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maschine+werkzeug 06/2009

Ein Spanbrecher namens Wasser

Technik_Maschinen

Bearbeitungszentren – Hoch belastbare Verbindungselemente für die Förderung von Erdöl werden aus Duplex-Stahl hergestellt. Pumpenbauer Frank Mohn Flatøy AS aus Norwegen setzt in deren Produktion auf ›Made in Germany‹ und Dörries-Scharmann-Maschinen mit besonderer Technik.

Als Swivel bezeichnet man Drehgelenk-Durchführungen zum Medientransport. In der Erdölförderung auf See stellen Swivel das Bindeglied zwischen Schiff und Rohrleitung dar. Diese müssen einen Bewegungsausgleich ermöglichen. Wegen der extremen Beanspruchungen – innen chemisch aggressives und mit Feststoffen durchsetztes Rohöl, außen salzhaltiges Meerwasser – fertigt Framo die Swivel aus Duplex-Stahl. Für Richard Sulen, Production Manager in Flatøy, war von Anfang an klar, dass Framo ein flexibles Fertigungskonzept braucht. Einerseits wollte er Standardmaschinen, andererseits ein spezifisches Konzept für die Swivel-Produktion.

Die realisierte Lösung besteht aus einem Scharmann BAZ und einer Dörries-Drehmaschine, die über ein gemeinsames Pallettierungssystem verkettet sind. Die Scharmann Ecocut ist im Gegensatz zur Dörries Contumat VCE-Drehmaschine nur circa ein Drittel der Zeit ausgelastet, da die Drehbearbeitung am Swivel überwiegt. Also muss jede Werkzeugmaschine, um wirtschaftlich zu sein, separat andere Werkstücke bearbeiten können. Von der Qualität des DST-Konzepts überzeugte sich Sulen mit einem Referenzbesuch in Schottland. »Wir haben dort gesehen, dass das von DST angebotene Konzept unseren Königsweg beschreibt: Die Integration von zwei Standardmaschinen und einer Palettenfördereinrichtung zu einem gemeinsamen System«, resümiert der Production Manager und fährt fort: »Da wir das Scharmann-BAZ in der Swivel-Produktion nur zu einem Drittel der Zeit im Vergleich zur Dörries VCE benötigen, bewährt sich die Stand-alone-Option hervorragend. Beide Maschinen stehen so in ihrer ›Freizeit‹ für andere Werkstücke zur Verfügung«.

Die Scharmann Ecocut 2Z/T1250 verfügt über einen Verfahrweg von 2000 mm in X-, 1600 mm in Y- und 1500 mm in Z-Richtung. Die Palettengröße beträgt 1250 x 1600 mm. Die Leistung der Hauptspindel beträgt 55 kW und bietet ein maximales Drehmoment von 4600 Nm. Über ein Pick-up-Magazin kann sie eine NC-gesteuerte Planscheibe adaptieren und so Drehoperationen bis zu einem Durchmesser von 1200 mm ausführen.

Die Antriebsleistung der Dörries Drehmaschine Contumat VCE 2000/180 MC FC beträgt 60 kW mit einem maximalen Drehmoment von 16900 Nm, ihr maximaler Drehdurchmesser beträgt 2000 mm. Ein Universalwinkelfräskopf kann für spezielle Bohr- und Fräsoperationen in den Stößel der Drehmaschine eingewechselt werden. Die Fertigungszelle arbeitet nach folgendem Prinzip: Zuerst führt die Drehmaschine alle Schrupparbeiten aus. Dann folgen im BAZ die Bohr- und Fräsoperationen. Anschließend kommen die Swivel-Bauteile zur Schlichtbearbeitung. Ist das Werkstück früher bis zu fünfmal umgespannt worden, genügt jetzt ein Umspannvorgang.

  • Bild 1: Ein Spanbrecher namens Wasser

    Bild 1: Ein Spanbrecher namens Wasser

  • Swivel stellen das Bindeglied zwischen Schiff und Rohrleitung zum Meeresboden dar.

    Swivel stellen das Bindeglied zwischen Schiff und Rohrleitung zum Meeresboden dar.

  • Als Verbindung zwischen den BAZ fungiert das Palettensystem: Während konventionell ein Werkstück bis zu fünf Mal umgespannt wurde, genügt jetzt ein Umspannvorgang mit entsprechend reduzierten Rüstzeiten.

    Als Verbindung zwischen den BAZ fungiert das Palettensystem: Während konventionell ein Werkstück bis zu fünf Mal umgespannt wurde, genügt jetzt ein Umspannvorgang mit entsprechend reduzierten Rüstzeiten.

  • 60 kW Antriebsleistung, 16.900 Nm maximales Drehmoment und 2.000 mm Drehdurchmesser sind charakteristische Daten der Drehmaschine Contumat VCE 2000/180 MCFC.

    60 kW Antriebsleistung, 16.900 Nm maximales Drehmoment und 2.000 mm Drehdurchmesser sind charakteristische Daten der Drehmaschine Contumat VCE 2000/180 MCFC.

  • Durch die Schnittwerkzeuge strömt das Kühlmittel auf den Rücken des ablaufenden Spans, bricht ihn und lässt so wesentlich höhere Schnittgeschwindigkeiten zu.

    Durch die Schnittwerkzeuge strömt das Kühlmittel auf den Rücken des ablaufenden Spans, bricht ihn und lässt so wesentlich höhere Schnittgeschwindigkeiten zu.

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