nach oben
maschine+werkzeug 06/2017

Fräsen für die Raumzeit

Maschinen

Mikrofräsen - Der Maschinenbauer Kugler aus Salem am Bodensee hat mit der Herstellung von Referenzspiegeln für Airbus einen kleinen Teil zur Gravitationswellenforschung beigetragen.

Vor 100 Jahren postulierte Albert Einstein in seiner allgemeinen Relativitätstheorie die Existenz von Gravitationswellen. Einstein war überzeugt, dass man Gravitationswellen durch die Kleinheit des Effekts niemals direkt nachweisen können würde.

  • Lisa Technology Package Core Assembly mit den beiden Gold-Platin-Würfeln.2 Eine der beiden Flug-Testmassen des Lisa Technology Package nach Fertigstellung; der in Rohform silbrig erscheinende Gold-Platin-Würfel wurde nach der Bearbeitung bei Kugler in Salem mit einer Goldschicht bedampft.

    Lisa Technology Package Core Assembly mit den beiden Gold-Platin-Würfeln.

  • Eine der beiden Flug-Testmassen des Lisa Technology Package nach Fertigstellung; der in Rohform silbrig erscheinende Gold-Platin-Würfel wurde nach der Bearbeitung bei Kugler in Salem mit einer Goldschicht bedampft.

    Eine der beiden Flug-Testmassen des Lisa Technology Package nach Fertigstellung; der in Rohform silbrig erscheinende Gold-Platin-Würfel wurde nach der Bearbeitung bei Kugler in Salem mit einer Goldschicht bedampft.

  • Caging-Finger zum Halten der Gold-Platin-Würfel beim Handling, beim Start und bei der Reise des Satelliten. 4 Diamant-Einzahn-Kugelkopffräser mit 0,5 Millimetern Durchmesser. 5 Werkzeugverschleiß an einem 0,5 Millimeter großen Kugelkopffräser nach der Bearbeitung einer Iridiumkrone.

    Caging-Finger zum Halten der Gold-Platin-Würfel beim Handling, beim Start und bei der Reise des Satelliten.

  • Diamant-Einzahn-Kugelkopffräser mit 0,5 Millimetern Durchmesser.

    Diamant-Einzahn-Kugelkopffräser mit 0,5 Millimetern Durchmesser.

  • Werkzeugverschleiß an einem 0,5 Millimeter großen Kugelkopffräser nach der Bearbeitung einer Iridiumkrone.

    Werkzeugverschleiß an einem 0,5 Millimeter großen Kugelkopffräser nach der Bearbeitung einer Iridiumkrone.

1 | 0

Anzeige - das nächste Bild wird in Sekunden angezeigt - überspringen

Anzeige - das nächste Bild wird in Sekunden angezeigt - überspringen

Seit Ende der 1950er-Jahre war mit verschiedenen Systemen versucht worden, Gravitationswellen direkt nachzuweisen. Immerhin: Gegen Ende des Jahrtausends gab es mehrere indirekte Nachweise. Der erste erfolgte am Doppelpulsar PSR 1913+16 durch Russell Hulse und Joseph Taylor, die dafür 1993 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet wurden. In den vergangenen Jahren wurden speziell interferometrische Detektoren mit großen Basislängen gebaut, zum Beispiel ›Geo 600‹, ›Virgo‹ oder ›Ligo‹.

Ein Jahrhundert nach Einsteins Postulat, im Februar 2016, wurde die erste direkte Beobachtung von Gravitationswellen durch die Ligo-Detektoren bekanntgegeben und Albert Einsteins Theorie erneut bestätigt.

Das Unternehmen Kugler mit Sitz in Salem am Bodensee hat im Bereich der Gravitationswellenforschung einen kleinen, aber nicht unbedeutenden Beitrag geleistet. Die Ligo-Detektoren enthalten zwei optische Testkörper als Spiegel für den Interferometeraufbau. Diese Spiegel absorbieren einen kleinen Teil des Laserlichts des Interferometers und erwärmen sich dadurch lokal; die lokale Erwärmung führt zu einer Deforma-tion der Spiegel. Im Mai 2015 wurden die Ligo-Detektoren umgebaut und das Thermal Compensation System (TCS) integriert. Dieses TCS enthält im Durchmesser 229 und 254 Millimeter große Leichtgewichtsspiegel aus Kupfer, die Kugler gefertigt hat.

Ein weiterer Beitrag von Kugler zur Gravitationswellenforschung schwebt derzeit etwa 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt am Lagrange-Punkt L1. Es handelt sich hierbei um den Technologiedemonstrator für das Elisa-Satelliten-Projekt Lisa Pathfinder (LPF). Die Hauptnutzlast Lisa Technology Package (LTP) der Mission Lisa Pathfinder enthält zwei Würfel aus einer Gold-Platin-Legierung, die als frei schwebende Referenzspiegel eines hochgenauen Interferometers dienen. Beide Testmassen wurden im Auftrag von Airbus Defence and Space bei Kugler aus Rohblöcken gefertigt. Die Bearbeitungen wurden sowohl auf der Kugler-Mikrofräsmaschine ›Micromaster‹, als auch auf den ›Kugler Flycuttern‹ ausgeführt.


Inhaltsverzeichnis
Dokument downloaden
Unternehmensinformation

Kugler GmbH

Heiligenberger Straße 100
DE 88682 Salem, Baden
Tel.: 07553-9200-0
Fax: -45

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren
keine Kommentare
Diesen Artikel kommentieren





Newsletter

Sie wollen immer top-aktuell informiert sein? Dann abonnieren Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!

Hier kostenlos anmelden

Aktuellen Newsletter ansehen

Suchalert speichern
© Fotolia.com/Zerbor

Wir benachrichtigen Sie per E-Mail über neue Suchergebnisse zu Ihrer Suchanfrage. Speichern Sie hierzu einfach Ihre aktuelle Suchanfrage in Ihrem persönlichen Profil.


So geht's