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maschine+werkzeug 05/2010

Präzision aus dem Ölbad

Technik

Erodieren - Ergebnisse beim Drahterodieren von Stempeln und Matrizen aus Hartmetall lassen sich verbessern, wenn auf einer Maschine mit Ölbad gearbeitet wird. Dies geschieht bei SFT auf einer Maschine von GF Agie Charmilles.

Die SFT X. Settele, Stanz- und Formtechnik GmbH & Co. KG, Halblech, ist ein mittelständisches Unternehmen, in dem hochgenaue Stanz- und Stanz-Biegeteile in Großserie produziert werden. Das sind vielfach elektrische Kontakte aus Messing und Bronze, metallische Stifte, Klemmen und Montageteile. SFT ist zertifiziert nach den Qualitätsmanagementsystemen der DQS. Abnehmer sind Betriebe der Elektroindustrie und der Elektronik, der Automobilindustrie sowie Hersteller von Haushaltsgeräten.

Die eingesetzten Stanz- und Folgeverbundwerkzeuge werden im eigenen Werkzeugbau entwickelt, konstruiert und gebaut, für die Fertigung erprobt und schließlich auf Stanz-Biegeautomaten von Bihler und Schnellläufer-Pressen von Bruderer eingesetzt. Gefragt nach der Motivation, eine ›Cut 1000 OilTech‹ zu kaufen, beantwortet Firmeninhaber und Geschäftsführer Roland X. Settele: »Der Trend in unserem Geschäft geht zu immer komplizierteren Präzisionsstanz- und Biegeteilen, die hochgenaue Werkzeuge erfordern. Als langjähriger Kunde des Schweizer Maschinenbauers haben wir in den letzten zehn Jahren immer das Neueste gekauft. Nun hörten wir von den Vorteilen des Drahtschneidens im Ölbad und kauften eine solche Maschine. Mit Blick auf unsere Stempel und Matrizen aus Hartmetall sowie Aufgaben der Mikrobearbeitung war uns klar, dass die mit Ölbad ausgelegte Cut 1000 Oiltech von GF Agie Charmilles die richtige Investition in die Zukunft ist.«

Kampf dem ›Mikrorost‹

Obwohl moderne Generatoren den elektrochemischen ›Angriff‹ auf die Schneidkanten von Hartmetall-Stempeln und -Matrizen beim Erodieren in Wasser klein halten, kann eine Korrosion des Hauptbindemittels Kobalt im Hartmetall nicht gänzlich verhindert werden. Die Folge sind ›Mikrorost‹ und Qualitätseinbußen an den Schneidkanten der Aktivteile von Werkzeugen der Stanzereitechnik. Das Wasserbad lässt sich jedoch aus wirtschaftlicher Sicht nicht einfach durch Öl ersetzen. Bisher kam es zu einem starken Leistungsverlust, wenn Öl bei Anwendungen in der Medizintechnik oder in der Uhrenindustrie gebraucht wurde.

Den Schneidleistungsverlust konnte die Forschung bei GF Agie Charmilles jüngst mit einem neuen Generator überwinden. Damit ausgestattet wurde die bekannte hochgenaue Drahterodiermaschine ›Cut 1000‹, die nun als ›Cut 1000 Oiltech‹ verfügbar ist. Verkaufsingenieur Ronny Schroeder von der GF Agie Charmilles: »Wir können jetzt die Technologie ›Drahtschneiden in Öl‹ anbieten und bei Kunden mit einigen Vorteilen einsetzen nicht nur für die Bearbeitung von Hartmetall, sondern auch von Stahl. Die Ölbadmaschine ist unsere Antwort auf die Anforderungen des Marktes.«

Die Vorteile der Ölbadmaschine sind:

- Es gibt keine Probleme mit der Korrosion

- Es entstehen feinste Oberflächen (Ra 0,05 µm) und einwandfreie Kanten

- Der Aufwand für das Läppen von aktiven Werkzeugteilen wird stark herabgesetzt oder entfällt

- Innenradien bis zu 0,02 mm können erzeugt werden

- In der Stanzereitechnik können 0,04 mm dicke Folien geschnitten werden

- Die Werkstücke können unbegrenzt im Dielektrikum verweilen

- Arbeitstakte und Automatisierung lassen sich besser planen

Bei SFT wird schon seit 2006 mit der Maschine ›Vertex 1‹ und seit 2007 mit der Maschine ›Vertex 2F‹ sehr genau erodiert. Roland X. Settele: »Nach wenigen Monaten Erfahrung mit der Cut 1000 Oiltech können wir sagen, dass der Aufwand für das Läppen deutlich kleiner geworden ist.« Harald Kotz, verantwortlich für die Drahterosion bei SFT, weist auf die unterschiedlichen Arbeitsbereiche der drei vorhandenen Schneiderodiermaschinen hin und betont: »Mit der ›Oilcut‹ schneiden wir hauptsächlich Hartmetall-Schneidplatten und Schneidstempel, da wir hoffen, nicht nur das Läppen einzuschränken, sondern zudem die Standzeiten unserer Werkzeuge weiter zu erhöhen.« An der maximalen Schneidhöhe, die etwa bei 40 mm liegt, muss noch Erfahrung gesammelt werden. Standardmäßig wird bei SFT mit Drahtdurchmessern von 0,1 mm geschnitten. Damit werden Innenradien von 0,06 mm erzeugt. Auch hier zeigt sich ein Vorteil: Im Ölbad wird mit kleineren Prozessabständen zwischen Draht und Werkstück gefahren. Zudem entstehen durch kleinere Schwingungen des Drahtes bessere Oberflächen als im Wasser.

Der Werkzeugbau von SFT ist durch die 3D-CAD-Software ›Cocreate Modeling‹ der Parametric Technology Corporation geprägt. Die CAM-Linie wird mit Peps von Camtek gefahren. Das Know-how der 35 Mitarbeiter und beste Herstellungsverfahren für die Folgeverbundwerkzeuge sorgen dafür, dass es in der Produktion von Kontakten und ähnlichen Teilen millionenfach ungestört ›rattert‹.

www.gfac.com/de

  • Schneiderodieren (Drahtschneiden) von Hartmetall in Öl.

    Schneiderodieren (Drahtschneiden) von Hartmetall in Öl.

  • Cut 1000 OilTech von GF Agie Charmilles. Daneben die Maschinen AC Vertex 2F und AC Vertex 1.

    Cut 1000 OilTech von GF Agie Charmilles. Daneben die Maschinen AC Vertex 2F und AC Vertex 1.

  • »Die für Ölbad ausgelegte ›Cut 1000 Oiltech‹ von GF Agie Charmilles ist die richtige Investition.« Roland X. Settele, Geschäftsführer der SFT

    »Die für Ölbad ausgelegte ›Cut 1000 Oiltech‹ von GF Agie Charmilles ist die richtige Investition.« Roland X. Settele, Geschäftsführer der SFT

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Unternehmensinformation

GF Machining Solutions GmbH

Steinbeisstraße 22 - 24
DE 73614 Schorndorf
Tel.: 07181-926-0
Fax: 07181-926-190

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