LD (Ladegewicht 700 Kilogramm pro Palette) und investierte in zusätzliche Maschinen.

»Anfänglich haben wir das MLS mit Maschinen von Typ ›Kitamura H-400‹ ausgestattet und dann zwei Anlagen von Mitsui Seiki gekauft. Wenig später kamen zwei weitere Mitsui Seiki vom Typ ›HT-3A‹ und ›HU-4A‹ hinzu, so dass wir zunächst verschiedene Maschinentypen im System hatten. Ein Jahr nach Installation wurde das MLS um 15 Meter erweitert und eine weitere Maschine von Mitsui Seiki angebunden. »Mit dem Ausbau des MLS und den Investitionen in den Maschinenpark haben wir das Gesamtsystem sukzessive erweitert«, berichtet Petri Pitkänen, Leiter der Entwicklung bei Salon Metalelektro.

Nach einem Umzug in eine neue Produktionshalle im Jahr 1998 wurde das MLS deinstalliert und in der neuen Produktionsstätte wieder aufgebaut. Weitere Werkzeugmaschinen von Mitsui Seiki kamen hinzu, wobei im Jahre 2000 auch die Modernisierung der Systemsteuerung anstand. Ein Jahr zuvor hatte Salon Metalelektro bereits eine Twinmill von Fastems geordert, die 2001 in das System integriert wurde. Zur gleichen Zeit wurde das MLS erneut bis auf seine jetzige Länge von 39 Metern mit insgesamt 72 Palettenplätzen auf drei Ebenen ausgebaut und ein Jahr später eine ›Kitamura HX-300i‹ angebunden.

Erweiterung

Da das System aus Platzgründen nicht erneut erweitert werden konnte, investierten die Finnen im Jahr 2002 in ein weiteres MLS-LD von Fastems mit 43 Palettenplätzen und installierte dieses parallel zum bisherigen System mit zunächst fünf Maschinen. Hierzu Petri Pitkänen: »Auch dieses MLS haben wir im Laufe der Jahre auf insgesamt 11 horizontale Vier-Achs-BAZ ausschließlich von Kitamura erweitert. Dieses System erstreckt sich nach einer Erweiterung im Jahre 2005 ebenfalls über eine Länge von rund 40 Metern und integriert drei Be- und Entladestationen. Allerdings verfügte es seinerzeit über 82 Maschinenpaletten auf drei Ebenen. Mit beiden FFS fertigen wir hunderte verschiedener Teile, wobei sich in einem System zu gleichen Zeit immer durchschnittlich 30 verschiedene Produkte befinden.«

 Das zweite MLS-LD wurde 2002 parallel zum ersten System installiert und verfügt über drei Ladestationen.

Das zweite MLS-LD wurde 2002 parallel zum ersten System installiert und verfügt über drei Ladestationen.

2007 erhielt das MLS schließlich ein neues Regalbediengerät und mit der MMS (Manufacturing Management Software) eine neue Version der Steuerungssoftware von Fastems. Von 2016 bis 2018 wurden fünf weitere Werkzeugmaschinen von Mazak in das MLS integriert.

In den vergangernen drei Jahren investierte Salon Metalelektro rund fünf Millionen Euro in den Ausbau der Produktionskapazitäten, vor allem durch neue Maschinen. Vor diesem Hintergrund sind sich Toni Antilla und Petri Pitkänen einig: Die beiden MLS von Fastems sind nach wie vor das Herzstück der Produktion, zumal sie sich analog zum Wachstum und den hiermit verbundenen Zielsetzungen des Unternehmens über viele Jahre sehr flexibel erweitern und modernisieren ließen. »Wir sind nur deshalb in der Lage, wettbewerbsfähig zu produzieren, weil wir durch eine hohe Automatisierung wenig Bedienpersonal für eine Vielzahl an Maschinen benötigen«, so Pitkänen.

Gearbeitet wird in drei Schichten, wobei für das Be- und Entladen pro MLS drei Mitarbeiter zuständig sind. In der Nachtschicht wird ausschließlich produziert, mit vier Mitarbeitern für beide Systeme. »In der Tagesschicht sind wir vornehmlich mit Rüsten beschäftigt und produzieren beispielsweise Prototypen, während in der Spät- und Nachtschicht die MLS mit regulären Aufträgen versorgt sind«, so Petri Pitkänen. »Wenn so viele Maschinen an den Systemen angebunden sind, werden die Be- und Entladestationen leicht zu Flaschenhälsen. Daher überlegen wir uns momentan, wie wir hier die Arbeiten noch weiter optimieren können, etwa mit möglichst vielen Aufspannungen pro Maschinenpalette, um noch mehr Teile mit den FFS zu produzieren. Wir haben zudem die Anzahl der Maschinenpaletten im ersten System auch aufgrund einer flexibleren Handhabung mit Null-Punkt-Spannsystemen von 82 auf rund 70 reduziert.«


Inhaltsverzeichnis
Unternehmensinformation

Fastems System GmbH

Heilbronner Str. 17/1
DE 73037 Göppingen
Tel.: 07161-963-800
Fax: -8049

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