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maschine+werkzeug 09/2013

Schon mal gepemmt?

EXTRA Titelstory

ECM/PECM - Pemtec SNC stellt Maschinen mit dem innovativen PECM-Verfahren her, um Metalle besonders schonend ohne Hitzeeinwirkung nur mit dem Einsatz von Strom und Wasser zu bearbeiten. Mit der ›PEM 400 compact‹ und der ›PEM 800 Max‹ hat das Unternehmen gleich zwei neue Modelle im Angebot.

Vier Module notwendig

Ein Granittisch sorgt in der Maschine für die notwendige Stabilität, da er die Vibrationen abfängt und auch gegen Salzwasser beständig ist. Absorber-Füße sorgen zusätzlich dafür, dass auch keine Vibrationen auf die Maschine übertragen werden. Sobald der Bearbeitungsvorgang startet, entsteht in den Maschinen ein Unterdruck, damit kein Salzwasser nach außen gelangen kann. Im Elektrolyt können unterschiedliche Salze wie Natriumchlorid oder Natriumnitrat zum Einsatz kommen. Nach der Bearbeitung muss das Salzwasser vom Werkstück entfernt werden. Hierfür stehen Reinigungsanlagen zur Verfügung, die Pemtec mit einem externen Unternehmen realisiert hat. »Selbst kritische Materialien lassen sich problemlos bearbeiten«, sagt Kuhn.

Die Bearbeitungszeit nimmt mit der Menge der parallel in einem Arbeitsgang zu bearbeitenden Werkstücke nicht zu, da mehr Elektrodenträger im Einsatz sind. Bei 30 Werkstücken kommen auch 30 Elektrodenträger zum Einsatz. Die Maschine benötigt mit steigender Elektrodenzahl jedoch mehr Strom, eine größere Elektrolytmenge und mehr Fläche.

Den größten Teil der Anlage macht ›Pemaqua‹ aus, die Elektrolyt-Aufbereitungsanlage. In der Standardvariante fasst der Tank zwischen 1000 und 2000 Liter. Dieser Teil der Maschine sorgt für die automatisierte Mikrofilterung des Elektrolyts. Der ionisierte Metallschlamm wird aus dem Elektrolyt gefiltert und in einem extra Behälter gesammelt. »Der Elektrolyt muss nach dem Prozess immer gereinigt und wieder aufbereitet werden. Das nimmt rund 10 bis 15 Minuten in Anspruch. Die Kunden können deshalb Tanks wählen, die je nach Aufgabe bis zu 16000 Liter fassen. Dabei ist es wichtig, unter anderem den pH-Wert, die richtige Leitfähigkeit und die Temperatur des Elektrolyts zu kontrollieren. Erst dann kann es wieder verwendet werden«, berichtet Kuhn.

Von klein bis groß

Auf Basis der PEM 600 hat Pemtec SNC zwei weitere Maschinen entwickelt, die ›PEM 400 Compact‹ und die ›PEM 800 Max‹. Beide Maschinen sind für unterschiedlichste Industrien wie Automotive, Luft- und Raumfahrt, Medizin sowie den Werkzeug- und Formenbau geeignet. »Die beiden neuen Maschinen sind im Grunde Ableger der 600-Reihe mit unterschiedlicher Aufnahmekapazität und Stromstärke, das Konzept der Maschine ist aber identisch«, erklärt Kuhn. Die PEM 400 Compact ist das platzsparende Modell der PEM-Baureihe und kann als Einzelanlage oder im Anlagenverbund zur Mehrfachbearbeitung genutzt werden, beispielsweise um verschiedene Bearbeitungsschritte in Serie abzuhandeln. Arbeitsraum und Maschinentisch sind 380 Millimeter breit und 500 Millimeter tief, die Stromstärke ist auf 1000 Ampere beschränkt.

Bei der PEM 800 Max handelt es sich um den ›großen Bruder‹ der Standardmaschine PEM 600. Der Bearbeitungsraum ist hier mit 800 Millimeter in der Breite und 640 Millimeter in der Tiefe jedoch deutlich größer. Der Maschinentisch kann Teile mit 660 Millimeter Breite und 540 Millimeter Tiefe aufnehmen. Im Vergleich zum Standardmodell leistet der Generator bis zu 12000 Ampere.

Neben Standardmaschinen können bei Pemtec auch Sondermaschinen nach Kundenwünschen realisiert werden. »Unsere letzte Sonderanfertigung hatte einen Innenraum mit 1300 Millimeter Durchmesser«, erzählt Kuhn. Zur Maschine sind auch Zusatzmodule wie ein ›Twin-Puls-Modul‹ erhältlich, das die Polung der Elektrode kurzzeitig umkehrt, um Verschmutzungen zu entfernen. Im Bereich der Automatisierung arbeitet Pemtec mit externen Firmen zusammen, um unter anderem Palettensysteme zu installieren. Das Unternehmen baut zudem gerade eine Halle an und plant weitere Entwicklungen. Hartmetall lässt sich beispielsweise auf den PECM-Maschinen noch nicht optimal bearbeiten. Geschäftsführer Kuhn blickt optimistisch in die Zukunft: »Die PECM-Technik ist noch jung und bietet noch reichlich Entwicklungspotenzial.«

Weitere Informationen:

Das PECM-Verfahren im Detail

www.maschinewerkzeug.de/137494

  • Werkstücke können mit dem PECM-Verfahren innerhalb von wenigen Minuten bearbeitet werden. Verrundungen wären mit herkömmlichen spanabhebenden Verfahren nur sehr schwer herstellbar wie auch Hinterschnitte.

    Werkstücke können mit dem PECM-Verfahren innerhalb von wenigen Minuten bearbeitet werden. Verrundungen wären mit herkömmlichen spanabhebenden Verfahren nur sehr schwer herstellbar wie auch Hinterschnitte.

  • Bild 2: Schon mal gepemmt?

    Bild 2: Schon mal gepemmt?

  • Bild 3: Schon mal gepemmt?

    Bild 3: Schon mal gepemmt?

  • Bei der PEM 800 Max handelt es sich um den ›großen Bruder‹ der Standardmaschine PEM 600. Der Bearbeitungsraum ist hier mit 800 Millimeter in der Breite und 640 Millimeter in der Tiefe jedoch deutlich größer.

    Bei der PEM 800 Max handelt es sich um den ›großen Bruder‹ der Standardmaschine PEM 600. Der Bearbeitungsraum ist hier mit 800 Millimeter in der Breite und 640 Millimeter in der Tiefe jedoch deutlich größer.

  • Jewgeni Dorzweiler, Entwicklung und Prozess bei Pemtec SNS in Forbach, überprüft den Prozessablauf an der PEM 600.

    Jewgeni Dorzweiler, Entwicklung und Prozess bei Pemtec SNS in Forbach, überprüft den Prozessablauf an der PEM 600.

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Inhaltsverzeichnis
Unternehmensinformation

PEMTec SNC

Eurozone 6, Rue Jules Verne
FR 57603 Forbach Cedex
Tel.: 0033387-1309-00
Fax: -98

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