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maschine+werkzeug 03/2009

Haas, ein trojanisches Pferd?

Der ersten Maschine folgten weitere

Um die spanende Fertigung hat die Firma Wanner-Technik lange einen Bogen gemacht. Entsprechende Teile für die Produktion ihrer Schneidmühlen stellten Zulieferer her. Im Laufe der Zeit erwies es sich aber als einfacher und günstiger, die Metallteile selber zu produzieren. Gute Erfahrungen hat das Unternehmen dabei mit Maschinen von Haas gemacht wobei der Anfang durchaus kurios war.

Hosenknöpfe sind ein recht krasses Beispiel: Bei ihrer Herstellung gelangen 20 Prozent des Materials ins Produkt, die restlichen 80 Prozent entfallen auf den Anguss. Das Verhältnis ist hier deshalb so ungünstig, weil für das Spritzgießen der vielen kleinen Teile lange Verteiler nötig sind. Bei jedem ›Schuss‹ wird daher weit mehr Ausschuss produziert als Knöpfe.

Die Firma Wanner aus Wertheim sorgt mit ihren Produkten dafür, dass dieser Kunststoff kein Abfall bleibt, sondern sofort zurück in den Produktionsprozess gelangt. Dazu werden der Anguss, Fehlprodukte oder Ausschuss aus der Produktion in Mühlen zerkleinert.

Wanners Hauptprodukt sind Beistellmühlen, die direkt an der Spritzgussmaschine stehen, sowie kleinere Zentralmahlanlagen zur Zerkleinerung von Kunststoffen. Begonnen hatte die Firma als Ingenieurbüro mit angeschlossener Fertigung. Hergestellt wurde zunächst alles Mögliche: Motorwickelmaschinen, Roboter, Schneidmühlen und anderes mehr – allerdings immer in kleinen Losgrößen oder Einzelfertigung. »Von all den Produkten, die Wanner früher gefertigt hat, sind nur die Schneidmühlen übrig geblieben«, schildert Dostmann die Entwicklung.

Bei der Peripherie für Spritzgussmaschinen zeichnete sich ein wachsendes Potenzial ab. Hier waren früher nur größere Zentralmühlen im Einsatz. Mitarbeiter sammelten Abfälle und Angüsse, brachten sie zur zentralen Zerkleinerungsstelle, trockneten das Granulat, trugen es zurück zur Maschine und mischten es der Neuware bei. Die Wanner’sche Beistellmühle setzt diesem aufwendigen Arbeitsablauf eine vollautomatische Lösung entgegen: Ein Roboter nimmt Anguss heraus, wirft ihn in die Mühle, die Schneidmühle zerkleinert ihn, ein Fördergerät saugt das Granulat wie ein Staubsauger wieder nach oben und der Kreislauf geht mit dem Spritzgießen wieder von vorne los.

»Wir hatten damals den Vorteil, dass die entsprechenden Firmen überall Erstinvestitionen für Automatisierungslösungen tätigten«, sagt Dostmann. Nach den Basisausstattungen gab es immer mehr Nachfragen nach kundenspezifisch angepassten Maschinen. Bis dahin hatte sich Wanner auf Montage- und Schweißarbeiten beschränkt. Alles was mit Zerspanung zu tun hatte, lief ausschließlich über Zulieferer. »Teile extern fertigen zu lassen, erforderte einen hohen Abstimmungsaufwand. Außerdem wurde das auch zu einem Preisproblem«, begründet Dostmann den zwangsläufigen Einstieg in die eigene Zerspanung.

  • Ausschuss der Kunststoffproduktion, wie etwa dieses Spielzeugteil ...

    Ausschuss der Kunststoffproduktion, wie etwa dieses Spielzeugteil ...

  • ... wie auch Anguss aus dem Spritzgießen...

    ... wie auch Anguss aus dem Spritzgießen...

  •  ... werden in den Schneidmühlen zerkleinert und gleich wieder dem Herstellungsprozess zugeführt.

    ... werden in den Schneidmühlen zerkleinert und gleich wieder dem Herstellungsprozess zugeführt.

  • Um möglichst viele Teile für die Schneidmühlen selber herstellen zu können, begann Wanner mit der CNC-Fertigung.

    Um möglichst viele Teile für die Schneidmühlen selber herstellen zu können, begann Wanner mit der CNC-Fertigung.

  • Die Werkshalle füllte sich im Laufe der Zeit mit immer mehr Maschinen des US-Herstellers Haas.

    Die Werkshalle füllte sich im Laufe der Zeit mit immer mehr Maschinen des US-Herstellers Haas.

  • Ralph Dostmann, Martin Hildenbrand (beide Wanner), Steffen Brück, Olaf Hartmann (beide Haas), Dieter Scheurich, Klaus Friedlein (beide Wanner, von links).

    Ralph Dostmann, Martin Hildenbrand (beide Wanner), Steffen Brück, Olaf Hartmann (beide Haas), Dieter Scheurich, Klaus Friedlein (beide Wanner, von links).

  • Bei der Produktion von Schneidmühlen kommt Wanner mit wenigen Werkzeugen aus. Die Magazine der meisten Maschinen sind dafür eigentlich überdimensioniert.

    Bei der Produktion von Schneidmühlen kommt Wanner mit wenigen Werkzeugen aus. Die Magazine der meisten Maschinen sind dafür eigentlich überdimensioniert.

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Tel.: 09342-3088-0
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