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02.04.2020

Gestörte Lieferketten im Maschinenbau durch die Corona-Pandemie

Eine zweite aktuelle Umfrage des VDMA zeigt, dass der Maschinenbau die Folgen der Corona-Pandemie mit zunehmender Wucht zu spüren bekommt. Der Anteil der Unternehmen, deren Betriebsablauf beeinträchtigt ist, stieg innerhalb von zwei Wochen von 60 auf 84 Prozent. An der Umfrage beteiligten sich 965 Mitgliedsfirmen.

Fast jeder zweite betroffene Betrieb (45 Prozent) leidet unter „gravierenden“ oder „merklichen“ Störungen entlang der Lieferketten. Lediglich 5 Prozent blieben bisher verschont. „Mit der Ausbreitung des Virus nehmen logischerweise auch die Probleme in den Betrieben zu. Teile und Komponenten, die vor einigen Wochen in Asien bestellt wurden, sind nicht in den hiesigen Werken angekommen. Hinzu kommen Ausfälle europäischer, auch deutscher Lieferanten. Das führt zu spürbaren Produktionsbelastungen und auch Produktionsausfällen“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.

  • Der Anteil der Unternehmen, deren Betriebsablauf beeinträchtigt ist, stieg innerhalb von zwei Wochen von 60 auf 84 Prozent. Bild: VDMA

    Der Anteil der Unternehmen, deren Betriebsablauf beeinträchtigt ist, stieg innerhalb von zwei Wochen von 60 auf 84 Prozent. Bild: VDMA

  • Fast jeder zweite betroffene Betrieb (45 Prozent) leidet unter „gravierenden“ oder „merklichen“ Störungen entlang der Lieferketten. Lediglich 5 Prozent blieben bisher verschont. Bild: VDMA

    Fast jeder zweite betroffene Betrieb (45 Prozent) leidet unter „gravierenden“ oder „merklichen“ Störungen entlang der Lieferketten. Lediglich 5 Prozent blieben bisher verschont. Bild: VDMA

  • Störungen in der Lieferkette können zum Teil durch alternative Lieferanten abgefangen werden. Bild: VDMA

    Störungen in der Lieferkette können zum Teil durch alternative Lieferanten abgefangen werden. Bild: VDMA

  • „Die Lage in China und Südkorea scheint sich leicht zu entspannen. Zudem berichten viele Maschinenbauunternehmen über eine signifikante Zunahme der Bestellungen ihrer chinesischen Kunden”, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Bild: VDMA

    „Die Lage in China und Südkorea scheint sich leicht zu entspannen. Zudem berichten viele Maschinenbauunternehmen über eine signifikante Zunahme der Bestellungen ihrer chinesischen Kunden”, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Bild: VDMA

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Störungen der Lieferketten liegen laut aktueller Umfrage insbesondere in Italien (75 Prozent der Betroffenen), Deutschland (55 Prozent), China (51 Prozent), Frankreich (36 Prozent) und den USA (25 Prozent) vor. „Die Lage in China und Südkorea scheint sich allerdings leicht zu entspannen. Zudem berichten viele Maschinenbauunternehmen über eine signifikante Zunahme der Bestellungen ihrer chinesischen Kunden”, erläutert Wiechers.

Investitionsvorhaben werden gekürzt

Deutlich skeptischer sind die Maschinenbauer inzwischen auch hinsichtlich der zu erwartenden Umsatzeinbußen. Knapp 96 Prozent der Unternehmen rechnen 2020 mit Umsatzrückgängen, die sie im Verlauf des Jahres nicht mehr kompensieren können. Gut 60 Prozent hiervon beziffern diese Rückgänge auf 10 bis 30 Prozent. Um diese abzufangen, haben bereits drei Viertel der befragten Maschinenbauer Kapazitätsanpassungen vorgenommen, überwiegend über das Arbeitszeitkonto, aber auch in Form von Einstellungsstopps und Kurzarbeit. „Personalabbau – auch von Teilen der Stammbelegschaft – ist für 12 Prozent der Unternehmen bereits Thema“, erläutert Wiechers.

Knapp drei Viertel der Betriebe erwägen aufgrund unsicherer Geschäftsaussichten und Liquiditätsengpässen eine Kürzung ihrer Investitionsvorhaben für 2020, die Hälfte im Bereich 10 bis 30 Prozent und etwa ein Viertel im Umfang von mehr als 50 Prozent. „Hier nachzuhelfen, sprich: die Investitionen wieder in Gang zu bekommen, wird eine der drängendsten Aufgaben für die Zeit nach Corona sein”, betont der VDMA-Chefvolkswirt.

Unternehmensinformation

VDMA - Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.

Lyoner Straße 18
DE 60528 Frankfurt
Tel.: 069-6603-0
Fax: 069-6603-1511

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