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maschine+werkzeug 07/2012

Deutlich erhöhte Laufzeiten

Techinik - Maschinen - Erodieren

Erodieren - Die Gantry Eagle 500 von OPS-Ingersoll überzeugte den Formenbauer Glittenberg nicht nur wegen der möglichen höheren Qualität der Oberflächen. Auch die Maschinenlaufzeit konnte mit ihr um 20 Prozent gesteigert werden.

Es waren Kapazitätsengpässe und die Konzentration auf Grafitelektroden, die den Formenbau Glittenberg in Frankenberg veranlassten, sich nach neuen Technologien im Senkerodieren umzusehen. Mit dieser Investition sollten vor allem die Grafitbereiche schneller und präziser bei gleicher oder geringerer Elektrodenanzahl werden. Gleichzeitig wurde beabsichtigt, dass nicht nur das Handling der Elektroden, sondern auch das der Werkstückpaletten automatisiert wird.

Deshalb ging es zunächst darum, eine Senkerodiermaschine zu finden, die den hohen Ansprüchen gerecht werden konnte. Nach einem Benchmark, ausgiebigen Tests und nicht zuletzt einem intensiven Austausch mit Kunden und Lieferanten entschied Glittenberg sich im April 2011 für die Gantry Eagle 500 von OPS-Ingersoll mit einem herkömmlichen Handlingsystem. Bereits im September 2011 wurde allerdings nochmals mit einer Maschine gleichen Typs nachgelegt. Diese Maschine wurde als Insellösung eingesetzt und war nicht automatisiert. Dass nach so kurzer Zeit in eine zweite Maschine investiert wurde, lag zwar nicht an OPS-Ingersoll, sondern vielmehr an der Fülle von Aufträgen. Es wäre aber wohl nicht wieder eine Gantry Eagle 500 geworden, wenn die erste Maschine nicht so zufriedenstellend gewesen wäre.

Dass dem so ist, zeigt auch die Tatsache, dass sich die Verantwortlichen entschlossen, die beiden Gantry Eagle 500 zu einem Eagle-Moldcenter zusammenzuführen. Im Januar 2012 wurde mit dem Ziel installiert, auch die zweite Maschine in Sachen Elektroden und Werkstückpaletten zu automatisieren und den Elektrodenwechsler zu erweitern. Sind es beim herkömmlichen Handlingsystem 70 Elektrodenplätze, ohne Handling nur 20, stehen durch den Zusammenschluss zum Moldcenter jetzt pro Maschine 77, also insgesamt 154 Elektrodenplätze und acht Werkzeugpaletten zur Verfügung.

Dass OPS-Ingersoll mit der Projektierung dieser Anlage beauftragt wurde, hat freilich unterschiedliche Gründe, so der Geschäftsführer Torsten Glittenberg: »Wir haben uns bei den Tests und der Auswahl von Beginn an darauf konzentriert, wer am besten erodieren kann, haben Maschinenkonzepte untersucht und auch die Kundennähe des Herstellers genauer betrachtet. Die Erodierzeiten und der Elektrodenverschleiß der Gantry Eagle 500, aber auch die Kommunikation mit OPS-Ingersoll haben uns überzeugt. Es hat uns zugesagt, dass wir diese automatisierte Lösung Schritt für Schritt, also modular ausbauen konnten und so keine sofortige hohe Investition anstand. Für OPS-Ingersoll sprach außerdem, dass die Maschine und die Automatisierung aus einem Haus kamen und dadurch Schnittstellenproblematik, Abstimmung et cetera kein Thema waren.«

Selbst wenn der Elektrodenverschleiß immer von der jeweiligen Bearbeitungsaufgabe abhängig ist, spricht man in Frankenberg von einer gefühlten Reduzierung zwischen 30 und 35 Prozent. Erfreulich ist das für die Verantwortlichen weniger wegen des geringeren Grafitverbrauchs oder der Elektrodenherstellung. Vielmehr geht es darum, dass der Formenbau Glittenberg einen Schwerpunkt in der Herstellung von Multikavitätenwerkzeugen mit 8, 16, 32 und mehr Kavitäten hat. Um hier eine Gleichheit der Nester zu gewährleisten, ist eine hohe Reproduzierbarkeit notwendig, die natürlich durch den geringeren Elektrodenverschleiß erleichtert wird.

Mit der ersten Gantry Eagle 500 war Glittenberg bereits mit der Reduktion der Elektrodenvielfalt und den Oberflächen sehr zufrieden. Neben der hohen Qualität konnten aber auch die Maschinenlaufzeiten um circa 20 Prozent erhöht werden. Dazu Torsten Glittenberg: »Wichtig ist, dass die Maschinen laufen, wenn niemand da ist. Gerade in Sachen Automation von Freitagabend bis Montagmorgen. Diese Zeit haben wir auch schon vor der Automatisierung für uns mit passenden Arbeitszeitmodellen und den langen Laufzeiten an diesen Tagen genutzt. So seltsam es klingen mag, wir gewinnen die zusätzliche Zeit hauptsächlich während der Woche, weil wir die Maschinen in der Nacht nun komplett durchlaufen lassen, auch mit vielen kleinen Laufzeiten.«

Das Ziel scheint bei Formenbau Glittenberg in Frankenberg erreicht. Die Produktivität ist auf hohem Qualitätsniveau messbar gestiegen. Bei derart komplexen Projekten sieht Torsten Glittenberg die Entscheidungskriterien für einen Anbieter aber neben dem technischen Know-how in noch weiteren Aspekten. Demnach muss es möglich sein, mit dem Anbieter auf Augenhöhe zu kommunizieren und letztendlich muss, über die übliche Schulung hinaus, vom Hersteller entsprechender Input kommen.

www.ops-ingersoll.de

  • Bessere Oberflächen, kürzere Erodierzeiten, die beiden Gantry Eagle überzeugen einzeln wie im Verbund.

    Bessere Oberflächen, kürzere Erodierzeiten, die beiden Gantry Eagle überzeugen einzeln wie im Verbund.

  • Das Moldcenter hat 154 Elektrodenplätze.

    Das Moldcenter hat 154 Elektrodenplätze.

  • Der Bau von Mehrkomponentenwerkzeugen hat sich bei Glittenberg zu einem Hauptgeschäftsfeld entwickelt.

    Der Bau von Mehrkomponentenwerkzeugen hat sich bei Glittenberg zu einem Hauptgeschäftsfeld entwickelt.

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Unternehmensinformation

Formenbau Glittenberg GmbH

Goldbachstraße 10
DE 35066 Frankenberg-Wangershausen
Tel.: 06451-7218-0
Fax: 06451-1263

OPS-INGERSOLL Funkenerosion GmbH

Daimlerstraße 22
DE 57299 Burbach, Siegerl
Tel.: 02736-446-0
Fax: -510

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