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maschine+werkzeug 10/2017

Vielfalt schneiden

Maschinen

Wasserstrahlschneiden - Mit einer Wasserstrahlschneidanlage von Innomax entlastet AM Maschinenbau seine Fräserei: Zum einen kann der Lohnfertiger jetzt schneller auf eilige Reparaturen reagieren, zum anderen kann er eine höhere Materialvielfalt und komplizierte Konturen schneiden.

Nördlich von Weiden in der Oberpfalz bei Windischeschenbach ist mit 9.101 Metern das tiefste Landbohrloch der Welt. Hier treffen Ur-Afrika und Ur-Europa aufeinander: Die Kollision dieser Kontinentalplatten vor 320 Millionen Jahren hat ein knapp 950 Meter hohes Gebirge – den Steinwald – aufgeworfen. Mithilfe des kontinentalen Tiefbohrprogramms (KTB) konnten die Forscher in den 80er- und 90er-Jahren neue Erkenntnisse über den Aufbau und die Vorgänge in der oberen Erdkruste gewinnen.

Im Steinwald, im Örtchen Erbendorf, sitzt auch AM Maschinenbau. Der Lohnfertiger ist in dem Steingebiet groß geworden und kümmert sich unter anderem um Reparaturen alter Steinbruchmaschinen. 1999 begann Alfons Meierhöfer als Nebenerwerb in der Garage mit einer Drehmaschine – er wollte vor allem wieder praktisch arbeiten. »Dann ist das explodiert«, meint der Gründer und Inhaber von AM Maschinenbau. 2001 machte er sich selbstständig. 2003 baute er die erste Fertigungshalle. Die Jahre darauf folgten eine zweite und dritte Halle. Ende September wurde eine weitere Halle zur Be- und Entladung gebaut. Mittlerweile arbeiten fast 100 Mitarbeiter an zwei Standorten.

»Unsere Kunden sind zu 90 Prozent aus dem Umkreis von 100 Kilometern. Wir haben ungefähr 40 Kunden, die immer wieder bei uns einkaufen. Davon stechen zwei heraus: Der eine liefert Strickmaschinen, der andere baut Wellpappmaschinen«, erläutert Meierhöfer. AM Maschinenbau bietet Metallbe- und -verarbeitung bis hin zu kompletten Baugruppen sowie Reparaturen aller Art. Der Maschinenpark kann sich sehen lassen: Bearbeitungszentren, Dreh- und Fräsmaschinen, eine Schleifmaschine, Sägen, Geräte zum Schweißen und seit 2015 eine Wasserstrahlschneidanlage.

Den Anlass für die jüngste Anschaffung gab ein Kunde. »Wir hatten eine Anfrage aus der Druckindustrie für extrem komplizierte Konturen. Die waren frästechnisch nicht herzustellen«, erklärt Meierhöfer. So suchte er nach einer Möglichkeit, diese Konturen zu fertigen, und kam auf den Wasserstrahl. Die Wasserstrahlschneidmaschinen, die er am Markt fand, waren für Meierhöfer »Billigmaschinen«, oder aber die Betreuung entsprach nicht seinen Vorstellungen. »Wenn ich diese Technik als Profi betreiben will, brauche ich professionelle Unterstützung«, betont Alfons Meierhöfer.

Ein Zufall brachte ihn auf Innomax: Der deutsche Vertriebspartner des amerikanischen Wasserstrahlpioniers Omax war 2014 auf der Steinmesse in Nürnberg, um an neue Kunden zu kommen. Neue Kunden hatte auch Alfons Meierhöfer im Sinn, als er spontan zu ebendieser Messe fuhr; eine Wasserstrahlschneidanlage von Omax hatte er im Sinn, als er wieder nach Hause reiste.

Nach der Messepräsentation von Prokurist Ralf Winzen und dem späteren Besuch von Ralf Hesselbach, zuständig für Vertrieb und Service, sowie einem Besuch bei Innomax in Mönchengladbach hat sich Meierhöfer recht schnell für die ›Omax 80 X 42‹ entschieden. Die vier mal zwei Meter große Maschine ist ausgestattet mit einer 30-Kilowatt-Pumpe, einer Rotationsachse sowie zwei 3D-Schneidköpfen. Der Präzisionsschneidkopf ›Tilt-A-Jet‹ liefert Ergebnisse bis ± 0,05 Millimeter, bei Materialstärken bis 30 Millimeter sogar bis zu ± 0,02 Millimeter, und eignet sich darüber hinaus für Freiwinkel bis neun Grad. Der Fasenschneidkopf ›A-Jet‹ wird für größere Winkel bis 60 Grad eingesetzt. »Allerdings«, fügt Meierhöfer hinzu, »nutzen wir zu 90 Prozent den Tilt-A-Jet.«

Überzeugt hat Alfons Meierhöfer einiges an der Maschine: die hohe Positionier- und Wiederholgenauigkeit, die Kompaktheit, die einfache Bedienung und die kostenlosen Software-Updates. Ebenfalls entscheidend war für ihn, dass es einen deutschen Ansprechpartner gibt und bei Problemen schnell jemand vor Ort sein kann.

Ein großer Pluspunkt sei die Kompetenz und die professionelle Betreuung durch Innomax, so der Unternehmensinhaber: »Wir haben einen engen Kontakt zu Ralf Hesselbach, der den Raum Sachsen und Nordbayern betreut. Wenn es eine Frage gibt, hat er die Antwort parat.« Außerdem kommt er mehrmals im Jahr für die Software-Updates in die Oberpfalz, da AM Maschinenbau seine Maschinen vom Netz getrennt hat, um das Eindringen von Viren zu verhindern.

Innomax liefert alles aus einer Hand – auch die Steuerung und die Software. »Wir importieren das Beste von Omax – etwa die Steuerung und die Schneidköpfe –, und was lokalen Gegebenheiten nutzen muss, passen wir an«, erklärt Ralf Winzen. So gibt es zusätzliche Module, beispielsweise für die Einhaltung der Einleitbedingungen des Abwassers und das Recycling des Schneidsandes.

Die Anbindung der Omax-Anlage vor zwei Jahren war völlig reibungslos. Nach einer Vor-Ort-Begehung wurde die Maschine in zwei Tagen aufgestellt. Dann folgte eine zweitägige Schulung, in der die Mitarbeiter in Routineaufgaben eingewiesen wurden und lernten, was bei einer Störung zu tun ist. Daraufhin gab es noch einen weiteren Schulungstag für tiefergehende Fragen. Ralf Winzen: »Hier kommt ein Fachmann von Innomax, der schaut, ob die Mitarbeiter sicher und fachgerecht mit der Maschine umgehen; gleichzeitig werden spezielle Anwendungsparameter durchgesprochen.«

Von Beginn an ist AM Maschinenbau sehr zufrieden mit seiner Wasserstrahlschneidmaschine. Dank der Omax-Anlage kann der Lohnfertiger seine Fräserei entlasten und auf eilige Aufträge oder Reparaturen schneller reagieren. »Rauf, schneiden, runter, fertig«, bringt es Meierhöfer auf den Punkt. Darüber hinaus macht der Wasserstrahl die Fertigung komplett: »Bis auf Lackieren können wir jetzt die komplette Anarbeitung anbieten.«

Auch das Teilespektrum bei AM Maschinenbau hat sich mit der Omax deutlich vergrößert: »Mit der Anlage können wir komplizierte Konturen und verschiedenste Materialien schneiden«, sagt Meierhöfer. Der Lohnfertiger bearbeitet zum Beispiel Edelstahl, Aluminium, Hardox in sämtlichen Qualitäten, Kunststoffe, Fliesen, Glas, Stein oder Porzellan.

Die meisten Aufträge sind für Einzelteile. Einen Namen hat sich das Unternehmen mittlerweile für die Reparatur von Zahnrädern für Kräne oder andere Baumaschinen, die es am Markt nicht mehr gibt, erarbeitet. »Die Zahnräder samt Passungen schneiden wir aus 80 Millimeter dickem Hardox 600. Danach müssen wir nur noch ein bisschen nachpolieren. Und der Kran funktioniert besser als ein Neubau«, freut sich Meierhöfer.

  • Ersatzkettenrad mit Passung für Ständerbohrmaschine aus Hardox 500. Bild: AM Maschinenbau

    Ersatzkettenrad mit Passung für Ständerbohrmaschine aus Hardox 500. Bild: AM Maschinenbau

  • Antriebsstern aus Hardox 500. Bild: AM Maschinenbau

    Antriebsstern aus Hardox 500. Bild: AM Maschinenbau

  • Der Präzisionsschneidkopf ›Tilt-A-Jet‹ liefert Ergebnisse bis ± 0,05 Millimeter, bei Materialstärken bis 30 Millimeter sogar bis ± 0,02 Millimeter. Bild: Innomax

    Der Präzisionsschneidkopf ›Tilt-A-Jet‹ liefert Ergebnisse bis ± 0,05 Millimeter, bei Materialstärken bis 30 Millimeter sogar bis ± 0,02 Millimeter. Bild: Innomax

  • Präzise und sauber: Die Wasserstrahlschneidmaschine ›Omax 80 X 42‹ nutzt AM Maschinenbau, um schnell auf Reparaturen oder andere Aufträge reagieren zu können. Bild: maschine+werkzeug

    Präzise und sauber: Die Wasserstrahlschneidmaschine ›Omax 80 X 42‹ nutzt AM Maschinenbau, um schnell auf Reparaturen oder andere Aufträge reagieren zu können. Bild: maschine+werkzeug

  • Mit der Steuerung ›Intellimax‹ lassen sich laut Omax auch komplizierte Konturen einfach programmieren. Bild: Innomax

    Mit der Steuerung ›Intellimax‹ lassen sich laut Omax auch komplizierte Konturen einfach programmieren. Bild: Innomax

  •  Florian Meierhöfer, Alfons Meierhöfer und Ralf Winzen (von links nach rechts) freuen sich über die erfolgreiche Entwicklung der Omax.  Bild: maschine+werkzeug

    Florian Meierhöfer, Alfons Meierhöfer und Ralf Winzen (von links nach rechts) freuen sich über die erfolgreiche Entwicklung der Omax. Bild: maschine+werkzeug

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INNOMAX AG

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