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04.08.2015

Die Kombination steigert deutlich die Produktion

H.P. Kaysser hat auf die Automation von Schuler Loadmaster gewechselt und in die Bearbeitungszentren MCH 300 und MCH 350-C von Heller investiert. Seither sind die Span-zu-Spanzeiten von 50 auf 80 Prozent gestiegen und die Maschinenverfügbarkeit auf knapp 90 Prozent.

2009 wurde im Baden-Württembergischen Leutenbach ein Pilotprojekt gestartet, bei dem man die Zerspanung von einer völlig neuen Seite betrachten wollte. Der Grund hierfür war denkbar einfach: beim Unternehmen H.P. Kaysser als führender Blech Verarbeiter/Systemlieferant, reduzierten sich die Stückzahlen, gleichzeitig aber stiegen die Anforderungen. Das Handicap waren allerdings lange Rüstzeiten, eine große Lagerhaltung und die Schwierigkeit, Termine exakt zu steuern.

Im Zeitalter der Automation sowie der Forderung nach Maschinen mit hoher Verfügbarkeit schien für die Verantwortlichen das Problem schnell gelöst. Es wurde in ein Heller-Bearbeitungszentrum MCH 300 und ein flexibles Fertigungssystem investiert. Diese Anlage war schnell dreischichtig ausgelastet, eine Erweiterung deshalb zwingend notwendig. Eine Situation, in der Geschäftsführer Thomas Kaysser sowohl auf Bewährtes wie auf den großen „Cut“ setzte: „Mit Heller und auch dem Service hatten wir nur positive Erfahrungen, wir sprechen dieselbe Sprache, da gab es einfach keinen Grund, den Anbieter zu wechseln. Die bestehende Automation mit nur 20 Paletten-Plätzen, die nicht erweitert werden konnte, dagegen zeigte uns aber Grenzen auf. Deshalb war uns schnell klar, dass wir der Flexibilität bei einem neuen Fertigungssystem einen höheren Stellenwert einräumen müssen.“

Entschieden hat man sich so für die Automation Loadmaster von Schuler in Verbindung mit den Heller-Bearbeitungszentren MCH 300 und MCH 350-C. Eine Kombination, die mittlerweile in Leutenbach zu einer enormen Produktivitätssteigerung geführt hat. Die Verfügbarkeit ist im Gegensatz zu vorher von 82 Prozent auf knapp 90 Prozent und die Span-zu-Spanzeiten von 50 Prozent auf 80 Prozent gestiegen. Bei Langläufern, mit acht bis neun Stunden pro Werkstück, hat man bereits eine Maschinenlaufzeit von 600 Stunden im Monat erreicht.

Die Kriterien, die für die Automation Loadmaster von Schuler sprachen, waren zunächst der Speicher mit 45 Maschinenpaletten auf drei Etagen und 77 Speicherplätzen für das Rohmaterial auf fünf Etagen Europaletten/Euro-Gitterboxen). So ist das gesamte Werkstückmanagement in der Anlage integriert und wird auch entsprechend angesteuert beziehungsweise verwaltet.

Lothar Weber, Betriebsleiter bei H.P. Kaysser sieht aber vor allem im modularen Aufbau des Systems und in der individuellen Auslegung die Entscheidungskriterien: „Zunächst waren wir in der räumlichen Höhe begrenzt. Im Gegensatz zu Containerlösungen oder Regalsystemen mit Doppelstützen hatte Schuler hier auch eine Einsäulen-Lösung. Diese Lösung kam uns beim Platzbedarf entgegen und war zudem auch kostengünstiger als vergleichbare Anlagen. Außerdem konnten wir das System aus einem Baukasten, also ohne Sonderlösung maßgeschneidert auf unsere Fertigungsbedingungen und den Materialfluss konfigurieren und bleiben auch für die Zukunft enorm flexibel. Das heißt, es lässt sich im Bedarfsfall auch noch ein drittes oder viertes Bearbeitungszentrum einbinden.“

Neben diesen erwähnten Vorteile, bringt solch ein Cut aber auch Veränderungen, vor allem für die Bediener. Das war in Leutenbach nicht anders, denn der Loadmaster arbeitet mit einer völlig anderen Software-Struktur. So hat Schuler beispielsweise nicht nur das Rohteile-Management sondern auch eine Werkzeugverwaltung, die Standzeiten und den Bedarf an Werkzeugen überwacht, integriert. Wie wichtig das ist, zeigt die Tatsache, dass bei H.P. Kaysser sowohl die MCH 300 wie auch die MCH 350-C mit jeweils 400 Werkzeugen bestückt sind.

Neue Software-Struktur heißt gleichzeitig aber auch, dass sich die Intelligenz des gesamten Systems (wegen der zwei Maschinen oder auch dem Rohteile-Management) noch komplexer gestaltet und so über den Leitrechner von Schuler gesteuert werden muss. Diese Umstellung scheint für die Bediener der Anlage aber kein Problem gewesen zu sein. Im Gegenteil, inzwischen identifiziert sich das gesamte Team mit der Anlage. Mit den Bearbeitungszentren von Heller, „weil die halten, was Heller verspricht“. Mit dem Loadmaster, weil er nicht nur das Handling vereinfacht sondern zusätzlich Platz schafft und selbsterklärend aufgebaut ist.

So sehen Thomas Kaysser und Lothar Weber den Vorteil des neuen Fertigungssystem in der Gesamtheit: „Obwohl unsere Kernkompetenz nach wie vor in der Blechverarbeitung ist, sind wir als Systemlieferant in den letzten Jahrzehnten mit den Anforderungen unserer Kunden gewachsen. Waren das früher hohe Stückzahlen sind das heute kleine bis mittlere Losgrößen, war das früher Just-in-time, ist das heute die Just-in-Sequence-Produktion. Genau davon lebt dieses Fertigungssystem.“

Berücksichtigt man, dass die mechanische Bearbeitung beim Unternehmen H.P. Kaysser erst 1995 wieder revitalisiert wurde, vor drei Jahren die Fertigung von kubischen Bauteilen Schweißkonstruktionen, Gussgehäuse etc. komplett automatisiert wurde und jetzt auf 45 Paletten, 77 Rohteil-Plätzen und zwei Bearbeitungszentren ausgebaut ist, verwundert es nicht, dass die Zerspanungstechnik mittlerweile in Leutenbach die mitarbeiterstärkste Abteilung ist.

  • Das gesamte Werkstückmanagement ist in der Anlage integriert, zusätzlich ist aber auch die Möglichkeit eine modularen Erweiterung gegeben. Bild: Heller

    Das gesamte Werkstückmanagement ist in der Anlage integriert, zusätzlich ist aber auch die Möglichkeit eine modularen Erweiterung gegeben. Bild: Heller

  • Die Automation Loadmaster von Schuler in Verbindung mit den Heller-Bearbeitungszentren MCH 300 und MCH 350 ist eine Kombination, die zu einer enormen Produktivitätssteigerung geführt hat. Bild: Heller

    Die Automation Loadmaster von Schuler in Verbindung mit den Heller-Bearbeitungszentren MCH 300 und MCH 350 ist eine Kombination, die zu einer enormen Produktivitätssteigerung geführt hat. Bild: Heller

  • Sowohl die MCH 300 wie MCH 350-C sind mit jeweils 400 Werkzeugen bestückt, Die Werkzeugüberwachung ist im Leitrechner des Loadmaster integriert. Bild: Heller

    Sowohl die MCH 300 wie MCH 350-C sind mit jeweils 400 Werkzeugen bestückt, Die Werkzeugüberwachung ist im Leitrechner des Loadmaster integriert. Bild: Heller

  • Die Verfügbarkeit ist von 82 Prozent auf knapp 90 Prozent gestiegen, bei Langläufern mit acht bis neun Stunden pro Werkstück hat man bereits eine Maschinenlaufzeit von 600 Stunden/Monat erreicht. Bild: Heller

    Die Verfügbarkeit ist von 82 Prozent auf knapp 90 Prozent gestiegen, bei Langläufern mit acht bis neun Stunden pro Werkstück hat man bereits eine Maschinenlaufzeit von 600 Stunden/Monat erreicht. Bild: Heller

  • Thomas Kaysser (re.) und Lothar Weber (li.): Waren das früher hohe Stückzahlen sind das heute kleine bis mittlere Losgrößen, war das früher Just-in-time, ist das heute Just-in-Sequence. Genau davon aber lebt dieses Fertigungssystem. Bild: Heller

    Thomas Kaysser (re.) und Lothar Weber (li.): Waren das früher hohe Stückzahlen sind das heute kleine bis mittlere Losgrößen, war das früher Just-in-time, ist das heute Just-in-Sequence. Genau davon aber lebt dieses Fertigungssystem. Bild: Heller

  • Als Systemlieferant ist man in den letzten Jahrzehnten mit den Anforderungen der Kunden gewachsen, durch das neue Fertigungssystem wird man vor allem im qualitativen Sektor zusätzliches Auftragsvolumen generieren. Bild: Heller

    Als Systemlieferant ist man in den letzten Jahrzehnten mit den Anforderungen der Kunden gewachsen, durch das neue Fertigungssystem wird man vor allem im qualitativen Sektor zusätzliches Auftragsvolumen generieren. Bild: Heller

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Unternehmensinformation

Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH

Gebrüder-Heller-Straße 15
DE 72622 Nürtingen
Tel.: 07022-77-0
Fax: -5000

Schuler Automation GmbH & Co. KG

Louis-Schuler-Str. 1
DE 91093 Heßdorf
Tel.: 09135-715-0
Fax: -103

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