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maschine+werkzeug 07/2010

Serienfertigung – aber flexibel

Technik

Bearbeitungszentren - Das Bearbeitungszentrum Icon 6-250 verfügt über acht unterschiedlich konfigurierbare Bearbeitungseinheiten und zwei Beladestationen, an denen Werkstücke ein- und ausgeschleust werden können.

In der Automobilindustrie sind die Zeiten vorbei, in denen Komponenten wie ABS-Gehäuse oder Pleuel in Millionenstückzahlen bei Zulieferunternehmen bestellt wurden. Die Größenordnung bei Erstaufträgen liegt eher bei Losgrößen zwischen 250000 und 500000 Stück. Folgeaufträge sind ungewiss. Auch andere Branchen fahren ihre Stückzahlen runter, die Variantenanzahl dafür hoch.

Ein schnelles Reagieren darauf bewies die Schweizer Icon Industries AG. Mit ihrem Mehrstationen-Bearbeitungszentrum Icon 6-250 machte sie einen gewaltigen Schritt in Richtung hohe Flexibilität. Diese betrifft einerseits die Maschine selbst, deren unterschiedliche Ausbaustufen auch nachträglich realisierbar sind. Andererseits bezieht sich die Flexibilität auf die Werkstücke und deren Anforderungen. Mit geringem Aufwand und in kurzer Zeit lässt sich die Maschine umrüsten.

Bearbeitungseinheiten

Die Icon 6-250 besteht im Kern aus vier Stationen, die jeweils mit einem horizontalen und einem vertikalen Bearbeitungsmodul ausgestattet werden können. Diese weitgehend baugleichen Module sind dreiachsige Bearbeitungseinheiten, linear geführt und von Servomotoren über Präzisionskugelumlaufspindeln angetrieben. Mit einem Gabel- oder Winkelkopf kann die jeweilige Einheit vier- bzw. fünfachsig zerspanen. Als Arbeitsspindel kommt als Standard eine Motorspindel mit 12000 min-1 (36 kW) und einer HSK-A-63-Werkzeugaufnahme zum Einsatz. Variationen bezüglich der Leistungsstärke sind möglich.

Icon-Geschäftsführer Dietmar Bäurer weist auf ein Highlight der Mehrstationen-Bearbeitungszentren hin: »Wir haben jedes Bearbeitungsmodul – ob horizontal oder vertikal eingebaut – mit einem eigenen Zwölffach-Werkzeugwechsler ausgestattet. Dadurch wird die Bearbeitung flexibel und prozesssicher gestaltbar.«

Die maximale Größe der Werkzeuge beträgt bis zu 125 Millimeter im Durchmesser und 250 Millimeter in der Länge. Der Werkzeugwechsel dauert längstens 1,3 Sekunden. Über einen mechanischen Schieber ist jeder Werkzeugwechsler in Armhöhe von außen zugänglich. Eine Besonderheit stellen die von Icon entwickelten Taschen des Wechslers dar, die das jeweilige Werkzeug rein mechanisch über ein Federpaket spannen. Dietmar Bäurer: »Wir haben diese Technik ausführlich erprobt. Die Mechanik funktioniert störungsfrei. So bleiben uns alle mit Pneumatik verbundenen Nachteile erspart.«

Für komplexe Fräs- und Bohrbearbeitungen kann eine zusätzliche Achse nicht schaden, dachten sich die Icon-Entwickler und statteten die vier Bearbeitungsstationen mit einem interpolationsfähigen Indexiertisch aus. Auf ihm werden über ein Nullpunkt-Präzisionsspannsystem 300-Millimeter-Paletten als Werkstückträger gespannt. Der Tisch kann an jeder Station als zusätzliche schnelle und unbeschränkte B-Achse in den Bearbeitungsprozess einbezogen werden.

Für besondere Flexibilität des Bearbeitungszentrums sorgen die beiden Beladestationen, die zwischen jeweils zwei Bearbeitungsstationen angeordnet sind. Über sie können die Werkstücke gemessen oder auch ausgeschleust und anderen externen Bearbeitungen zugeführt werden. Jede Beladestation ist während des Zerspanens zum Arbeitsraum hin abgeschlossen und kann gefahrlos hauptzeitparallel bestückt werden. Dies kann manuell geschehen. Es sind aber auch halb- und vollautomatische Lösungen mit Palettenbahnhof und Roboter möglich.

Die beiden gegenüberliegenden Beladestationen können auch dazu dienen, das Bearbeitungszentrum in zwei Einheiten zu splitten und eine Doppelproduktion aufzubauen. Das kommt dem Bearbeiten von Teilefamilien entgegen, von denen sich dann zwei unterschiedliche Komponenten gleichzeitig auf einer Maschine fertigen lassen.

  • Bis zu vier horizontale und vier vertikale Arbeitseinheiten verleihen der Icon 6-250 Flexibilität.

    Bis zu vier horizontale und vier vertikale Arbeitseinheiten verleihen der Icon 6-250 Flexibilität.

  • Icon setzt auf die zuverlässige Kessler-Motorspindel.

    Icon setzt auf die zuverlässige Kessler-Motorspindel.

  • Die Gesamtanlage erfordert kein spezielles Maschinenfundament.

    Die Gesamtanlage erfordert kein spezielles Maschinenfundament.

  • Die Beladung kann manuell, halb- oder vollautomatisch erfolgen.

    Die Beladung kann manuell, halb- oder vollautomatisch erfolgen.

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Inhaltsverzeichnis
Unternehmensinformation

ICON Industries AG

Flugplatz
CH 3368 BLEIENBACH
Tel.: 0041 62-91934-34
Fax: -70

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