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maschine+werkzeug 05/2015

Konkurrenz überflügelt

EXTRA Luft- und Raumfahrt

Fräsen - Die französische Galy Frères SAS nutzt für die prozesssichere Bearbeitung von großen Teilen für Flugzeugmotoren aus Inconel, Stahl oder Titan Hochvorschubfräser der Paul Horn GmbH.

Im Jahr 1971 haben die Brüder Philippe und Jean-Paul Galy damit begonnen, im Lohnauftrag Schweißarbeiten zu übernehmen. Ende der 1980er-Jahre stieg das Unternehmen mit Sitz in Pamiers, rund 70 Kilometer südlich von Toulouse (Frankreich), auf die Fräs- und Drehbearbeitung mit CNC-Maschinen um.

Zunächst produzierten sie Teile zumeist aus Stahl für die Luft- und Raumfahrt sowie den Energie-Sektor. Mit der Zeit wuchs das Unternehmen mit heute 46 hoch spezialisierten Mitarbeitern kontinuierlich. Seit 2010 bearbeitet Galy Frères ausschließlich Teile für Flugzeugmotoren.

Inconel und Titan

Die Kundenliste des Familienunternehmens liest sich wie das Who-is-who der Luft- und Raumfahrt-Zulieferer. Hauptkunde ist der französische Schmiedespezialist Aubert & Duval. Galy Frères produziert aber auch für General Electric, Rolls Royce, MTU und seit zwei Jahren für Krupp-Safran. »Wir sind in der Luft- und Raumfahrt groß geworden und haben uns mit der Zeit großes Know-how erworben«, sagt Generaldirektor Jérôme Arseguel.

Galy Frères hat sich neben Stahl und Titan auf die korrosionsbeständige Nickelbasislegierung Inconel spezialisiert. Inconel ist aufgrund seiner Beschaffenheit schwer zu bearbeiten und fordert entsprechend die Werkzeugtechnologie. Nach dem Fräsvorgang landen die Werkstücke zur Qualitätsprüfung im Ultraschall-Bad. Stimmen die Toleranzen von einem Hundertstel Millimeter, verlassen sie das Haus zur Weiterverarbeitung. Arseguel zeigt sich stolz: »Wir sind die einzige Firma in Frankreich, die diese Leistung für Inconel und Titan in einem Haus bietet.«

Die Kunden liefern die Rohlinge mit einem Gewicht zwischen fünf Kilogramm und einer Tonne nach Pamiers, wo Galy Frères sie auf insgesamt zwölf Maschinen unterschiedlicher Größe bearbeitet. Zwischen 300 und 1500 Millimeter betragen die Durchmesser der Werkstücke, die bis zu zwei Meter hoch sind. Die Teile-Parameter sind vorgegeben, und die Bearbeitung an den Komponenten erfolgt innen wie außen. Im Monat verlassen rund 150 Werkstücke die Produktionshalle. Die Fräswerkzeuge müssen ganze Arbeit leisten. In der Regel liegt der Materialabtrag vom Rohling bei 50 Prozent. Aber es geht auch mehr: Was als 200-Kilo-Koloss angeliefert wird, ›speckt‹ dann schon mal auf 20 Kilo ab. Damit solche Leistungen auf Dauer mit entsprechender Qualität und Prozesssicherheit gewährleistet bleiben, entschied sich Galy Frères, seine Fräsleistungen weiter zu optimieren. Die Franzosen setzten bis dato Präzisionswerkzeuge eines deutschen und japanischen Wettbewerbers mit zufriedenstellenden Ergebnissen ein. »Unsere Kunden fordern gute Oberflächenqualität, weil die Komponenten im späteren Einsatz extremen Belastungen ausgesetzt sind. Wir haben deswegen bei den Fräswerkzeugen für die Bearbeitung großer Teile nach Prozessverbesserungen gesucht«, beschreibt Arseguel.

Als möglicher Lieferant kam der Tübinger Fräs- und Drehspezialist Paul Horn in Frage. »Horn-Produkte haben auch in der Groß-Bearbeitung einen guten Ruf«, begründet Arseguel seine Kontaktaufnahme auf einer Messe in Toulouse. Mit einer konkreten Herausforderung habe er sich an Horn gewandt und sehr schnell eine passende Antwort erhalten. Kurz nach der Messe startete Anwendungstechniker Dominique Berson von der französischen Horn-Niederlassung erste Tests bei Galy Frères. Zum Vergleich hat das Unternehmen Hochvorschubfräser eines weiteren, koreanischen Wettbewerbers herangezogen.

Die Tests liefen an verschiedenen Maschinen mit unterschiedlichen Materialien. »Für uns waren diese Versuche sehr wichtig, weil wir sehen konnten, was die Fräser an verschiedenen Werkstoffen in diversen Abmessungen leisten«, sagt Arseguel. Die Anforderungen von Galy Frères waren klar definiert. Die Werkzeuge sollten mit schnellem Vorschub arbeiten und gleichzeitig hohe Standzeiten ermöglichen. Ziel war, dabei die optimale Balance zu finden. Berson hat die gesamte Testphase vor Ort begleitet. Die persönliche Betreuung während der gesamten Projektphase sei sehr kompetent und auf Augenhöhe gewesen. Durch die Präsenz des Horn-Spezialisten habe das Unternehmen sehr viel Zeit gewonnen.

Bei den Tests mit einem Hochvorschubfräser mit 80 Millimeter Durchmesser vom System ›DAH‹ mit fünf Wendeschneidplatten ging Horn als klarer Sieger hervor. Die Horn-Lösung leistete eine Vorschubgeschwindigkeit von 330 Millimeter pro Minute. Der koreanische Wettbewerber mit vergleichbarem Produkt kam auf lediglich 288 Millimeter pro Minute. Die Fräser aus Tübingen erzielten in Inconel Schnittgeschwindigkeiten von 44 Metern pro Minute und waren damit um 50 Prozent schneller als das Vergleichsprodukt. Arseguel fasst zusammen: »Nach diesen Tests waren wir von den Horn-Fräsern restlos überzeugt.« Im Vergleich zur vorherigen Lösung mit Fräsern zweier Wettbewerber erzielen Galy Frères deutliche Zeit- und Produktivitätsvorteile. »Wir sind jetzt um 50 Prozent schneller und damit deutlich wirtschaftlicher. Außerdem sind die Standzeiten mit den Hochvorschubfräsern von Horn wesentlich höher«, freut sich Arseguel.

Die Frässpezialisten orderten die gesamte DAHM-Produktpalette von Horn mit Durchmessern zwischen 20 und 80 Millimetern samt den dazugehörigen Wendeschneidplatten mit Spezial-Beschichtung. Diese sind auf den Fräsern verschraubt. Die DAHM-Reihe ersetzt die vorherige Lösung in diesem Frässektor komplett.

  • Leistungsstarke Maschinen bei Galy Frères SAS fräsen große Werkstücke in einer Aufspannung.

    Leistungsstarke Maschinen bei Galy Frères SAS fräsen große Werkstücke in einer Aufspannung.

  • Hochvorschubfräser von Horn in verschiedenen Abmessungen sorgen beim französischen Fräs- und Drehspezialisten für deutliche Zeitvorteile.

    Hochvorschubfräser von Horn in verschiedenen Abmessungen sorgen beim französischen Fräs- und Drehspezialisten für deutliche Zeitvorteile.

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Unternehmensinformation

Paul Horn GmbH Hartmetall Werkzeugfabrik

Unter dem Holz 33-35
DE 72072 Tübingen
Tel.: 07071-7004-0
Fax: -72893

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