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maschine+werkzeug 07/2016

Karzle & Maschinen

Maschinen

Bearbeitungszentren - Räucherkerzen, Maschinenbau und eine Schauwerkstatt sind die Geschäftsfelder von Jürgen Huss im sächsischen Neudorf. Die erste Mazak-Maschine für die mechanische Fertigung kam eher zufällig ins Unternehmen, heute stehen 16 Bearbeitungszentren des japanischen Herstellers im Maschinenpark.

Aufbruchstimmung im Osten

Die Übernahme einer Leichtmetallgießerei im benachbarten Annaberg durch die Biberacher Firma Handtmann brachte auch für Huss einen Schub. Er wurde gefragt, ob er Arbeit brauche. »Damals hatte ich noch sechs kleine Kinder im Haus und musste nicht lange überlegen«, erinnert sich Jürgen Huss. Zu der Zeit hatte er bereits ein altes Sägewerk gepachtet, in dem er zusammen mit seinem Vater mehr machen konnte als in der heimischen Garage, in der alles begann. Huss stellte die ersten Mitarbeiter ein: »Das waren ältere, aber gut ausgebildete Leute – eine überalterte, aber fachlich sehr kompetente Mannschaft.«

Im Zuge der Sanierung von Heizungen boomte das Umrüsten. Huss stieg in die Aluminiumbearbeitung ein. Verlangt war die Kaltumformung dickwandiger Teile. Die Systeme bestanden im Wesentlichen aus dichten Rohren, die eine Muffe brauchten. Huss löste die Aufgabe mit einer umgebauten Drehmaschine über zugeführte Wärme und einen Exzenter. In Spitzenzeiten wurde dreischichtig produziert. Die Geschäftsbeziehung zu Handtmann blieb auch bestehen, als der Heizungsmarkt gesättigt war. Es folgten Massenteile vorwiegend für den Bereich Automotive. Gleitschleifen war gefragt, etwas später auch Bohrungen und Gewinde. Diesmal baute Huss eine Bohrmaschine um und bastelte eine geeignete Vorrichtung.

Mit der Nachfrage nach Fräsbearbeitungen setzte die Spirale des Wachstums ein. Huss hatte eine Einstellung dazu: »Ich hatte den Anspruch, die mir anvertrauten Arbeiten gut und richtig zu machen. Nur mit den konventionellen Maschinen konnte das nicht weitergehen. Also musste eine CNC-Fräsmaschine her. Wir hatten da zwar keinen konkreten Auftrag, wussten aber, wo wir hinwollten.« Die erste CNC-Maschine war eine Cincinnati. Gefertigt wurden anfangs Kühlerteile für Schiffsmotoren. Damit die Fertigung der Rohrböden schnell er ging, standen drei Bediener an einer Maschine. »Roboter hatten wir nicht«, erklärt Huss.

Er blieb auch Zulieferer, als dieser Auftraggeber von einem Stuttgarter Unternehmen aufgekauft wurde. Mit ihm kamen anspruchsvollere Aufgaben, die Huss auch technisch bedienen musste. Um neue Maschinen aufstellen zu können, wurde 1999 eine große Werkhalle gebaut. Eher zufällig setzte Huss beim Fräsen schon früh auf Maschinen von Mazak. Bei der ersten Maschine folgte er der Empfehlung eines neuen Mitarbeiters, der Erfahrungen mit Mazak mitbrachte. Als der Maschinenpark wuchs, kamen weitere Mazak-Maschinen hinzu. Inzwischen tragen 16 von 22 Maschinen in Neudorf das Mazak-Logo. »Meine Strategie war es, mit möglichst wenig Herstellern und Steuerungen zu arbeiten«, erläutert Huss und lässt durchblicken, dass er mit den japanischen Fräszentren durchaus zufrieden ist. Nacheinander kamen Drei-Achs-, Vier-Achs- und Fünf-Achs-Maschinen ins Werk. Dafür entstanden weitere Hallen und Anbauten.

Anfangs gab es noch die Direktive, jeder Mitarbeiter in der Fertigung müsse sein eigener Konstrukteur sein. Mit größerer Beschäftigtenzahl hielt allerdings auch hier eine gezielte Aufgabenverteilung Einzug. Immerhin ist die einstige Garagenfirma heute ein Unternehmen mit über 80 Mitarbeitern. Mehr als die Hälfte davon programmiert an der Mazatrol-Steuerung, vertraut mit der Steuerung sind alle. Vieles wird bis heute direkt an der Maschine gemacht, allerdings kommt bei komplexeren Aufgaben CAD/CAM ins Spiel. Verstärkt soll künftig auch Handlingtechnik in der Fertigung Einzug halten.

  • Mit der neuen Mazak Variaxis i-700 (vorne) konnte Huss seine Fertigungskapazität erweitern.

    Mit der neuen Mazak Variaxis i-700 (vorne) konnte Huss seine Fertigungskapazität erweitern.

  • Ein Zweifach-Palettenwechsler reduziert die Nebenzeiten.

    Ein Zweifach-Palettenwechsler reduziert die Nebenzeiten.

  • Bei der Endbearbeitung solcher Kühler aus Aluminium ist vor allem Prozesssicherheit gefragt.

    Bei der Endbearbeitung solcher Kühler aus Aluminium ist vor allem Prozesssicherheit gefragt.

  • Um die Teile möglichst trocken bearbeiten zu können, wurde die Variaxis i-700 mit Minimalmengenschmierung ausgestattet.

    Um die Teile möglichst trocken bearbeiten zu können, wurde die Variaxis i-700 mit Minimalmengenschmierung ausgestattet.

  • In der Fertigung (v.l.): Schichtführer Johnny Cassens und Produktionsleiter Rico Köhler mit Mazak-Vertriebsingenieur Andreas Fischer.

    In der Fertigung (v.l.): Schichtführer Johnny Cassens und Produktionsleiter Rico Köhler mit Mazak-Vertriebsingenieur Andreas Fischer.

  • Firmenchef Jürgen Huss: »Wir zerspanen alles, was irgendwie einen Span hergibt.«

    Firmenchef Jürgen Huss: »Wir zerspanen alles, was irgendwie einen Span hergibt.«

  • Überwiegend Mazak: 16 Maschinen des japanischen Herstellers stehen mittlerweile in der mechanischen Fertigung bei Huss in Sehmatal-Neudorf.

    Überwiegend Mazak: 16 Maschinen des japanischen Herstellers stehen mittlerweile in der mechanischen Fertigung bei Huss in Sehmatal-Neudorf.

  • Erleichtert das Rüsten: Palettenwechsler an der Variaxis i-700.

    Erleichtert das Rüsten: Palettenwechsler an der Variaxis i-700.

  • Eine erste Verbindung zwischen Räucherkerzen und Metallbearbeitung schaffte Jürgen Huss mit kleinen Öfen zum Abbrennen der Kegel.

    Eine erste Verbindung zwischen Räucherkerzen und Metallbearbeitung schaffte Jürgen Huss mit kleinen Öfen zum Abbrennen der Kegel.

  • Für das Loch in den Kerzen soll eine Sondermaschine gebaut werden.

    Für das Loch in den Kerzen soll eine Sondermaschine gebaut werden.

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Unternehmensinformation

HUSS Maschinenbau GmbH

Gewerbegebiet 11/13
DE 09465 Sehmatal-Neudorf
Tel.: +49 - 37342 - 8809 0
Fax: +49 - 37342 - 8809 18

YAMAZAKI MAZAK Deutschland GmbH

Esslinger Straße 4-6
DE 73037 Göppingen
Tel.: 07161-675-0
Fax: -273

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