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maschine+werkzeug 07/2018

Von 0 auf 100 ...und weiter

Maschinen

Bearbeitungszentren - Um aus ihren Ideen Produkte werden zu lassen, hat die Promess lange Zeit alle Teile bei Zulieferern herstellen lassen. Vor vier Jahren begann das Unternehmen schließlich damit, eine eigene Fertigung in Berlin aufzubauen – mit einem Quartett von Mazak-Maschinen.

Promess ist eine durch und durch ingenieursgetriebene Firma. Dr.-Ing. Gerhard Lechler hatte das Unternehmen, das heute als ›Promess Montage- und Prüfsysteme GmbH‹ firmiert, vor über 40 Jahren gleich nach seinem Studium als Ingenieurbüro gegründet. Erstes Produkt war ein von ihm entwickeltes Werkzeugüberwachungssystem, das vor allem in der Automobilbranche beim Tieflochbohren gut ankam. Heute hat Lechler die Bezeichnung ›Geschäftsführer‹ auf seiner Visitenkarte durchgestrichen und sich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Technischer Kopf des Unternehmens ist er nach wie vor.

Das Berliner Unternehmen wie auch seine Produkte haben sich weiterentwickelt, ohne über die Jahre dabei die Messtechnik aus den Augen zu verlieren. Auf die Überwachung von Zerspanungswerkzeugen folgten Geräte, mit denen in der Industrie Fügeoperationen überwacht werden können. Auch hierfür fanden sich Kunden im Automobilbereich: Eine erste Anwendung war das Aufpressen von Gummibuchsen auf Lenkrohre. Die Promess-Geräte überwachten hier die Kraft-Weg-Kurve beim Pressvorgang.

Einen entscheidenden Schritt ging das Unternehmen, als es sich eine Alternative zum bis dahin üblichen pneumatischen oder hydraulischen Aufpressen ausdachte und mit eigenen elektromechanischen Pressen an den Markt ging. Erster Großkunde war ein deutscher Hersteller von ABS-Systemen, der auf einen Schlag 100 Systeme für eine Linie orderte, der noch weitere folgen sollten.

»Unsere Pressen waren von Anfang an mechanisch sehr stabil gebaut, solide deutsche Ingenieursarbeit«, versichert Gerhard Lechler. Manche dieser Pressen seien bereits seit 30 Jahren im Einsatz. Neben robuster Bauweise, präziserer Messtechnik und niedrigerem Wartungsaufwand erwies sich auch die frühe Entscheidung für eine im PC integrierte NC-Steuerung unter Windows als wegweisend. Trotz einfacher Programmierung konnten die Kunden damit auch komplexeste Aufgaben lösen. Elektromechanische Pressen sind heute das Hauptprodukt von Promess. Die Fügemodule werden in unterschiedlichen Größen und Ausführungen angeboten.

»Das war das richtige Produkt zur richtigen Zeit«, sagt Florian Köhnen, der die Geschäftsführung 2014 von Gerhard Lechler übernommen hat. Man habe sowohl von den anhaltenden Automatisierungstrends am Markt als auch von ökologischen und energetischen Gedanken profitiert. Vor allem aber hat sich der Einsatz der elektromechanischen Pressen als sehr nutzbringend erwiesen. Dazu Köhnen: »Der zunehmende Variantenreichtum zwingt unsere Kunden, in kleineren Losgrößen zu fertigen. Eine Servopresse hilft dabei, schnell umzurüsten. Bei ihr können Programme aufgerufen werden wie bei einer NC-Maschine. Wir waren da Vorreiter, heute bewegt sich der ganze Markt dahin. Elektrische Pressen lösen die pneumatischen in vielen Bereichen ab.« Zunehmend höher bewertet werde dabei die Qualitätsüberwachung: Viele Teile, die früher einfach hineingedrückt wurden, werden heute überprüft und dokumentiert. Die entsprechende Sensorik bringen die Promess-Geräte von Haus aus mit.

Die Pressen werden heute zwar überall eingesetzt, wo gefügt und gepresst wird, doch bildet die Automobilbranche mit einem Anteil von rund 80 Prozent immer noch den Schwerpunkt. Das Einpressen von Ventilsitzen ist hier ein wichtiger Bereich. Jenseits von Automotiven zeigen sich vielfältige Einsatzbereiche. Von der Produktion von Baby-Schnullern, für die das Silikon in den Plastik-Halter gedrückt wird, über das Crimpen von Elektroden für Herzschrittmacher, bei denen tunlichst keine Sollbruchstelle entstehen soll, bis hin zur µ-genauen Feinarbeit in der Luxusuhrenindustrie reicht das Spektrum. Das obere Ende markieren momentan 50-Tonnen-Pressen; Promess tüftelt aber bereits an neuen Konzepten, mit denen diese Beschränkungen überwunden werden können.

  • Drehen und Fräsen auf einem Bearbeitungszentrum: Mazaks Integrex war genau die passende Maschine für die neue Fertigung bei Promess. Bild: maschine+werkzeug

    Drehen und Fräsen auf einem Bearbeitungszentrum: Mazaks Integrex war genau die passende Maschine für die neue Fertigung bei Promess. Bild: maschine+werkzeug

  • Für Chargen von Werkstücken, die zwei Minuten laufen, ist die Automatisierung der VCS mit der Robojob-Zelle optimal. Bild: maschine+werkzeug

    Für Chargen von Werkstücken, die zwei Minuten laufen, ist die Automatisierung der VCS mit der Robojob-Zelle optimal. Bild: maschine+werkzeug

  • Auf der VTC wird wieder mal gerüstet. Das kann zwar nicht immer vermieden werden, doch zeigte Mazaks Smooth Monitor AX den Verantwortlichen auf, wieviel Zeit hierfür wirklich benötigt wird. Bild: maschine+werkzeug

    Auf der VTC wird wieder mal gerüstet. Das kann zwar nicht immer vermieden werden, doch zeigte Mazaks Smooth Monitor AX den Verantwortlichen auf, wieviel Zeit hierfür wirklich benötigt wird. Bild: maschine+werkzeug

  • Die Integrex i200 macht auch die Komplettbearbeitung von Ritzelwellen möglich. Bild: maschine+werkzeug

    Die Integrex i200 macht auch die Komplettbearbeitung von Ritzelwellen möglich. Bild: maschine+werkzeug

  • Typisches Promess-Produkt: Universelles Fügemodul UMF Linie5. Bild: Promess

    Typisches Promess-Produkt: Universelles Fügemodul UMF Linie5. Bild: Promess

  • Mit seinem Neubau investierte Promess nicht nur in den Standort Berlin, sondern auch in eine eigene mechanische Fertigung. Bild: Promess

    Mit seinem Neubau investierte Promess nicht nur in den Standort Berlin, sondern auch in eine eigene mechanische Fertigung. Bild: Promess

  • Auch komplette Einzelhandarbeitsplätze werden bei Promess montiert. Bild: Promess

    Auch komplette Einzelhandarbeitsplätze werden bei Promess montiert. Bild: Promess

  • Um eine eigene Fertigung komplett neu aufzubauen, hat sich das Berliner Unternehmen für vier Bearbeitungszentren des Herstellers Mazak entschieden. Bild: maschine+werkzeug

    Um eine eigene Fertigung komplett neu aufzubauen, hat sich das Berliner Unternehmen für vier Bearbeitungszentren des Herstellers Mazak entschieden. Bild: maschine+werkzeug

  • Das Führungs-Trio der Promess: Florian Köhnen, René Löhr und Dr.-Ing. Gerhard Lechler (v. l.). Bild: maschine+werkzeug

    Das Führungs-Trio der Promess: Florian Köhnen, René Löhr und Dr.-Ing. Gerhard Lechler (v. l.). Bild: maschine+werkzeug

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YAMAZAKI MAZAK Deutschland GmbH

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