nach oben
maschine+werkzeug 02/2016

Genauigkeit für den Getriebebau

Maschinen

Bohrwerk Mit normalen Bohrwerken lässt sich nicht immer die nötige Genauigkeit erreichen. Der Getriebehersteller RS-Getriebe entschied sich daher für das Genauigkeitsbohrwerk ›KCG 125‹ von Union Chemnitz. Die Maschine bildet die Brücke zwischen einem herkömmlichen und einem Lehrenbohrwerk.

Das Sonthofener Unternehmen RS-Getriebe stellt Sondergetriebe für unterschiedlichste Branchen her. Die individuell gefertigten Getriebe werden etwa in der Werkzeugmaschinen- oder Automobilindustrie eingesetzt. Um die Fertigungstiefe in der Produktion auszubauen, investierte der Hersteller in eine neue Werkzeugmaschine.

Das Unternehmen wollte die Fertigungsmöglichkeiten ausbauen und den Zukauf von Komponenten reduzieren. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass ein konventionelles Bohrwerk den Anforderungen bei RS-Getriebe nicht genügen würde. »Neben der Größe der Werkstücke und der Zerspanungsleistung war vor allem die Flexibilität ein wichtiger Faktor. Zum einen sollte ein großes Spektrum an Werkstücken bearbeitet werden können – neben Fräsaggregaten auch sämtliche Getriebegehäuse. Zum anderen benötigen wir hohe Genauigkeiten für die Fräskopfproduktion«, berichtet Geschäftsführer Thorsten Mehlhorn. Die Werkstücke müssen teilweise mit einer Genauigkeit von unter 0,005 Millimeter bearbeitet werden, was die Parallelität und Koaxialität von Flächen und Bohrungen betrifft.

»Auf einem herkömmlichen Bohrwerk sind die von uns geforderten Genauigkeiten ohne eine entsprechende Messstrategie nicht herstellbar,« erklärt Mehlhorn. »Mit der KCG 125 von Union Chemnitz fanden wir eine Lösung, die diese Genauigkeiten zuverlässig erreicht, ohne ein unverhältnismäßig kostenintensives Lehrenbohrwerk kaufen zu müssen.«

Das Genauigkeitsbohrwerk verbindet die Vorzüge eines klassischen Bohrwerkes mit denen einer Genauigkeitsmaschine. Die neue Werkzeugmaschine ist im Vergleich zu einem normalen Bohrwerk deutlich präziser. Gleichzeitig bietet sie eine hohe Flexibilität. Mit der Bohrspindel können sogar tief im Werkstück liegende Konturen bearbeitet werden.

Thomas Grimm, Vertriebsleiter von Union Chemnitz, erläutert die Entstehungsgeschichte des Genauigkeitsbohrwerkes: »Die KCG 125 basiert auf unseren bewährten Bohrwerken in Kreuzbettausführung. Nach vielen Detailoptimierungen und einem speziellen Thermomanagement haben wir ein Maschinenkonzept entwickelt, mit dem wir ein neues Marktsegment erschließen.«

Sowohl in Bezug auf Positions- als auch auf geometrische Genauigkeit wird eine hohe Präzision gewährleistet. Dafür sorgen der Einsatz von Linearführungen und handgeschabte Führungsbahnen sowie eine optimierte Verrippung für die verstärkte Steifigkeit von Maschinenbett und Ständer. Die erhöhte Tischstabilität ermöglicht ebenso wie die präzisionsgeschliffene Tischoberfläche die Bearbeitung anspruchsvollster Werkstücke. Darüber hinaus werden in allen Maschinenachsen Messsysteme eingesetzt.

»Für die thermische Stabilität der Maschine wurden verschiedene Optimierungen durchgeführt«, so Grimm. »Die Hybridlager in der Hauptspindel sind in Keramikausführung, und das Längenwachstum der Bohrspindel wird kompensiert.« Außerdem gibt es ein Kühlmittelaggregat mit Heiz- und Kühleinrichtung, eine temperaturgeführte Getriebeölkühlung, wassergekühlte Hauptspindel- und Y-Achsenantriebe und einen gekühlten Spindelkasten.

Seit März 2015 ist das neue Genauigkeitsbohrwerk in Sonthofen in Betrieb. Neben den Gehäusen von Fräsaggregaten werden damit sämtliche Getriebegehäuse bearbeitet. Auch Getriebegrößen mit einem Volumen von 1,5 bis zwei Quadratmeter und Gewichten bis sechs Tonnen können jetzt dort hergestellt werden.

Eine besondere Herausforderung an das Bohrwerk war die breite Palette an zu bearbeitenden Werkstoffen. Entsprechend stattete Union Chemnitz das Genauigkeitsbohrwerk mit Möglichkeiten zur Nass- und Trockenbearbeitung aus. »Mit diesen beiden Bearbeitungsmodi können auf der Maschine sowohl Stahl- als auch Gusskörper bearbeitet werden«, freut sich der Union-Chemnitz-Vertriebsleiter.

Um gleichbleibende Temperaturen sicherzustellen, wurde das Bohrwerk mit einer klimatisierten Umhausung mit Dach und Absaugung ausgestattet. So herrschen auch bei großen Temperaturschwankungen in der Produktionshalle konstante Bearbeitungsbedingungen. Innerhalb der Klimaumhausung ist die Bedienbühne platziert. »Von hier aus ist der Arbeitsbereich gut zugänglich und der Prozess manuell überwachbar«, erklärt Mehlhorn.

 

  • Durch die Bohrspindel werden die Vorteile eines Bohrwerks beibehalten.

    Durch die Bohrspindel werden die Vorteile eines Bohrwerks beibehalten.

  • Gute Einsicht des Arbeitsraumes: einfache Bedienung vom klimatisierten Bedienraum aus.

    Gute Einsicht des Arbeitsraumes: einfache Bedienung vom klimatisierten Bedienraum aus.

1 | 0

Anzeige - das nächste Bild wird in Sekunden angezeigt - überspringen

Anzeige - das nächste Bild wird in Sekunden angezeigt - überspringen


Inhaltsverzeichnis
Dokument downloaden
Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren
keine Kommentare
Diesen Artikel kommentieren





Über die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten zum Zweck der Kommentierung von Inhalten informiert Sie unsere Datenschutzerklärung.
Webinar

Moderne Hochleistungswerkzeuge wie HPC-, HFC- und Kreissegmentfräser richtig einsetzen und über 60 Prozent Zeit sparen: Beim Schruppen, Vorschlichten und Schlichten, bei der 2,5D-, 3D-und simultanen 5-Achs-Bearbeitung.


Jetzt zum kostenfreien Tebis Webinar anmelden.

Weitere Informationen

Aktuelle Videos

IFW der Leibniz Universität Hannover : Spannen mit Gefühl


Zu den Videos

Newsletter

Sie wollen immer top-aktuell informiert sein? Dann abonnieren Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!

Hier kostenlos anmelden

Aktuellen Newsletter ansehen

Basics
Zur Übersicht aller Basics
Suchalert speichern
© Fotolia.com/Zerbor

Wir benachrichtigen Sie per E-Mail über neue Suchergebnisse zu Ihrer Suchanfrage. Speichern Sie hierzu einfach Ihre aktuelle Suchanfrage in Ihrem persönlichen Profil.


So geht's