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10.09.2012

Komplettbearbeitung durch Technologieintegration

Die Werkzeugmaschinen-Hersteller zeigen auf der AMB 2012 Hybridtechnologien, Modulbauweise und Automatisierung, um den gestiegenen Anforderungen der Anwender gerecht zu werden.

Lösungen für Komplett- und Hartbearbeitung

Die Einschätzung aus der Wissenschaft wird bestätigt durch die Stimmen der Aussteller. So wird Emco unter anderem die Hyperturn-Maschinenbaureihe für die Komplettbearbeitung komplexer Werkstücke und eine überarbeitete Version des Fünf-Achs-Bearbeitungszentrum Linearmill 600 in den Mittelpunkt des Messeauftritts in Halle 5, Stand 5B34, stellen. Auch für MAG-IAS bildet die Technologieintegration einen Schwerpunkt des Messeprogramms in Halle 5, Stand 5A11. „Durch die Kombination komplementärer Bearbeitungstechnologien auf einer Maschinenplattform schaffen wir einen Mehrwert für unsere Kunden“, meint Winterstein. Als Beispiele nennt er das Honen auf Fräszentren oder das hauptzeitparallele Anfasen, Entgraten und Bohren auf Wälzfräsmaschinen. Außerdem werde man die Kompetenz als Lösungsanbieter inklusive hoch entwickelter Technologien, Prozess- und Anlagen-Knowhow betonen.

Die Kombination verschiedenster Bearbeitungstechnologien und Prozesse auf Basis von Standardmaschinen ist auch die Zauberformel bei Heller. Heller-Chef Klaus Winkler: „Wir beobachten aktuell den Trend zu sogenannten Multitasking-Maschinen und -Anlagen, wobei die Verwendung von flexiblen Standardprodukten kostengünstige Lösungen erlaubt.“

Ein aktuelles Beispiel zeigt Heller während der AMB 2012 auf Stand 5B55 in Halle 5 mit der neuen CP 8000 aus der Baureihe C für die Fräs-Drehbearbeitung, die über einen Arbeitsraum mit den Abmessungen 1250 x 1200 x 1400 Millimeter verfügt. Auf den Werkzeug- und Formenbau konzentriert man sich bei Röders, einem Spezialisten für die HSC-Bearbeitung in Soltau. Deshalb werde man auf der AMB 2012 (Halle 9, Stand 9C 58) die Hartbearbeitung zum Schwerpunkt machen. „Daneben zeigen wir die Fertigung von Zahnrädern in kleinen Serien und Einzelstücken und Automatisierungslösungen für die immer stärker im Fokus stehende Wirtschaftlichkeit, die individuell auf die Bedürfnisse unserer Kunden abgestimmt werden können“, kündigt Vertriebsleiter Dr.-Ing. Oliver Gossel an.

Der Trend zu hochfesten Materialien stellt auch Sägemaschinenhersteller vor ähnliche Herausforderungen wie die Werkzeugmaschinenhersteller. Behringer reagiert zum Beispiel mit Hochleistungssägetechnik. „Das bedeutet für uns nicht nur schwer zerspanbare Materialien trennen zu können, sondern diese auch noch in rasantem Tempo zu zerspanen“, sagt Geschäftsführer Christian Behringer. So lasse sich beispielsweise die Hochleistungssäge HBM540A mit dem Speed-Cutting-Kit (SC-Kit) aufrüsten.

„Das Ergebnis sind höhere Schnittleistungen, bis zu siebenfach reduzierte Zykluszeiten, ein konstant hoher Spanabtrag, saubere Schnittoberflächen und kurze Reststücke“, so Behringer. Speziell für das Trennen hochlegierter, wärmebeständiger Stähle mit mehr als 1200 Newton pro Quadratmillimeter stelle die Tochtergesellschaft Eisele auf dem Behringer-Stand 6B32 in Halle 6 der AMB 2012 zudem die HCS 160 vor. „Sie bildet die ideale Mischung aus vielfach bewährter Sägetechnologie, verbunden mit einem hohen Maß an Variabilität und Anpassungsfähigkeit“, so Behringer weiter.

Während auf der einen Seite die Anforderungen ständig steigen, verlangen auf der anderen Seite die Märkte mit den aktuell höchsten Wachstumsraten nach bezahlbaren Serienmaschinen. Die These, dass vor allem die aufstrebenden BRIC-Staaten einfachere und damit günstigere Maschinen verlangen, bezweifelt Gossel allerdings. „Es gibt in China eine ganz klare Strategie, die optimale Technik und nicht die vordergründig billigsten Maschinen einzusetzen.“ Der Sägenhersteller Behringer ist hingegen der Auffassung, dass beide Tendenzen vorhanden sind.

„In Schwellenländern heißt die Devise einerseits weniger Automatisierung, weniger Komplexität und schnell erlernbare Handhabung, andererseits werden aber auch in diesen Ländern technologisch hochwertige Maschinen für schwierige oder vielschichtige Aufgaben benötigt“, entgegnet Behringer. Ähnlich sieht man das bei MAG-IAS. „Unsere Strategie schließt schon seit Jahren die abweichenden Anforderungen an Werkzeugmaschinen in den unterschiedlichen Märkten mit ein“, erklärt Winterstein.

Zum einen schaffe man den Spagat mit modularen Maschinenkonzepten, die flexibel skalierbar seien. „Andererseits setzen wir dort, wo es sinnvoll ist, auch auf lokale Produktion in den Zielmärkten“, so Winterstein. Man produziere beispielsweise in Changchun Maschinen, die ideal auf die Bedürfnisse in Wachstumsmärkten wie China, Indien und Russland zugeschnitten sind. Ebenfalls auf ein modulares Baukastenprinzip setzt Schönherr: „Damit gelingt es sowohl maßgeschneiderte Maschinen für spezifische, hochinnovative Bearbeitungen wie Komplett- und Titanbearbeitung zu konfigurieren, als auch seriennahe Maschinen herzustellen.“ Bei Index/Traub (Halle 3, Stand 3C52) sieht man auf der AMB 2012 sogar den Markt für eine eigens entwickelte Universaldrehmaschine. „Die neue IT600, die wir ab 2013 anbieten, wird ihren Einsatz bei weniger komplexen Anwendungen finden“, sagt Hammerl.

  • Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer VDWIm ersten Halbjahr ist der Auftragseingang in der Werkzeugmaschinenindustrie um 13 Prozent gesunken. Das war aufgrund des hohen Vorjahresniveaus zu erwarten und signalisiert eine Normalisierung der Bestelltätigkeit.

    Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer VDWIm ersten Halbjahr ist der Auftragseingang in der Werkzeugmaschinenindustrie um 13 Prozent gesunken. Das war aufgrund des hohen Vorjahresniveaus zu erwarten und signalisiert eine Normalisierung der Bestelltätigkeit.

  • Rainer Hammerl, Geschäftsführer Traub/IndexDie Auftragseingänge sind zwar niedriger als im Vergleichszeitraum des Jahres 2011, aber wir haben keine Auslastungsprobleme und blicken vorsichtig optimistisch in das Jahr 2013.

    Rainer Hammerl, Geschäftsführer Traub/IndexDie Auftragseingänge sind zwar niedriger als im Vergleichszeitraum des Jahres 2011, aber wir haben keine Auslastungsprobleme und blicken vorsichtig optimistisch in das Jahr 2013.

  • Martin Winterstein, Marketingchef MAG-IASEs zeigt sich, dass der extreme Nachfrageboom, vor allem aus der chinesischen Automobilindustrie, sich auf ein gutes Niveau einpendelt.

    Martin Winterstein, Marketingchef MAG-IASEs zeigt sich, dass der extreme Nachfrageboom, vor allem aus der chinesischen Automobilindustrie, sich auf ein gutes Niveau einpendelt.

  • Prof. Dr.-Ing. Eberhard Abele, Institutsleiter PTWDie nächsten Jahre werden im Luftfahrtbereich durch Verbundmaterialien, aber auch durch die Zunahme von Titanwerkstoffen gekennzeichnet sein. Die Bearbeitung dieser Werkstoffe erfordert neue Werkzeugtechnologien, insbesondere auch neue Werkzeugmaschinenkonfigurationen, die für die Bearbeitung dieser Materialien optimiert worden sind.

    Prof. Dr.-Ing. Eberhard Abele, Institutsleiter PTWDie nächsten Jahre werden im Luftfahrtbereich durch Verbundmaterialien, aber auch durch die Zunahme von Titanwerkstoffen gekennzeichnet sein. Die Bearbeitung dieser Werkstoffe erfordert neue Werkzeugtechnologien, insbesondere auch neue Werkzeugmaschinenkonfigurationen, die für die Bearbeitung dieser Materialien optimiert worden sind.

  • Klaus Winkler, Geschäftsführer Gebrüder Heller MaschinenfabrikWir beobachten aktuell den Trend zu sogenannten Multitasking-Maschinen und -Anlagen, wobei die Verwendung von flexiblen Standardprodukten kostengünstige Lösungen erlaubt.

    Klaus Winkler, Geschäftsführer Gebrüder Heller MaschinenfabrikWir beobachten aktuell den Trend zu sogenannten Multitasking-Maschinen und -Anlagen, wobei die Verwendung von flexiblen Standardprodukten kostengünstige Lösungen erlaubt.

  • Dr.-Ing. Oliver Gossel, Vertriebsleiter RödersEs gibt in China eine ganz klare Strategie, die optimale Technik und nicht die vordergründig billigsten Maschinen einzusetzen.

    Dr.-Ing. Oliver Gossel, Vertriebsleiter RödersEs gibt in China eine ganz klare Strategie, die optimale Technik und nicht die vordergründig billigsten Maschinen einzusetzen.

  • Christian Behringer, Geschäftsführer Behringer und Behringer Eisele In Schwellenländern heißt die Devise einerseits weniger Automatisierung, weniger Komplexität und schnell erlernbare Handhabung, andererseits werden aber auch in diesen Ländern technologisch hochwertige Maschinen für schwierige oder vielschichtige Aufgaben benötigt.

    Christian Behringer, Geschäftsführer Behringer und Behringer Eisele In Schwellenländern heißt die Devise einerseits weniger Automatisierung, weniger Komplexität und schnell erlernbare Handhabung, andererseits werden aber auch in diesen Ländern technologisch hochwertige Maschinen für schwierige oder vielschichtige Aufgaben benötigt.

  • Dr. Stefan Hansch, Geschäftsführer Emco Group Tendenziell sind es eher die größeren Unternehmen, die bereit sind, in Wartung und damit in Produktionssicherheit zu investieren. Bei den meisten kleineren Produktionsbetrieben muss sich dieses Bewusstsein noch entwickeln.

    Dr. Stefan Hansch, Geschäftsführer Emco Group Tendenziell sind es eher die größeren Unternehmen, die bereit sind, in Wartung und damit in Produktionssicherheit zu investieren. Bei den meisten kleineren Produktionsbetrieben muss sich dieses Bewusstsein noch entwickeln.

  • Micaela Schönherr, Geschäftsführerin Niles-Simmons IndustrieanlagenServicedienstleistungen haben sich zu einer wichtigen Kerngröße entwickelt und werden zukünftig wettbewerbsentscheidend sein, wobei Leistungsbündel aus integrierten Sach- und Dienstleistungen im Vordergrund stehen werden.

    Micaela Schönherr, Geschäftsführerin Niles-Simmons IndustrieanlagenServicedienstleistungen haben sich zu einer wichtigen Kerngröße entwickelt und werden zukünftig wettbewerbsentscheidend sein, wobei Leistungsbündel aus integrierten Sach- und Dienstleistungen im Vordergrund stehen werden.

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