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18.06.2013

Nachhaltigkeit bringt Innovationsschub in Technik und Organisation

Alle reden von Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Dabei darf jedoch die Produktion nicht isoliert betrachtet werden. Nachhaltigkeit im Sinne der „Nutzung eines regenerierbaren Systems, so dass es in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt“ (Wikipedia), muss die gesamte Wertschöpfungskette im Blick haben. Die EMO Hannover 2013 wird zeigen, wie nachhaltiges Produzieren vom Rohstoff bis zum Recyceln globale Wettbewerbsfähigkeit sichert.

Hier geht es zum Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik der TU Braunschweig.

Hier geht es zur Nachhaltigkeitsinitiative "Blue Competence" von Wittenstein.

Hier geht es zur Sonderschau "Blue Competence - Engineering a better world" der EMO Hannover.

In der Forstwirtschaft gilt schon seit Jahrhunderten, dass nicht mehr Holz gefällt werden darf, als nachwachsen kann. Dieses natürliche Nachhaltigkeitsprinzip hält mit Macht Einzug in die moderne Produktionstechnologie und findet seinen Niederschlag augenfällig im Leitmotiv der EMO Hannover 2013 „Intelligence in Production“.

Denn „ökologische Effizienz ist für mehr und mehr produzierende Unternehmen die selbstverständliche Ergänzung der ökonomischen Effizienz“, meint auch apl. Prof. Dr.-Ing. Christoph Herrmann, Mitglied der Institutsleitung am Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik (IWF) der TU Braunschweig.

Veränderungen hin zu einer nachhaltigen Produktion, so Herrmann, „sind jedoch nur möglich, wenn der gesamte Produktlebensweg – von der Rohmaterialbeschaffung, der Teilefertigung und Montage, über die Nutzung bis hin zur Entsorgung – betrachtet wird“. Ohne diese Perspektive „werden schnell Potenziale übersehen oder schlimmer, Probleme nur von einer Lebensphase in eine andere verlagert“.

Denn wenn man von der gesamten Wertschöpfungskette spreche, „müssen wir von Anfang bis Ende oder in Produkt- und Materialkreisläufen denken“, erläutert Prof. Herrmann, am IWF Leiter der Abteilung Produkt- und Life-Cycle-Management und nebenbei auch noch Wissenschaftlicher Geschäftsführer und Vorstandsmitglied am Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF).

Innovativ, aber insolvent?

Natürlich bleibt die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens oberstes Ziel: „Green does not sell – grün allein verkauft sich nicht.“ Neben dem Preis müssen weiterhin Qualität und Funktion eines Produktes im Fokus stehen. Schwächen in diesen Bereichen können nicht durch eine ökologisch nachhaltige Produktion ausgeglichen werden.

Die Bedeutung von Nachhaltigkeit für Innovationen bringt Herrmann so auf den Punkt: „Innovation braucht in der Regel Treiber. Wir sehen schon heute, dass steigende Energiekosten viele neue technische und organisatorische Lösungen hervorbringen, sei es im Bereich neuer Fabrikkonzepte, effizienter Antriebe oder in der Messtechnik und im Energiemanagement.“

Bei richtig angewandter Nachhaltigkeit profitiere auch der Anwender – und zwar zweifach: „Zum einen erhält er ein Produkt, das nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch effizient produziert wurde. Da insbesondere für energiebetriebene Produkte ein erheblicher Anteil der Lebenszykluskosten und der Umweltauswirkungen mit der Nutzungsphase verbunden sind, profitiert er zum anderen davon, dass sein gekauftes Produkt im Vergleich zum Wettbewerb den geringsten Energie- und Hilfsstoffverbrauch hat – ohne Funktions- oder Qualitätseinbußen.“

Funktionierende Praxisbeispiele gefällig?

„Nehmen wir die Region Braunschweig,“ sagt Prof. Herrmann: „In der Nullemissionsfabrik der Firma Solvis werden 14 000 m² mit Büros, Lager und Produktionsbereichen zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien aus eigenen Anlagen versorgt. Eine ganzheitliche Sicht auf die Fabrik mit Gebäudehülle, technischer Gebäudeausrüstung sowie Maschinen und Anlagen sind hier vorbildlich umgesetzt.“ Das Unternehmen produziert unter anderem Solarheizsysteme und Holzpelletkessel und trägt auch über die eigenen Produkte zu einer nachhaltigen Entwicklung bei.

Ein anderes Beispiel aus der Region ist Volkswagen: „Mit der Initiative ‚Think Blue Factory’ werden alle Maßnahmen zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz gebündelt.“ Bis 2018 soll die Umweltbelastung um 25 Prozent reduziert werden. Ein ganz konkretes Beispiel ist der Energieweg im Werk Wolfsburg. Hier werden umgesetzte Maßnahmen für Mitarbeiter sichtbar gemacht. Natürlich, so Herrmann, „gibt es funktionierende Beispiele nicht nur in unserer Region.

Ein Projekt liegt dem Professor besonders am Herzen: „Die (grüne) Lernfabrik an der TU Braunschweig unterstützt den Transfer von Forschungsergebnissen in die betriebliche Praxis.“ Sie zielt auf praktische „Erlebbarkeit“ von Methoden, Werkzeugen und Technologien im Bereich Energie- und Ressourceneffizienz sowie die Sensibilisierung von Fach- und Führungskräften, aber auch von Studenten oder Auszubildenden als spätere Treiber und „Beeinflusser“.

  • Blick in die urbane Produktion der Zukunft der Fellbacher Wittenstein Bastian GmbH.

    Blick in die urbane Produktion der Zukunft der Fellbacher Wittenstein Bastian GmbH.

  • Philipp Guth (li.) und Michael Müller, beide Geschäftsführer der Wittenstein Bastian GmbH, Fellbach: Eine Fabrik in einen Ballungsraum zu integrieren, war eine große Herausforderung.

    Philipp Guth (li.) und Michael Müller, beide Geschäftsführer der Wittenstein Bastian GmbH, Fellbach: Eine Fabrik in einen Ballungsraum zu integrieren, war eine große Herausforderung.

  • Dr. Manfred Wittenstein, Vorstandsvorsitzender der Wittenstein AG: Wir haben hier in Fellbach eine Demonstrationsfabrik errichtet, in der wir  nach und nach exemplarisch die Konzepte von Industrie 4.0 integrieren wollen.

    Dr. Manfred Wittenstein, Vorstandsvorsitzender der Wittenstein AG: Wir haben hier in Fellbach eine Demonstrationsfabrik errichtet, in der wir nach und nach exemplarisch die Konzepte von Industrie 4.0 integrieren wollen.

  • Die (grüne) Lernfabrik an der TU Braunschweig unterstütz den Transfer von Forschungsergebnissen in die betriebliche Praxis.

    Die (grüne) Lernfabrik an der TU Braunschweig unterstütz den Transfer von Forschungsergebnissen in die betriebliche Praxis.

  • apl. Prof. Dr.-Ing. Christoph Herrmann, Mitglied der Institutsleitung  am Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik (IWF) der TU Braunschweig: Das Thema Umwelt als Treiber von Innovationen wird auf der EMO Hannover 2013 einen systematischen Rahmen bekommen.

    apl. Prof. Dr.-Ing. Christoph Herrmann, Mitglied der Institutsleitung am Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik (IWF) der TU Braunschweig: Das Thema Umwelt als Treiber von Innovationen wird auf der EMO Hannover 2013 einen systematischen Rahmen bekommen.

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Unternehmensinformation

Technische Universität Braunschweig Institut f. Werkzeugmaschinen u. Fertigungstechnik (IWF)

Langer Kamp 19b
DE 38106 Braunschweig
Tel.: 0531-391-7601
Fax: -5842

WITTENSTEIN AG

Walter-Wittenstein-Str. 1
DE 97999 Igersheim
Tel.: 07931 493-0
Fax: -200

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