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maschine+werkzeug 09/2015

Schwergewicht schafft mehr Spielraum

Titelstory - Drehen

CMZ - Der Umschwung kam in den vergangenen fünf Jahren: Kleinere Stückzahlen und größere Teilevielfalt werden immer häufiger gefordert. Die KB Schmiedetechnik GmbH in Hagen entwickelte aus der Schwierigkeit heraus ihr Erfolgskonzept. Nicht ganz unbeteiligt am Erfolg sind zwei Drehzentren von CMZ.

Die Spezialität der KB Schmiedetechnik liegt im Gesenkschmieden kleiner bis mittlerer Serien. Fünf Pressenlinien und eine Hammerlinie mit maximal 4000 Tonnen Presskraft und 16 Metertonnen Schlagenergie zwingen den rund 1000 Grad Celsius heißen, glühenden Materialabschnitt in nahezu jede gewünschte Form. »Praktisch möglich sind Schmiedeteile von 0,1 bis 120 Kilogramm«, informiert Benjamin Eggert, Betriebsleiter bei KB Schmiedetechnik. In Form und Material gibt es so gut wie keine Einschränkung. »Wir stellen das her, was der Kunde haben will. Deshalb sind wir sehr breit aufgestellt«, meint er weiter. »Wir produzieren Losgrößen von 1 bis 1000, sehr selten auch 3000. Und das bei 2000 Aufträgen pro Jahr«, erklärt Andreas Rutschke, Fertigungsleiter in der Zerspanung bei KB Schmiedetechnik.

Auf die Frage nach den Branchen, für die sie fertigen, schmunzelt Eggert: »Wir machen eigentlich für fast jeden Markt Schmiedeteile. Da gibt es wenig, wo wir noch nicht vertreten sind. Von Armaturen, Pumpengehäusen und Rohrverbindungsteilen für Kraftwerke, Kesselbau, Hochdruck- oder Kältetechnik, über allgemeinen Maschinenbau, Lebensmittelindustrie, Werkzeuge für die Automobilindustrie bis hin zu Sonderteilen für Landmaschinen oder Schienen-fahrzeuge – wir sind überall dort, wo Formstücke komplexer Geometrien hohen Belastungen standhalten müssen.« Schmiedeteile sind oft günstiger in der Herstellung, die Nachbearbeitung ist stark reduziert und der Faserverlauf ist sehr homogen, weshalb die Teile auch stabiler sind als beispielsweise Gussteile.

Die Schmiedeteile kommen nach Wunsch entweder roh oder aber mechanisch bearbeitet an den Kunden. »Im Schnitt verlassen etwa zwei Drittel die Schmiede als Rohlinge, und ein Drittel wird von uns mechanisch bearbeitet. In den oberen Gewichtsklassen verkaufen wir meistens Rohlinge«, so Eggert. Die Genauigkeiten, die die Kunden verlangen, liegen hier im Bereich H7. Die Gesenke gehen bis etwa 650 Millimeter Durchmesser. Teilweise werden sie mehrere Jahrzehnte bei KB Schmiedetechnik aufbewahrt und bei Revisionen wieder eingesetzt.

Auch in der mechanischen Fertigung ist das mittelständische Unternehmen vielfältig aufgestellt. Die Schmiedeteile werden – wenn nötig – gedreht, gefräst und gebohrt. Eggert: »Nach der mechanischen Bearbeitung reduziert sich das Gewicht des Schmiedeteils manchmal um 70 Prozent.« Der Maschinenpark umfasst horizontale und vertikale Bearbeitungszentren sowie mehrere Drehbänke. Die beiden neuesten Maschinen sind zwei CNC-Drehmaschinen des spanischen Herstellers CMZ mit einer Drehlänge von 1350 Millimetern und Y-Achse, einer 48 Kilowatt starken Hauptspindel und einem Drehmoment von 1500 Newtonmeter. Die erste wurde vor drei Jahren als Ersatz für eine ausgediente Maschine angeschafft.

Einer der wichtigsten Gründe für die TC35Y-1350 war der Revolver. Anstatt der üblichen zwölf Stationen bietet er Platz für 16 Werkzeuge. »Das bieten nur noch ganz wenige an«, versichert Andreas Rutschke. »Da wir teils sehr komplexe Formen haben, können wir nicht immer jede Station bestücken. Manchmal werden eben auch zwei Plätze durch ein Werkzeug beansprucht, damit es nicht zum Crash kommt.« Beim Vorgängermodell mit zwölffachem Revolver gab es häufig das Problem, dass ein einzelnes Werkzeug zur kompletten Bearbeitung der Teile gefehlt hatte. »Das muss man sich mal vorstellen: Man macht ein Teil fertig, muss abspannen, macht die ganze Serie durch und muss dann nochmal aufbauen – wegen eines einzigen fehlenden Werkzeugs. Mit dem 16-fachen Revolver kriegen wir das geschlagen«, schildert Rutschke.

  • Bild 1: Schwer gewicht schafft mehr Spielraum

    Bild 1: Schwer gewicht schafft mehr Spielraum

  • »Kleinserien erfordern immer wieder aufs Neue eine Entwicklungs- und Probephase. Das kann nicht jeder.« Benjamin Eggert, Betriebsleiter KB Schmiedetechnik (Bildmitte), neben Ina Kassebohm, Geschäftsführerin Inka Engineering, und Andreas Rutschke, Fertigungsleiter der Zerspanung bei KB Schmiedetechnik

    »Kleinserien erfordern immer wieder aufs Neue eine Entwicklungs- und Probephase. Das kann nicht jeder.« Benjamin Eggert, Betriebsleiter KB Schmiedetechnik (Bildmitte), neben Ina Kassebohm, Geschäftsführerin Inka Engineering, und Andreas Rutschke, Fertigungsleiter der Zerspanung bei KB Schmiedetechnik

  • Eine 4000-Tonnen-Presse zwingt den glühenden Materialabschnitt in fast jede beliebige Form.

    Eine 4000-Tonnen-Presse zwingt den glühenden Materialabschnitt in fast jede beliebige Form.

  • Unter dem Hammer wird das auf rund 1000 Grad Celsius erhitzte Formteil vorbearbeitet.

    Unter dem Hammer wird das auf rund 1000 Grad Celsius erhitzte Formteil vorbearbeitet.

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