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maschine+werkzeug 05/2013

Take-off zur Nachhaltigkeit

EXTRA Luft- und Raumfahrt

Turbinen – In Automobilen, Flugzeugen und Kraftwerken kommt Turbinentechnik zum Einsatz, mit der die Nachhaltigkeit der weltweiten Energiewende steht und fällt. Auf der 2. ICTM in Aachen startete dazu offiziell das neue Innovationscluster ›Adam‹.

Additive Manufacturing

»Wir brauchen in Zukunft Blisks, die zu Trommeln verschweißt sind«, erklärte Dr. Erich Steinhardt, Senior Vice President Technology. »Wir haben schon eine Tandem-Blisk-Trommel realisiert.« Dabei kommen sehr hochwertige Fertigungsverfahren zum Einsatz, die Bauelemente aus Titan oder temperaturstabilen Nickellegierungen mit enormer Präzision zu sehr präzisen Trommeln (Exzentrizität weniger als 0,2 mm, axiale Toleranz geringer als +/- 0,25 mm) etwa per Schwungradreibschweißen (Inertia Welding) verfügen.

Als Zukunftstechnologien sieht Dr. Steinhardt das Additive Manufacturing (AM) an, das seiner Ansicht nicht nur zur Blisk-Reparatur, sondern auch für die Serienproduktion von schätzungsweise 30 Prozent aller Teile eines Triebwerks infrage komme. MTU stellt bereits erste Teile für Versuchsträger und Entwicklungsantriebe damit her. »Wir betreten hier vor allem Neuland bei der Zulassung derartig generativ hergestellter Bauteile«, berichtete der MTU-Manager. »Wichtige Herausforderung ist die Prozessstabilität, um eine gleichbleibende Material- und Oberflächenqualität zu erhalten.«

Wie wettbewerbsfähige Fertigungsstrategien in der Aerospace-Industrie aussehen, beleuchtete ein ausgewiesener Produktionsfachmann von Rolls-Royce Plc. aus Derby (Großbritannien), deren deutsche Tochter an ›Adam‹ teilnimmt. »85 Prozent der Fertigungsverfahren und -prozesse in der Aerospace-Industrie sind nicht standardisiert«, analysierte Dr. Hamid Mughal, Executive Vicepresident Manufacturing den Stand der Dinge. So seien allein zur Produktion einer einzigen Turbinenscheibe 400 verschiedene Standards nötig. Um höchste Qualität zu erzielen, setze Rolls-Royce auf die Zusammenarbeit von Unternehmen und Hochschulen.

»Wir lassen sehr teure und innovative Prozesse in einer Produktionsumgebung laufen, um dabei Standards zu entwickeln«, gab er zu bedenken. Rolls-Royce arbeitet mit 66 Industriefirmen im ›Advanced Manufacturing Research Center (AMRC)‹ an der Universität von Sheffield, an dem ohne Produktionszwänge Produktioner und Forscher gemeinsam Neues ausprobieren. So wurden bereits 150 Programme in allen derartigen Forschungszentren durchgeführt, die »unsere Methoden um 30 bis 60 Prozent« verbessert haben. Dr. Mughal: »Die Chancen zur Einführung eigener Standards sind riesig. Doch arbeiten Sie dabei nicht an den Produkten, sondern an den Verfahren.«

  • 250 Teilnehmer aus aller Welt besuchten in Aachen die 2. ICTM.

    250 Teilnehmer aus aller Welt besuchten in Aachen die 2. ICTM.

  • Als Zukunftstechnologien sieht MTU Aero das Additive Manufacturing (AM).

    Als Zukunftstechnologien sieht MTU Aero das Additive Manufacturing (AM).

  • Generieren einer Blisk per Laserauftragschweißen.

    Generieren einer Blisk per Laserauftragschweißen.

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