nach oben
maschine+werkzeug 09/2018

Turbinenbrenner aus einem Stück

Extra Additive Manufacturing

Industrie - Der weltweit erste von Siemens 3D-gedruckte Brenner für eine Gasturbine SGT-700 ist seit über 8.000 Stunden ohne Problemmeldungen im E.ON-Gas-und-Dampf-Kraftwerk im hessischen Philippsthal in Betrieb.

Der 3D-Gasbrenner von Siemens für die Gasturbine SGT-700 im E.ON-GuD-Kraftwerk Philippsthal ist bereits seit 8.000 Stunden in Betrieb. Bild: Siemens Energy

Siemens begann bereits 2008, in den 3D-Metalldruck zu investieren, und hat diese Technologie speziell für den Stromerzeugungsbereich weiterentwickelt. 2012 nahm das Unternehmen den ersten 3D-Drucker M280 SLM von EOS in Betrieb und passte ihn für die Reparatur von Brennern an. 

2013 wurden die ersten 3D-gedruckten Brennerspitzen und Drallkörper in kommerziell eingesetzten Gasturbinen installiert. Drei Jahre später erwarb Siemens das britische Unternehmen Materials Solutions, eine der weltweit führenden Firmen im Bereich additive Fertigung. 2017 konstruierten und druckten die 3D-Experten die weltweit ersten Gasturbinenschaufeln und erprobten sie unter Betriebsbedingungen. 

Komplexität verringert

Im gleichen Jahr begann das Unternehmen Gasturbinenbrenner mit selektiver Laserschmelztechnik zu drucken; dies waren die ersten Brenner, die im Rahmen des Siemens-Programms für intelligente Brennerfertigung (Ibuma) in Finspång, Schweden, hergestellt wurden. Jeder Brennerkopf wird in einem Stück gefertigt; bei konventionellen Verfahren waren dagegen 13 Einzelteile und 18 Schweißvorgänge erforderlich. 

Konstruktionsverbesserungen, etwa die Ausführung der Pilotgaszufuhr als Teil des Brennerkopfes statt der äußeren Brennstoffleitung, ermöglichen eine niedrigere Betriebstemperatur und tragen so zu einer längeren Lebensdauer der Komponenten und letztendlich der gesamten Gasturbinen bei.

In enger Zusammenarbeit mit E.ON der Energieversorger war bei diesem Projekt Mitgestalter – konnten beide Seiten Vorteile realisieren. Siemens forcierte die Entwicklung innovativer Entwurfs- und Fertigungstechnologien, von denen das Energieunternehmen dann frühzeitig profitierte. »Für uns als Energiedienstleister sind Präzision und Konstanz ein absolutes Muss«, betont Niklas Lange, Projektleiter bei E.ON Energy Projects. »Die additive Fertigung erfüllt nicht nur diese Voraussetzungen, sondern kann nach unserer Erfahrung sogar Leistungsverbesserungen gegenüber älteren Modellen erzielen«, ergänzt Lange. 

»Als ich diese Brenner von Siemens in Schweden sah, wusste ich, dass wir von ihrem Einsatz in einer kommerziellen Turbine profitieren könnten. Wichtig ist auch, dass unsere praktische Zusammenarbeit mit Siemens entscheidend dazu beiträgt, unseren Kunden den bestmöglichen Service zu bieten.«


Inhaltsverzeichnis
Dokument downloaden
Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren
keine Kommentare
Diesen Artikel kommentieren





Über die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten zum Zweck der Kommentierung von Inhalten informiert Sie unsere Datenschutzerklärung.
Aktuelle Videos

Impressionen vom Technologietag bei Emag ECM im November 2018


Zu den Videos

Newsletter

Sie wollen immer top-aktuell informiert sein? Dann abonnieren Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!

Hier kostenlos anmelden

Aktuellen Newsletter ansehen

Basics
Zur Übersicht aller Basics
Suchalert speichern
© Fotolia.com/Zerbor

Wir benachrichtigen Sie per E-Mail über neue Suchergebnisse zu Ihrer Suchanfrage. Speichern Sie hierzu einfach Ihre aktuelle Suchanfrage in Ihrem persönlichen Profil.


So geht's