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maschine+werkzeug 04/2016

Erfolg liegt in der Beschränkung

Maschinen

Fräsen - Hermle wird dreistellig. Unterhalb der zweistelligen Baureihe mit den Modellen C 12, C 22, C 32, C 42, C 52 und C 62 wurde eine weitere Baureihe mit der neuen C 250 begründet, welche die vor vier Jahren eingeführte C 400 ergänzt.

Der unerwartet große Erfolg der C 400, von der inzwischen über 600 Maschinen im Markt sind, hat den Maschinenbauer dazu motiviert, eine weitere derartige Maschine nachzuschieben. Erstmals gezeigt wurde die neue C 250 im Rahmen der Hausausstellung in Gosheim.

»Die Frage war, ob es Hermle gelingt, eine Maschine vorzustellen, die nicht ganz oben im High-End-Bereich angesiedelt ist«, erläutert Hermle Vorstand Franz-Xaver Bernhard die schon bei der C 400 gegebene Ausgangslage. Inzwischen ist klar, dass die Maschine nicht nur von Markt sehr gut aufgenommen wurde, sondern Hermle auch eine beträchtliche Zahl an Neukunden gebracht hat.

Bei der kleineren C 250 wurde daher auf die gleichen Entwicklungsziele gesetzt. Ein vergleichsweise schlanker Optionen-Katalog sorgt für einen schnellen Durchlauf durch Fertigung und Montage. »Der Erfolg liegt in der Beschränkung«, kommentiert Bernhard. Mit der C 250 verfolgt Hermle auch seine Gleichteilestrategie weiter. Für die neue Maschine werden zahlreiche Teile verwendet, die bereits für andere Modelle gefertigt werden und die nun durch noch größere Stückzahlen günstiger herzustellen sind. Bei Hauptspindel, Z-Schlitten, X-Schlitten und weiteren Komponenten setzt Hermle auf bereits Bewährtes.

Gewohnte Genauigkeit

Augenfälligster Unterschied gegenüber der zweistelligen Baureihe ist, dass die C 250 wie schon ihre größere Schwester mit einem einseitigen Antrieb auskommt anstelle der sonst bei Hermle üblichen zwei Antriebe beiderseits des Schwenktisches. Der links angebrachte Antrieb greift direkt auf das Zahnrad am Tischgehäuse zu. Die Genauigkeit sei ebenso hoch wie bei anderen Hermle-Maschinen, versichert Bernhard: »Wo Hermle draufsteht, ist auch Hermle drin.«

Die C 250 wird wie die C 400 in Hermle-bewährter modifizierter Gantryausführung ausgelegt und hat ein Maschinenbett in Mineralgussausführung. Der integrierte starre Aufspanntisch kann in der Drei-Achs-Ausführung Werkstücke bis max. 1.100 kg (600 x 550 x 450 mm) aufnehmen. Auf dem NC-Schwenkrundtisch bei der Fünf-Achs-Ausführung können Werkstücke bis max. 300 kg (Ø 450 x 355 mm) hochpräzise bearbeitet werden.

Die Verfahrwege im mit Edelstahl verkleideten Arbeitsraum betragen 600 x 550 x 450 mm bei einer Maulweite von 550 mm und einer Türöffnung von 688 mm. Das schafft optimale Bedingungen für eine einfache Beladung von vorne oder per Kran von oben. Die C 250 hat ein integriertes Werkzeugmagazin für 30 Werkzeuge. Optional können zwei Zusatzmagazine mit 50 oder 88 zusätzlichen Werkzeugplätzen adaptiert werden. Das Bedienpult lässt sich auch bei der C 250 einfach zur Werkzeugbeladestelle schwenken, so dass der Bediener die Werkzeugkenndaten direkt in die Werkzeugtabelle in der Steuerung eingeben kann.

Zu den Beschränkungen der Baureihe gehört, dass der Käufer einer C 250 bei der Steuerung keine Wahl hat. Die Maschine ist serienmäßig mit der Heidenhain TNC 640 ausgestattet. In die Steuerung integriert sind die sehr bewährten Hermle-eigenen Setups, die dem Bediener eine optimale Unterstützung bei der Bearbeitung verschiedenster Fräsoperationen ermöglicht. Auch der Einsatz von HIMS (Hermle Information-Monitoring-Software) ist an der C 250 gewährleistet. »Das Ergebnis hängt nicht nur von der Maschine oder der Steuerung ab, sondern von der Abstimmung«, erläutert Vorstand Bernhard. »Das ist unser Verständnis von Maschinenbau.« Die mechanischen Eigenschaften der Maschine seien auf die Steuerung abgestimmt.

Zur Philosophie von Hermle gehört auch, dass nicht nur eine Maschine verkauft wird, sondern ein Gesamtkonzept, zu dem auch die Betreuung des Kunden gehört. Im Servicefall steht das Hermle ›Wartungs-Diagnose-System‹ zur Verfügung, welches den Maschinenzustand kontinuierlich überwacht.

Für dieses Jahr plant Hermle die Produktion von 80 Stück der C 250. Die Drei-Achs-Version soll etwa 150.000 Euro kosten, der Preis für eine Fünf-Achs-Maschine wird mit unter 200.000 Euro angegeben. Damit ist die C 250 um etwa 30.000 bis 35.000 Euro günstiger als eine C 32. »Wenn nicht komplexe Bauteile die teurere Maschine erfordern, kann hier gespart werden«, so Franz-Xaver Bernhard. Wer sicher ist, immer nur kleine Teile zu fertigen, sei auch mit einer C12 gut bedient. Doch viele Hermle-Kunden wüssten heute nicht, was sie morgen fertigen müssten. Da bieten die C 250 und die C 400 Flexibilität.

Facelift bei Großmaschine

Neues gibt es auch am oberen Ende der Produktskala. Auf der Hausausstellung wurde die C 62 als überarbeitete Version der C 60 vorgestellt. Viel hat Hermle dabei nicht geändert, weshalb die technischen Daten im Wesentlichen identisch mit jenen des Vorgängermodells sind. Die interessanteste Neuentwicklung gibt es im Spindel-Bereich, wo Hermle nun standardmäßig eine drehzahlabhängige hydrostatische Lagervorspannung nutzt. Die neue Spindel soll höhere Zerspanleistungen ermöglichen, weil mit maximaler Drehzahl gefahren werden kann, ohne dabei ein Heißlaufen zu riskieren.

www.hermle.de

  • Das neue Bearbeitungszentrum C 250.

    Das neue Bearbeitungszentrum C 250.

  • Arbeitsraum der C 250 mit Schwenkrundtisch.

    Arbeitsraum der C 250 mit Schwenkrundtisch.

  •  Auf der Hausausstellung in Gosheim (v.l.): Hermle-Vorstände Alfons Betting und Franz-Xaver Bernhard, Marketingleiter Udo Hipp.

    Auf der Hausausstellung in Gosheim (v.l.): Hermle-Vorstände Alfons Betting und Franz-Xaver Bernhard, Marketingleiter Udo Hipp.

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Unternehmensinformation

Berthold Hermle AG Maschinenfabrik

Industriestraße 8-12
DE 78559 Gosheim
Tel.: 07426-95-0
Fax: -6109

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