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maschine+werkzeug 07/2018

"Bisher landete noch keine Fog auf dem Schrottplatz"

Maschinen

Interview - Die Fog-Baureihe des Produktbereichs Droop+Rein von Starrag wird 25 Jahre alt. Ulrich Wiehagen, Vertriebschef und Werkleiter bei der Starrag Technology GmbH in Bielefeld erklärt, was den Maschinentyp so besonders macht.

Herr Wiehagen, Sie sind seit 1999 dabei und haben ein Großteil der Fog-Erfolgsstory mit begleitet und unterstützt. Wie ging es los, was waren die ersten Highlights?

Auf Anregung von namhaften Kunden aus dem Werkzeugbau entwickelte die damalige Firma Droop+Rein 1993 ein hochdynamisches Fräszentrum, bei dem das Werkzeug alle Bewegungen übernimmt. Das Werkstück wird daher nicht mehr bewegt. Die Betten sind nicht wie bei schon bekannten Gantry-Maschinen auf Boden- oder Flurniveau installiert, sondern auf Ständern. Dadurch fallen die bewegten Ständer weg und es gibt nicht mehr das für bodengeführte Gantrys typische Kippmoment. Damit erfüllt die Neuentwicklung alle Anforderungen an eine hochdynamisch äußerst genaue HSC-Maschine für die Herstellung von High-End-Oberflächen im Werkzeugbau. Mittlerweile haben viele Wettbewerber dieses Erfolgskonzept kopiert. Es gibt sogar Mutige, die behaupten, dass sie die erste Maschine mit Schrupp- und Schlichtfähigkeit für den Werkzeugbau geliefert hätten. Aber das haben wir nachweislich bereits im Jahr 1998 gemacht. Und seit 2000 bieten wir sogar einen Gabelfräskopf an, in dem sowohl mechanische Spindeln und Motorfrässpindeln eingesetzt werden können.

  • Ulrich Wiehagen, Vertriebschef und Werkleiter bei der Starrag Technology GmbH in Bielefeld. Bild: Starrag/Ralf Baumgarten

    Ulrich Wiehagen, Vertriebschef und Werkleiter bei der Starrag Technology GmbH in Bielefeld. Bild: Starrag/Ralf Baumgarten

  • »Es gibt Benchmark-Tests bei denen 15 Jahre alte Fog besser abschneiden als neueste Entwicklungen von Wettbewerbern.« Ulrich Wiehagen, Werkleiter der Starrag Technology GmbH, Bielefeld. Bild: Starrag/Ralf Baumgarten

    »Es gibt Benchmark-Tests bei denen 15 Jahre alte Fog besser abschneiden als neueste Entwicklungen von Wettbewerbern.« Ulrich Wiehagen, Werkleiter der Starrag Technology GmbH, Bielefeld. Bild: Starrag/Ralf Baumgarten

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Die Fog-Baureihe ist aber doch mittlerweile nicht nur im Werkzeugbau im Einsatz?

Wir lieferten bald darauf auch in die Luftfahrtbranche, in der sich die Maschinen mit 40 Kilowatt-Spindel zum hochdynamischen und hochpräzisen Fräsen der äußeren Zylinder von Flugzeug-Fahrwerken bewährt haben. Mit ihnen haben wir weltweit einen Marktanteil von mittlerweile über 80 Prozent erobert.

Um auf einer Maschine schwere Werkstücke schnell und genau zu zerspanen, bedarf es aber auch eines hochsteifen Unterbaus. Warum setzen Sie auf ein U-förmiges Fundament?

Wir haben es vor rund 15 Jahren eingeführt, weil es eine sehr hohe Steifigkeit bietet und weil es die nötige Fundamenttiefe um etwa ein Drittel senkt. Das verringert den baulichen Aufwand. Außerdem steigt die dynamische Belastbarkeit. Ein weiterer wichtiger, kostensparender Effekt: Die Geometrie der Maschine bleibt sehr lange Zeit konstant, sodass der Aufwand für das Rekalibrieren im Laufe eines Maschinenlebens sehr viel geringer ausfällt. Denn die Kalibrierung einer großen Portalfräsmaschine dauert durchaus schon mal fünf bis zehn Tage. In denen verdient sie kein Geld. Das U-Fundament ist die steifste und damit beste Variante eine Hoch-Gantry-Maschine aufzustellen.

Was ist ein besonderes Alleinstellungsmerkmal?

Wir sind bisher der einzige Hersteller, der eine serienmäßige Maschine mit integriertem Werkzeug zum maschinellen Oberflächenhämmern oder Machine Hammer Peening (MHP) anbietet. Während der Bearbeitung hämmert eine Schlagkugel impulsartig, mit definierter Kraft und Frequenz. Dieses Dengeln komprimiert die Randschichten an der Oberfläche von Bauteilen bis zu einer Tiefe von 10 Mikrometer. Das Dengel-Tool verhält sich also im Prinzip wie ein normales Werkzeug, das eingewechselt und dann von der CNC gesteuert wird. Die MHP-Technologie kam so gut an, dass ein großer deutscher Automobilhersteller sie bereits an drei Werkzeugbau-Standorten einsetzt. Es ist bisher die weltweit einzige MHP-Anwendung in der industriellen Serienproduktion.


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Unternehmensinformation

Starrag Group

Seebleichestraße 61
CH 9404 RORSCHACHERBERG
Tel.: 004171-8588-111
Fax: -122

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