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maschine+werkzeug 02/2020

Fliegender Wechsel

Spanntechnik

Zerspanungsspezialist Homburger macht seine Fertigung mit dem Nullpunktspannsystem Vero-S und dem Fünf-Achs-Spanner Kontec KSX von Schunk agil und spart dadurch Zeit und Geld.

Über die Schnittstelle zum Vero-S-Nullpunktspannsystem lassen sich Spannmittel, Werkstücke und Rasterplatten schnell wechseln. Bild: Schunk

Über die Schnittstelle zum Vero-S-Nullpunktspannsystem lassen sich Spannmittel, Werkstücke und Rasterplatten schnell wechseln. Bild: Schunk

Maschinenbediener in der klassischen Werkstattfertigung kennen das Gefühl: Die Maschine ist fix und fertig gerüstet, das erste von fünf Teilen bearbeitet und plötzlich kommt ein hoch priorisierter Auftrag dazwischen. Also heißt es: Spannmittel runter, Maschine reinigen, anderes Spannmittel drauf, Eilauftrag fertigen. »Solche Schnellschüsse haben früher einfach nur genervt. Man hat unendlich viel Zeit ins Reinigen und Umspannen investiert und war nicht produktiv«, erinnert sich Benjamin Cacciatore, Maschineneinsteller bei Homburger in Markdorf im Bodenseekreis. In den vergangenen Jahren hat der Betriebsmittel- und Toolingspezialist seinen Maschinenpark systematisch auf Effizienz getrimmt. Die Prämisse: schnell rüsten und präzise spannen.

Geringe Rüstzeit

Welchen Wandel die Spannmittel innerhalb weniger Jahre gemacht haben, beeindruckt in der Rückschau sogar die dortigen Profis. Gerade einmal sechs Jahre ist es her, dass Homburger erstmals in ein damals noch manuell betätigtes Nullpunktspannsystem investierte, um Formen für die Dachziegelproduktion direkt über ins Werkstück verschraubte Spannbolzen zu spannen und in einer Operation auf fünf Seiten zu fertigen. Erstmals ließen sich eilige Aufträge ohne großen Rüstaufwand einschieben – eine Erfahrung, die letztlich eine komplette Neukonzeption des Spannmittelportfolios auslöste. Dreh- und Angelpunkt ist heute das pneumatisch betätigte Nullpunktspannsystem Schunk Vero-S, das mittlerweile auf allen relevanten Maschinen zu finden ist, sowie kraftverstärkte Fünf-Achs-Spanner der Baureihe Schunk Kontec KSX. Der Umstieg von einem manuell betätigten Nullpunktspannsystem auf das pneumatisch gesteuerte Vero-S hatte gute Gründe: »Das Schunk-System ist schneller, einfacher, sicherer und präziser«, unterstreicht Uwe Meyer, der bei Homburger für die Produktionsplanung und Arbeitsvorbereitung zuständig ist. »Beim manuellen System war der Druckpunkt nicht klar, das System somit instabil und die Gewindegänge sind schnell verschlissen – vor allem, wenn man zu schnell war oder zu fest angezogen hat.« Zudem ließen sich die Module schlecht reinigen und die Präzision hat gelitten, wenn Schmutz eingedrungen war. »Mit dem Schunk-System haben wir eine deutlich höhere Genauigkeit und Prozesssicherheit. Die Module sind einfach viel cleaner gebaut«, erläutert Uwe Meyer.

Um bei diesen Blechen eine Deformation zu vermeiden, wurde die Spannkraft des Kontec KSX über das Einstellrad reduziert. Bild: Schunk

Um bei diesen Blechen eine Deformation zu vermeiden, wurde die Spannkraft des Kontec KSX über das Einstellrad reduziert. Bild: Schunk

Mittlerweile wurden drei Fünf-Achs-Bearbeitungszentren sowie eine Drei-Achs-Maschine mit Vero-S NSL plus Vierfach-Spannstationen ausgerüstet. »Wir fertigen in der Regel drei Werkstückvarianten im Wechsel: Klötze, die auf Schraubstöcke gehören, sowie Drehteile und Ringe, die auf eine Rasterplatte kommen. Manchmal wechsle ich fünfmal in der Woche das Spannmittel, ein andermal dreimal am Tag«, berichtet Benjamin Cacciatore. »Das ist mit dem Vero-S-System sehr viel einfacher als früher.« Hinzu komme aus Sicht des Maschinenbedieners und CAD-/CAM-Programmierers Timothy Jackscht ein verändertes Prozessverständnis: »Ich denke nicht mehr in einer festen Folge A-B-C, sondern bin völlig frei. Mit dem Nullpunktspannsystem kann ich genau das machen, was eilig ist und gemacht werden muss. Schraubstock runter – Schraubstock drauf. Das dauert heute nur noch ein paar Sekunden und keine 20 Minuten mehr.« Vor allem auf den Fünf-Achs-Maschinen sei die Wechselquote hoch. »Wir haben Kunden im Triebwerks- oder Maschinenbau, die oft sehr schnell Ersatzteile brauchen«, berichtet Uwe Meyer. Soweit möglich, werden vormittags vor allem Einzelteile gefertigt, nachmittags eher Serien, die von der Spätschicht im Rahmen einer Mehrmaschinenbedienung abgearbeitet werden können.

Mehr Sicherheit

Eine zweite Säule der Spannmittelkonzeption bei Homburger ist der konsequente Einsatz von Fünf-Achs-Spannern der Baureihe Schunk Kontec KSX. Ähnlich wie beim Nullpunktspannsystem erfolgte der Einstieg auch hier zunächst über eine vergleichsweise einfache Spannlösung: In der Startphase waren herkömmliche Maschinenschraubstöcke mit hohen Fünf-Achs-Backen ausgestattet worden, die die Zugänglichkeit der Werkstücke verbesserten, jedoch außerordentlich reinigungs- und wartungsintensiv waren. Nach jeder Bearbeitung musste der Schraubstock mühsam von Spänen und Schmutz befreit werden, um die Prozesssicherheit zu gewährleisten. Die Standardisierung in Form der Kontec-KSX-Fünf-Achs-Spanner war auch hier ein Upgrade.

Die Spindel des Kontec KSX ist so robust, dass der komplette Spanner einfach per Seil transportiert werden kann. Bild: Schunk

Die Spindel des Kontec KSX ist so robust, dass der komplette Spanner einfach per Seil transportiert werden kann. Bild: Schunk

»Mit dem Spanner ist man weg vom Tisch und kann das Teil sicher fertigen, ohne in die Gefahr zu gehen, dass es zu einer Kollision mit dem Kopf, dem Tisch oder der Führung kommt«, beschreibt Uwe Meyer die Vorteile. »Wir haben mehr Sicherheit beim Programmieren und beim Fertigen, wenn wir die hohen Spanner von Schunk auf der Maschine haben. Und die Zugänglichkeit ist absolut klasse. Im Vergleich zum normalen NC-Schraubstock komme ich von allen Seiten perfekt ans Werkstück. So kann ich mindestens eine oder im Vergleich zur Bearbeitung auf Drei-Achs-Maschinen sogar mindestens zwei Spannungen einsparen.«


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Unternehmensinformation

Schunk GmbH & Co. KG Spann- und Greiftechnik

Bahnhofstraße 106-134
DE 74348 Lauffen A.N.
Tel.: 07133-103-0
Fax: 07133-103-2399

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