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maschine+werkzeug 06/2015

Perfekt ohne Nachbearbeitung

Technik - Maschinen

Wasserstrahlschneiden - Aweba gehört zu Europas größten Werkzeugherstellern. Zu ihren Maschinen gehört eine Wasserstrahlschneidanlage, die so genau und sauber arbeitet, dass sich spangebende Nachbearbeitung erübrigt.

Die sächsische Erzgebirgsregion Aue-Schwarzenberg ist im Westen Deutschlands vor allem durch zwei historische Gegebenheiten bekannt: Da ist auf der einen Seite die regional und zeitlich eng begrenzte, erst später sogenannte ›Republik Schwarzenberg‹, von den Siegermächten zunächst übersehen und dann zusammen mit Thüringen und dem Süden Sachsens der damaligen sowjetischen Besatzungszone zugeschlagen, durch das gleichnamige Buch Stefan Heyms in Erinnerung gehalten (Tipp: besorgen und lesen!). Auf der anderen Seite ist da die einstige Betriebssportgemeinschaft »BSG Wismut Aue« (heute FC Erzgebirge Aue) mit ihrer hin und wieder auch international auftretenden Fußballabteilung.

Dass sich hinter dem ziemlich harmlosen und wirtschaftlich bedeutungsarmen Schwermetall Wismut ein ziemlich gefährliches und wirtschaftlich sehr bedeutungsvolles anderes Schwermetall verbarg, dessen Abbau und Verarbeitung Zehntausenden Gesundheit und Leben kosteten, erfuhr nicht nur der Westen, sondern auch die Erzgebirgsbevölkerung selbst erst in den 90er-Jahren: Uran. Mit der Entschärfung der Abraumhalden ist man bis heute gut beschäftigt.

Heute ist das Erzgebirge jedoch vor allem geprägt durch eine aufblühende Industrie, die auf einer langen Tradition basiert. Nicht zuletzt hat sich die Automobilindustrie schon vor über 100 Jahren in dieser Region etabliert. Ihr war bereits im frühen 19. Jahrhundert eine allgemeine Industrialisierung vorausgegangen, basierend auf handwerklichem Geschick der Bewohner und der Nähe zu wichtigen, oft schon seit dem Mittelalter genutzten Rohstoffquellen: Sachsen und Thüringen können als Wiege des deutschen Maschinenbaus angesehen werden, noch vor dem Ruhrgebiet und lange vor Schwaben.

Kein Wunder, dass auch die Historie vieler Unternehmen aus dem Erzgebirge ins vorletzte Jahrhundert zurückreicht. Eines dieser Unternehmen ist die Aweba Werkzeugbau GmbH, einer der größten Werkzeugbauer Europas, gegründet 1882, also vor mehr als 130 Jahren. Zitieren wir aus Awebas Online-Vorstellung: »Mit der Fabrikation von Blechbearbeitungsmaschinen war der Stanz- und Schnittbau verbunden. Er lieferte die Formen, mit denen auf den Maschinen die gewünschten Metallerzeugnisse hergestellt werden konnten. Bernhard Hiltmann, ein Schlossergeselle, erkannte, dass eine Trennung von Maschinen- und Werkzeugbau erhebliche Vorteile bringt. 1882 gründete er eine Spezialfabrik für Schnitt- und Stanzwerkzeuge und markierte mit diesem Datum einen Meilenstein für den Werkzeugbau: Ein älteres und nach wie vor am Markt bestehendes Unternehmen dieser Branche ist nicht bekannt.«

Etwa 465 Mitarbeiter schaffen alleine am Standort Aue, die Hälfte davon in der Fertigung. Der Umsatz wird dieses Jahr wahrscheinlich 50 Millionen Euro überschreiten; das ist fast eine Verdoppelung gegenüber 2009, also deutlich mehr als zehn Prozent Durchschnittswachstum pro Jahr. Das Unternehmen pulsiert: Wurden nach der »Wende« die vielen kleinen Betriebstätten in und um Aue zum jetzigen Hauptsitz zusammengefasst, erlebt man jetzt aufgrund des Wachstums auch wieder eine gewisse räumliche Zerstreuung – auf inzwischen wieder zwei Standorte.

Die beiden neuen Außenposten sind Zukäufen 2013 und 2014 zu verdanken, mit denen ein Gesamtumsatz von 58 Millionen Euro angestrebt wird; das übrige Wachstum ist organischer Natur. Aweba beschränkt sich auf die Herstellung von Werkzeugen, unter anderem für das Stanzen von Stahl, Edelstahl, Aluminium und Magnesium, und produziert keine eigenen Serienteile – mit einer Ausnahme: Einen gestanzten Synchronring für ein PKW-Getriebe kann die Aweba-Tochter Auer Teilefertigung statt der bisher gefrästen Ausführung anbieten.

  • Das Wasserstrahlschneiden wurde bei Aweba auf Anhieb zum Standardschneidverfahren.

    Das Wasserstrahlschneiden wurde bei Aweba auf Anhieb zum Standardschneidverfahren.

  • Die Wasserstrahlschneidanlage schafft saubere Schnitte, die keiner Nachbearbeitung mehr bedürfen.

    Die Wasserstrahlschneidanlage schafft saubere Schnitte, die keiner Nachbearbeitung mehr bedürfen.

  • Von links nach rechts: Ralf Hesselbach von Innomax sowie Thomas Schlemmbach, Andreas Günther und Ronny Pfingst von Aweba.

    Von links nach rechts: Ralf Hesselbach von Innomax sowie Thomas Schlemmbach, Andreas Günther und Ronny Pfingst von Aweba.

  • Der 3D-Kopf ist ±9 Grad schwenkbar.

    Der 3D-Kopf ist ±9 Grad schwenkbar.

  • Das Maschinenbett fasst zwei mal vier Meter große Bleche.

    Das Maschinenbett fasst zwei mal vier Meter große Bleche.

  • Auch im Detail durchdacht: Runde Balgen sind leichter zu reinigen.

    Auch im Detail durchdacht: Runde Balgen sind leichter zu reinigen.

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