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maschine+werkzeug 05/2016

Nah an der Endkontur

Markt

Schleifen - Alle zwei Jahre findet auf der Metav das gut besuchte Dortmunder Schleifseminar statt. 2016 bot es fundierte Beiträge zu den Themen Maschine und Umfeld, Werkzeuge und Prozesse.

Halbierte Hauptzeiten

Für das Zentrumschleifen spreche, dass sich die Hauptzeiten für das Rundschleifen im Idealfall sogar halbieren lassen. Doch der Anwender sollte bei Zentrumschleifmaschinen auf kundenspezifisch ausgelegte Werkstückspannsysteme achten. Hersteller wie Henninger setzen dabei auf Vielfalt – vom Spannen von Verzahnungen in Hydrodehnspannfuttern bis hin zur Lagerung von verchromten Teilen in Luftlagern.

Anwender stehen manchmal vor einer wichtigen Verfahrensfrage: Sollen sie hartdrehen oder rundschleifen? Mathias Gerber, stellvertretender Leiter Technologie bei der Fritz Studer AG aus Steffisburg (Schweiz), warb in Düsseldorf für die Komplettbearbeitung in einer Aufspannung: »Sie erleichtert oft das Erreichen von engen Lagetoleranzen und reduziert Produktionsliegezeiten, die normalerweise beim Verketten mehrerer Maschinen entstehen. Hartdrehen und Rundschleifen können hinsichtlich Bearbeitungszeit, Qualität und Prozessstabilität individuell und nach ihren jeweiligen Stärken eingesetzt werden. Wenn man dann das Potenzial zusammenführt und die Grenzen kompensiert, dann lohnt sich die Kombibearbeitung.«

Doch es gäbe keine Ideallösung, die Entscheidung für die Kombination der Verfahren oder eine Einzelbearbeitung hänge sehr individuell vom Anwendungsfall ab. »Bei kleinen Stückzahl wird eher gedreht als geschliffen«, berichtete Gerber aus der Praxis.

Die Qualität aller dieser Bearbeitungsverfahren lässt sich nur mit sehr genauer Messtechnik überprüfen: Beispielsweise mit Geräten der Nanofocus AG aus Oberhausen, bei der hochpräzise optische 3D-Messsysteme und Software zur Charakterisierung von technischen Oberflächen entstehen. Laut Vorstand Jürgen Valentin ermöglichen sie »eine äußerst schnelle, berührungslose und einfache Messung der 3D-Topografie mit Auflösungen im Mikro- und Nanometerbereich«.

Auf dem Seminar stellte der gelernte Werkstoffprüfer und ehemalige Siemensianer konfokal-optische Verfahren zur präzisen und schnellen optischen Oberflächenmessung von gleitgeschliffenen Bauteilen vor. »Die Anforderungen an die Messgenauigkeit und Wiederholbarkeit liegen bei hochpolierten gleitgeschliffenen Bauteilen im Sub-Nanometerbereich«, erläuterte Valentin.

»Herzstück des Messverfahrens ist eine integrierte konfokal-optische Filtereinheit, die mit einem hochpräzisen und schnellen Fokussiermodul kombiniert wird. Die verwendete Filtereinheit zeichnet sich durch eine extrem streulichtarme und robuste Signalgebung aus.« Für das berührungslose Messen spreche im Vergleich zu taktilen Verfahren, dass hier keine Tastnadel zum Einsatz komme, die – etwa beim Erfassen der Rauigkeit von bestimmten Oberflächen – auch schon mal »gerne ausweicht«.

Valentin wies auf eine Spezialität der Oberhausener hin. Die Ergebnisse der nach VDI/VDE-Richtlinie 2655 abgenommenen und nach internationalen Standards zertifizierten und kalibrierten Messgeräte sind rückführbar. Das ermögliche das Auditieren von Prozessen etwa innerhalb der FDA-Regulation – eine Voraussetzung von anspruchsvollen Branchen wie der Medizintechnik. »Ich muss das Gemessene auf Standards und Normale rückführen können«, erklärte der Vorstand. »Dabei ist ein großer Vorteil der konfokalen Messtechnik, dass sie sehr profiltreu abbildet. Mein Tipp: Schauen Sie sich die Rohdaten an und vertrauen sich nicht irgendwelchen vorgefilterten Werten.«

www.vdw.de

  • In Kooperation mit dem VDW lud das Institut für Spanende Fertigung (ISF) der Technischen Universität Dortmund zum 6. Dortmunder Schleifseminar.

    In Kooperation mit dem VDW lud das Institut für Spanende Fertigung (ISF) der Technischen Universität Dortmund zum 6. Dortmunder Schleifseminar.

  • »Es lassen sich mit dem Microfinishen von HVOF-gespritzten Wolframkarbid-Schichten Rz-Werte kleiner 0,3 µ erreichen.« Sebastian Goeke, Institut für Spanende Fertigung

    »Es lassen sich mit dem Microfinishen von HVOF-gespritzten Wolframkarbid-Schichten Rz-Werte kleiner 0,3 µ erreichen.« Sebastian Goeke, Institut für Spanende Fertigung

  • »Wenn man dann das Potenzial zusammenführt und die Grenzen kompensiert, dann lohnt sich die Kombibearbeitung.« Mathias Gerber, stellvertretender Leiter Technologie bei der Fritz Studer AG

    »Wenn man dann das Potenzial zusammenführt und die Grenzen kompensiert, dann lohnt sich die Kombibearbeitung.« Mathias Gerber, stellvertretender Leiter Technologie bei der Fritz Studer AG

  • »Abweichungen zwischen dem kinematischen Idealmodell und der realen, individuellen Maschinenkinematik können immer und bei jeder Maschine ermittelt werden.« Dr. Markus Feldhoff, Leiter Anwendungstechnik bei Schütte Schleifmaschinen

    »Abweichungen zwischen dem kinematischen Idealmodell und der realen, individuellen Maschinenkinematik können immer und bei jeder Maschine ermittelt werden.« Dr. Markus Feldhoff, Leiter Anwendungstechnik bei Schütte Schleifmaschinen

  • »Die größten Fehler am Teil, die sich durch das Zentrumschleifen minimieren lassen, sind Lagefehler, insbesondere Achsversatze zwischen einzelnen Absätzen.« Dirk Löckmann, Entwicklungsleiter der Henninger GmbH u. Co. KG

    »Die größten Fehler am Teil, die sich durch das Zentrumschleifen minimieren lassen, sind Lagefehler, insbesondere Achsversatze zwischen einzelnen Absätzen.« Dirk Löckmann, Entwicklungsleiter der Henninger GmbH u. Co. KG

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