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maschine+werkzeug 06/2019

Automatisiert zum Prototypen

Bearbeitungszentren

Die Basis für die Produktion bei KME Renntechnik sind prozesssichere Maschinen und ein funktionierender Service. Deshalb setzt das Unternehmen auf Bearbeitungszentren und Drehmaschinen von Spinner.

KME Renntechnik wurde 2007 von Klaus Murnauer als Einzelunternehmer im oberbayerischen Rott am Inn gegründet und ist unter anderem als Zulieferbetrieb für namhafte Kunden aus der DTM und der Formel 1 tätig. Zum Produktspektrum auf über 800 Quadratmetern Produktionsfläche zählen maßgefertigte Spritzgussformen, Modell- und Formenkonstruktionen, der Aluminium-Formenbau sowie Alutools für CFK- und GFK-Bauteile. Außerdem bietet die KME Renntechnik Machbarkeitsanalysen, Simulationsberechnungen, Kosten-Nutzen-Analysen, Planung und Konstruktion sowie Windkanalmodelle an.

Im Dezember 2017 wollte der Unternehmer seinen Traum mit dem Fünf-Achs-Bearbeitungszentrum ›U 620‹ von Spinner mit einem Pilotprojekt verwirklichen: Die Kunden loggen sich ein, stellen Daten zur Verfügung und die Angebotsverwaltung, Auftragsannahme und alles was dazugehört, läuft autonom. Parallel dazu verarbeitet ein ERP-System die Daten weiter und erstellt NC-Codes.

Das stabile Maschinenkonzept des Bearbeitungszentrums U 630 garantiert die hohe Leistung. Bild: Spinner

Das stabile Maschinenkonzept des Bearbeitungszentrums U 630 garantiert die hohe Leistung. Bild: Spinner

Der Traum platzte jedoch, denn, so Klaus Murnauer, kam es mit dem Bearbeitungszentrum zu einem fürchterlichen Crash: »Das tat weh, denn das Fünf-Achs-Bearbeitungszentrum U 620 war für mich die beste und gleichzeitig wichtigste Maschine. Nach Rücksprache mit Spinner hätte die Reparatur allerdings zwei Monate in Anspruch genommen. Wir brauchten aber unbedingt zeitnah ein Bearbeitungszentrum. Die Nachfolgemaschine der U 620, die ›U 630‹ stand zwar in Sauerlach, war aber für Italien bestimmt. Kurzum, ich habe mir die Maschine angesehen, wollte sie, bekam sie und selbst mein Wunsch, die Schnittstellen für die Automation einzubinden, wurde kurzfristig realisiert. Die Maschine wurde dann Mitte Januar geliefert und seit Februar 2018 produzieren wir darauf. Für mich war diese unkomplizierte Vorgehensweise der Verantwortlichen bei Spinner einfach nur genial.« Und so läuft das Pilotprojekt mit einer Automation seit Februar.

Das BAZ U 630 hatte nach sieben Monaten bereits 2.000 Spindelstunden auf dem Buckel. Bild: Spinner

Das BAZ U 630 hatte nach sieben Monaten bereits 2.000 Spindelstunden auf dem Buckel. Bild: Spinner

Bis Anfang August 2018 hat KME Renntechnik damit bereits ausschließlich in der Prototypenfertigung 2.000 Spindelstunden gefahren. Mittlerweile ist allerdings auch die U 620 wieder von der Reparatur zurück und voll in die Fertigung eingebunden. So sind es in der Summe inklusive des Universal-Bearbeitungszentrums ›U 1520‹ vier Fünf-Achs- und zwei Drei-Achs-Bearbeitungszentren von Spinner, die in der Produktion des oberbayerischen Zulieferers zum Einsatz kommen. In allen Maschinen werden Standardwerkzeuge und die gleichen Nullpunktspannsysteme eingesetzt. So kann man nach Bedarf von Maschine zu Maschine wechseln, die Nullpunktwerte übernehmen und muss bestenfalls nur noch auf Start drücken.

Leistung und Präzision

KME Renntechnik fertigt zu 90 Prozent Bauteile für den Motorsport. Circa 10 Prozent gehen in die Bereiche Luftfahrt und Medizintechnik. Die Kernkompetenzen sieht der Zulieferer deshalb vor allem im Werkzeug- und Formenbau für die Carbon-Industrie. Im Detail sind das Materialien wie Aluminium, Stahl und Tooling-Werkstoffe wie Epoxide, Ureol sowie Werkzeuge zum Laminieren der Carbon-Bauteile. Bei den Toleranzen bewegen sich die Oberbayern regelmäßig zwischen ± ein und zwei hundertstel Millimetern.

 Bei KME Renntechnik geht es meist um Prototypen mit äußerst kurzfristigen Lieferzeiten. Bild: Spinner

Bei KME Renntechnik geht es meist um Prototypen mit äußerst kurzfristigen Lieferzeiten. Bild: Spinner

Diese Anforderungen erfüllt die U 630 demnach ideal. Das gilt in Rott am Inn für das gesamte Werkstückspektrum und auch die kleinen Losgrößen, bei denen mehr Zeit im Einrichtbetrieb verbracht wird als in der eigentlichen Zerspanung. Das bedeutet nicht, dass es bei KME Renntechnik nicht zur Sache geht. Im Gegenteil, in der Aluminium-Zerspanung fährt das Unternehmen regelmäßig 10 Prozent unter der Crash-Grenze. Wegen des stabilen Maschinenkonzepts bringt das Fünf-Achs-Bearbeitungszentrum hier die entsprechende Leistung. Leistung, die aufgrund der enorm kurzen Lieferzeiten eine Grundvoraussetzung ist. So kommt es häufiger vor, dass, wenn die Daten bis 10:00 Uhr morgens eingehen, das Bauteil mit einer Bearbeitungszeit von vier bis fünf Stunden noch am selben Tag an den Kunden versendet werden muss. Noch extremer werden die Lieferzeiten im Motorsport – etwa für die DTM oder die Formel 1. Da geht ein Auftrag Freitag ein und das Bauteil muss Sonntag auf der Rennstrecke sein.

Zeit für Ungeplantes

Für den Unternehmer aus Rott am Inn war die U 620 die bisher beste Maschine, und er musste mit der U 630 auf das Nachfolgemodell zurückgreifen. Für Klaus Murnauer war das allerdings nahezu eine Selbstverständlichkeit: »Ich bin regelmäßig im Werk in Sauerlach und informiere mich da über Trends, Leistung, Dynamik und Präzision. Spinner hat eine enorme Fertigungstiefe und entgegen der kursierenden Meinung, ist Spinner ein deutsches Produkt, auf das man sich verlassen kann. Deshalb war auch die doch relativ neue Maschine für mich kein Risiko. Wie sich mittlerweile zeigt, ist die U 630 wesentlich energieeffizienter, denn wir verbrauchen deutlich weniger Strom. Außerdem ist sie auch auf dem aktuellen Stand der Technik bei der Software und der Steuerung oder den Antriebsmotoren. Maschinen von Spinner sind aber ohnehin nie ein Risiko, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis einfach stimmt.« Deutlich macht das auch die Maschinenverfügbarkeit. In der Fertigung fährt KME Renntechnik mit den Maschinen regelmäßig eine Auslastung zwischen 85 und 90 Prozent. So bleiben noch genügend Kapazitäten für ungeplante Projekte zwischendurch.

Nun ist Klaus Murnauer ein Fan von Spinner, das gibt er offen zu und das zeigt sich auch im Drehbereich. Für dieses Jahr plant der Geschäftsführer noch in zwei Drehmaschinen zu investieren. Ganz oben auf seiner Wunschliste stehen eine Ultra-Präzisions-Drehmaschine aus der PD-Baureihe und eine Universaldrehmaschine aus der TC-Baureihe.

www.spinner.de

Unternehmensinformation

Spinner Werkzeugmaschinenfabrik GmbH

Rudolf-Diesel-Ring 24
DE 82054 Sauerlach
Tel.: 08104-803-0
Fax: 08104-803-19

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