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maschine+werkzeug 06/2015

Perfekt ohne Nachbearbeitung

Technik - Maschinen

Wasserstrahlschneiden - Aweba gehört zu Europas größten Werkzeugherstellern. Zu ihren Maschinen gehört eine Wasserstrahlschneidanlage, die so genau und sauber arbeitet, dass sich spangebende Nachbearbeitung erübrigt.

Werkzeuge bis 40 Tonnen

Die Werkzeuge werden in erster Linie an die Automobilindustrie geliefert, aber auch in die Elektroindustrie: Generator- und Trafobleche sind typische Produkte, die mit Aweba-Werkzeugen geschnitten werden. Aweba kann Werkzeuge bis 40 Tonnen bauen, die meisten liegen bei 25 Tonnen, was dem Geschäft jedoch nicht schadet – im Gegenteil, wie Thomas Schlemmbach, Leiter der Fertigung, versichert: »Wir sind der größte konzernunabhängige Werkzeugbauer Europas. Wir verzeichnen 5000 Arbeitsbewegungen täglich und produzieren 50000 Einzelteile pro Jahr.«

Die Werkzeuge werden einsatzfähig ausgeliefert: gehärtet, geschliffen, vermessen, geprüft, erprobt. Vorrichtungen und Spannwerkzeuge gehören ebenfalls zum Produktspektrum. Die meisten Teile kann Aweba im eigenen Haus mit dem jeweils besten Verfahren härten. Der Anlagenumfang wird allerdings durch die eigenen Produkte nicht ausgeschöpft, weshalb man die Härterei benachbarten und befreundeten Betrieben zur Verfügung stellt.

Härtungen sind aber nicht immer willkommen, schon gar nicht zu früh in der Prozesskette, etwa beim Zuschnitt der Teile. Diese Randaufhärtungen treten aber praktisch immer auf, wenn thermisch geschnitten wird. Als Alternativen kommen Fräsen, Sägen, Drahterodieren und Wasserstrahlschneiden in Frage. Fräsen erzeugt viel Abfall, Sägen ist unflexibel, Drahterodieren langsam. Deshalb wird bei Aweba gerne mit dem Wasserstrahl geschnitten: schmale Schnittfugen, nahezu beliebige Konturen und Werkstoffe, hoher Automationsgrad (»Geisterschichten«), ausreichende Genauigkeit und Oberflächengüte, keine Gefügeänderungen.

Alt ist diese Liebe zum nassen Schnitt noch nicht: 2008 begannen die Sondierungen in Richtung Wasserstrahl. Umso schneller freundete man sich dann mit dem Verfahren an, sodass man rasch auf Lieferantensuche gehen konnte. Das hört sich einfach an, aber Thomas Schlemmbach, Leiter des Bereichs Fertigung bei Aweba, mag sich vorgekommen sein wie der Gast eines guten Restaurants: Unter vielen guten Vorschlägen fällt die Entscheidung besonders schwer. Und gute Wasserstrahlschneidanlagen gibt es nicht knapp.

Schließlich fiel die Wahl auf den Mönchengladbacher Anbieter Innomax, der die Anlagen des amerikanischen Wasserstrahlpioniers Omax vertreibt. Das passte zusammen wie Nut und Feder: auf der einen Seite der Hersteller mit der größten Erfahrung im Wasserstrahlschneiden von Metallen, auf der anderen Seite der Anwender, der bis dahin überhaupt keine Erfahrung mit dieser Technologie hatte.

Vor allem aber hat Omax einen sehr guten Ruf in Sachen 3D-Schneiden, notwendig für die Kompensation der Konizität des Schneidspaltes. Ralf Hesselbach, bei Innomax zuständig für Vertrieb und Service am Standort Sachsen: »Omax war der erste Hersteller, der auch einen Schwenkkopf zum Wasserstrahlschneiden von Blech anbot.« Für einen Werkzeugbauer ist die Rechtwinkligkeit der Schnittflächen ein Muss. Der 3D-Kopf kann ±9 Grad schwenken, also mehr als genug.

Auf die Omax kann er sich absolut verlassen, wie Ralf Hesselbach versichert: »Unsere Software errechnet abhängig von Werkstoff, Materialstärke, gewünschter Schneidqualität, Abrasivmittel, Druck, Schneidbahnverlauf zu jeder Zeit den richtigen Kompensationswinkel, sodass sich der Anwender darüber keine Gedanken machen muss.« Nebenbei bemerkt: Innomax-Kunden können sich Software-Updates kostenlos aus dem Netz herunterladen.

Der Präzisionskopf ermögliche präzise Schnitte, wie sie der Werkzeugbau braucht: ±0,05 Millimeter prozesssicher bei 20 Millimeter Blechstärke bis hin zu ±0,02 Millimeter bei Einzelteilen. Die hohe Präzision in Verbindung mit großer Wirtschaftlichkeit sei, so Hesselbach, zu einer Domäne von Omax geworden. Dagegen spielen Mehrkopfsysteme zur Produktion größerer Stückzahlen kaum eine Rolle.

Zurück zur Entscheidungsfindung: »Es waren mehrere Hersteller nahezu gleichauf: Der eine hatte hier die Nase vorne, der andere dort. Innomax hatte das beste Gesamtpaket«, erinnert sich Schlemmbach. Nicht ganz unwesentlich war, dass einige Komponenten in der Nähe von Aue hergestellt wurden: »Hätten wir zum Beispiel ein Problem mit der Entschlammung, könnten wir uns direkt an den Hersteller der Entschlammungsanlage hier in der Nähe wenden und bekämen in kürzester Zeit Hilfe.«

  • Das Wasserstrahlschneiden wurde bei Aweba auf Anhieb zum Standardschneidverfahren.

    Das Wasserstrahlschneiden wurde bei Aweba auf Anhieb zum Standardschneidverfahren.

  • Die Wasserstrahlschneidanlage schafft saubere Schnitte, die keiner Nachbearbeitung mehr bedürfen.

    Die Wasserstrahlschneidanlage schafft saubere Schnitte, die keiner Nachbearbeitung mehr bedürfen.

  • Von links nach rechts: Ralf Hesselbach von Innomax sowie Thomas Schlemmbach, Andreas Günther und Ronny Pfingst von Aweba.

    Von links nach rechts: Ralf Hesselbach von Innomax sowie Thomas Schlemmbach, Andreas Günther und Ronny Pfingst von Aweba.

  • Der 3D-Kopf ist ±9 Grad schwenkbar.

    Der 3D-Kopf ist ±9 Grad schwenkbar.

  • Das Maschinenbett fasst zwei mal vier Meter große Bleche.

    Das Maschinenbett fasst zwei mal vier Meter große Bleche.

  • Auch im Detail durchdacht: Runde Balgen sind leichter zu reinigen.

    Auch im Detail durchdacht: Runde Balgen sind leichter zu reinigen.

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