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maschine+werkzeug 06/2012

Benchmark für hohe Ansprüche

EXTRA - Medizintechnik

Bearbeitungszentren - Für die Fertigung chirurgischer Instrumente und anderer Medizinprodukte setzt Aesculap in Tuttlingen seit Jahrzehnten Maschinen von Hermle ein. Bei der Herstellung von Implantaten sind sie erste Wahl.

Seit die Aesculap AG ihr Werk Implantate eröffnete, hält sich der Name, den das Projekt während der Entstehung von Gebäuden und Fertigung trug: Benchmark Factory. Für das Traditionsunternehmen in Sachen Medizintechnik ist die flexible Fabrik für hochwertige Implantate, ein Meilenstein. Maßstäbe setzt das Unternehmen aber auch mit den ausgereiften Produkten und der modernen Fertigung.

Die Ansprüche sind dabei vielfältig und durchweg sehr hoch. Die technische Herausforderung besteht darin, auch schwer zerspanbare Werkstoffe äußerst präzise zu bearbeiten. Die Produktion dabei möglichst flexibel zu gestalten, ist eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Schließlich stellt auch noch das aufwendige Zulassungsverfahren erhebliche Hürden auf.

»Da die Produkte im menschlichen Körper verbaut werden, sind sie in einer ganz bestimmten Klasse von Medizinprodukten einsortiert, die sehr hohen Anforderungen genügen muss«, erklärt Dr. Joachim Schulz, Mitglied des Vorstands der Aesculap AG. Von einem einmal installierten Prozess dürfe nicht ohne weiteres abgewichen werden.

Dr. Schultz spricht noch ein Thema an, das in anderen Branchen noch nicht so angekommen sei: Die Maschinenfähigkeit. »Die Maschine muss in der Lage sein, einen Prozess sicher und mit hoher Wiederholgenauigkeit auszuführen – und das auch noch nach fünf oder zehn Jahren«, so Dr. Schulz. Hier kommt Aesculap die lange Erfahrung entgegen, die dem Unternehmen auch Langzeiterkenntnisse liefert.

Von Hermle waren im Laufe mehrerer Jahrzehnte schon viele Maschinengenerationen im Einsatz. Zusammen mit dem Maschinenhersteller hat Aesculap in Tests festgestellt, dass die Maschinen und Spindeln von Hermle auch nach vielen Jahren noch zu den genauesten gehören, die in Tuttlingen im Einsatz sind. »Höchste Genauigkeit, dokumentierte wie sichere Prozesse und sehr anspruchsvolle, häufig wechselnde Zerspanungsaufgaben sind typische Herausforderungen unserer Branche, denen wir mit Hermle-Maschinen auf wirtschaftliche Weise und mit dem besten Stand der Technik gerecht werden können«, so Dr. Schulz. »Dass Hermle in unserer geografischen Nachbarschaft beheimatet ist, ist dabei ein angenehmer Nebeneffekt.«

Hermle-Maschinen werden unter anderem in der Produktion von Hüft- und Kniegelenken sowie für die Fertigung von Segmenten für die Wirbelsäule eingesetzt. Die Produktion in der Benchmark Factory ist durch große Fertigungstiefe und kleine Losgrößen bestimmt. »Wir haben eine sehr große Varianz in unseren Produkten und unterscheiden uns damit beispielsweise sehr von der Automobilindustrie«, erläutert Dr. Schulz. »Wenn wir bei Hermle eine neue Maschine kaufen, dann ist diese nicht für ein bestimmtes Werkstück gedacht, sondern in der Regel für Werkstückfamilien. Oft wissen wir auch gar nicht, was alles während der Einsatzdauer einer Maschine darauf gefertigt werden wird.«

Als Leiter des Implantate-Werks kennt Norbert Braun das Spektrum bestens: »Derzeit produzieren wir ungefähr 6000 verschiedene Produkte in unterschiedlichen, meist kleinen Losgrößen. Materialien sind vor allem Kobalt-Chrom-Legierungen, Titan-Legierungen und diverse Kunststoffe. »Wir müssen schnell reagieren können. Da kommt uns ein Maschinenkonzept sehr entgegen, das modular aufgebaut ist.« In der Regel wird in der Benchmark Factory Fünf-Achs-Bearbeitung eingesetzt.

»Aesculap hat einen sehr hohen Anspruch an die Qualität«, weiß Franz-Xaver Bernhard, Vorstand Vertrieb, Forschung und Entwicklung bei Hermle. »Die Herstellung medizintechnischer Produkte stellt sowohl an die Werkzeugmaschinen als auch an die Werkzeuge und nicht zuletzt an die Produktions-Automatisierung besondere Anforderungen.«

Der Werkzeugmaschinen-Hersteller musste sich bei der Auslegung von Bearbeitungszentren auch mit der Automatisierung des gesamten Bearbeitungsprozesses auseinandersetzen. Mit maximaler Bearbeitungsflexibilität werden unproduktive Nebenzeiten auf ein Minimum reduziert.

www.hermle.de

  • Die trockene Bearbeitung eines Kunststoff-Implantats auf einer Hermle C20 macht Zerspanung sichtbar.

    Die trockene Bearbeitung eines Kunststoff-Implantats auf einer Hermle C20 macht Zerspanung sichtbar.

  • Automatisierte Fertigung von Hüftschäften mit einem Handlingroboter.

    Automatisierte Fertigung von Hüftschäften mit einem Handlingroboter.

  • Knieprothesen vor und nach der Bearbeitung.

    Knieprothesen vor und nach der Bearbeitung.

  • Kobalt-Chrom, Titan und Kunststoffe sind gängige Materialien für Implantate.

    Kobalt-Chrom, Titan und Kunststoffe sind gängige Materialien für Implantate.

  • Norbert Braun, Leiter des Werks Implantate der Aesculap AG (links), und Frank-Xaver Bernhard, Vorstand für Forschung und Entwicklung bei Hermle.

    Norbert Braun, Leiter des Werks Implantate der Aesculap AG (links), und Frank-Xaver Bernhard, Vorstand für Forschung und Entwicklung bei Hermle.

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Unternehmensinformation

Berthold Hermle AG Maschinenfabrik

Industriestraße 8-12
DE 78559 Gosheim
Tel.: 07426-95-0
Fax: -6109

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