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maschine+werkzeug 07/2010

Die Schraube macht´s

EXTRA

Späneförderer – Das System des Govoni-Förderers beruht auf einer Schraube, welche sich auf der gesamten Länge in den Spänen befindet und diese durch Drehung in Längsrichtung transportiert. Zwei Beispiele aus Italien zeigen ganz unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten.

Als der Büchsenmacher Bartolomeo Beretta aus Venedig vor über 500 Jahren seine ersten Vorderlader baute, konnte der Meister den Abfall eines Arbeitstages vermutlich einfach mit dem Besen wegfegen. Die italienische Waffenschmiede befindet sich auch heute noch im Besitz der Familie: Ugo Gussalli Beretta führt die Geschäfte jetzt mit seinen Söhnen Pietro und Franco. Längst ist aus der Manufaktur ein modernes Industrieunternehmen geworden.

Mit 2600 Mitarbeitern macht Beretta einen Umsatz von über 400 Millionen Euro pro Jahr. Hatte das Werk Anfang des vorigen Jahrhunderts noch eine Fläche von 10000 Quadratmetern, so liegt sie heute bei über 108000 Quadratmetern. Mehr als 1000 Werkzeugmaschinen sind inzwischen im Einsatz, die meisten davon mit CNC-Steuerung und Automatisierung. Annähernd 1.500 Waffen verlassen Tag für Tag das Werk: Doppelläufige Jagd- und Sportbüchsen, semiautomatische Gewehre und Karabiner, Pistolen und Sturmgewehre unterschiedlicher Kaliber. Etwa 90 Prozent sind laut Beretta Sportwaffen.

Mit dem Wegfegen der Späne kommt man bei diesem Produktionsvolumen nicht weit. Im Gegenteil: Hier fallen außergewöhnlich große Spänemengen an, deren Entsorgung nach ausgefeilten Lösungen verlangt. Im Gegensatz zu vielen anderen zerspanenden Betrieben arbeitet Beretta die Bauteile hauptsächlich aus dem Vollen. Nur für wenige Komponenten kommen halbfertige Zwischenprodukte infrage, die durch Schmieden oder Feingießen entstehen.

Zwei wesentliche Bauteile der Waffen, das Gehäuse halbautomatischer Gewehre und den Schaft von Pistolen, fräst Beretta uns dem Vollen in Aluminium und erzeugt damit eine große Menge Späne. Im ersten Fall entsteht ein 600 Gramm schweres Fertigteil aus einem 1600 Gramm schweren Rohling, bei einem Pistolenschaft fallen 600 Gramm Späne an.

Zum Abtransport der Späne hat Beretta sich für ein System von Govoni mit der patentierten Schraubentechnologie entschieden. Das System, das im Wesentlichen aus einer einzigen Schraube besteht, transportiert die Späne durch ihre Drehung. Die Späne von mehreren Bearbeitungszentren gelangen auf diese Weise in einen zentralen Container.

»Die Entscheidung für die Anlage zum Spänetransport ist die Folge einer Serie von strategischen Entscheidungen, welche Beretta in den vergangenen Jahren getroffen hat«, erläutert Francesco Franzini, Leiter des Entwicklungsbereiches bei Beretta. Grundlegende Änderungen im produktiven Bereich seien notwendig gewesen, um eine Optimierung von Prozessen zu erzielen. Diese kontinuierliche Verbesserung wurde 1999 für alle Produktionsstufen eingeführt. Im Besonderen wurden die Zerspanungsvorgänge im Hinblick auf den Spänetransport betrachtet.

  • Bild 2: Die Schraube machts

    Bild 2: Die Schraube machts

  • Bei Beretta transportiert Govonis Förderer mit der Schraube die Späne über den Maschinen ab.

    Bei Beretta transportiert Govonis Förderer mit der Schraube die Späne über den Maschinen ab.

  • Übergabe der Späne von einem vorhandenen System in den nachgerüsteten Späneförderer.

    Übergabe der Späne von einem vorhandenen System in den nachgerüsteten Späneförderer.

  • Mit zwei Maschinen von Waldrich-Coburg macht Sacmi in Imola fast drei Tonnen Späne pro Tag.

    Mit zwei Maschinen von Waldrich-Coburg macht Sacmi in Imola fast drei Tonnen Späne pro Tag.

  • Schneckensammler seitlich der Maschinen transportieren die Späne unter dem Hallenboden ab.

    Schneckensammler seitlich der Maschinen transportieren die Späne unter dem Hallenboden ab.

  • Die Späne werden in die Höhe und schließlich in einen Container außerhalb der Halle befördert.

    Die Späne werden in die Höhe und schließlich in einen Container außerhalb der Halle befördert.

  • Bild 7: Die Schraube machts

    Bild 7: Die Schraube machts

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