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maschine+werkzeug 05/2019

Über Nacht produktiv

Bearbeitungszentren

Durch ein Fünf-Achs-Bearbeitungszentrum inklusive automatischem Handlingsystem von Hermle arbeitet der Automobilzulieferer Schmidt und Remmert durch mannlose Nachtschichten schneller und flexibler.

Die automatische Fünf-Achs-Bearbeitung steigert die Effizienz. Bild: Hermle

Die automatische Fünf-Achs-Bearbeitung steigert die Effizienz. Bild: Hermle

Über drei Millionen Fahrzeuge wurden im Jahr 2018 in Deutschland neu zugelassen. Damit ist die Automobilindustrie nach wie vor auf Erfolgskurs, wovon auch Zulieferer sowie deren Komponentenlieferanten profitieren. Einer von ihnen ist die Schmidt und Remmert GmbH. Das im nordrhein-westfälischen Geseke ansässige Familienunternehmen bearbeitet unter anderem Rohre, die später im Automobil Kraftstoff oder Abgase weiterleiten.

Dank des Schwenktisches liegen die Schwenkachse A und Drehachse C im Werkstück. Bild: Hermle

Dank des Schwenktisches liegen die Schwenkachse A und Drehachse C im Werkstück. Bild: Hermle

Die dafür notwendigen Formwerkzeuge konstruiert und fertigt das Unternehmen selbst. Um seine Kapazitäten auszubauen, investierte der Werkzeug- und Maschinenbauer in ein neues Bearbeitungszentrum der Maschinenfabrik Berthold Hermle aus dem baden-württembergischen Gosheim. Die C 400 U mit Handlingsystem HS flex soll 16 Stunden pro Tag zerspanen – auch mannlos und über Nacht.

Helmut Schmidt – der Vater der aktuellen Geschäftsführer – und Fritz Remmert gründeten die Schmidt und Remmert GmbH im Jahr 1980. Mit ihrer Idee, Maschinen und Werkzeuge für die Rohrbearbeitung zu entwickeln, konstruieren und zu bauen, waren die Unternehmer so erfolgreich, dass sie nach und nach die Produktionskapazitäten erweitern mussten. 2004 übernahmen die Söhne Markus und Dirk Schmidt die Geschäfte und setzten die Erfolgsgeschichte fort. Sie reagierten auf die Anforderungen des Marktes und erweiterten das Angebotsportfolio: Heute fertigen am Firmensitz in Geseke rund 80 Mitarbeiter neben Werkzeugen und Maschinen auch Teleskopstiele für Staubsauger sowie Halbzeuge aus Rohren für die Automobilindustrie mit selbst entwickelten Werkzeugen und Maschinen. »90 Prozent unserer Kunden sind Automobilzulieferer«, erklärt Dirk Schmidt. Da diese Unternehmen ihren Sitz zwar in Deutschland haben, aber weltweit produzieren, liegt der Exportanteil bei rund 30 Prozent. »Tendenz steigend«, ergänzt der Geschäftsführer und deutet damit einen der Gründe für die Neuinvestition in das Bearbeitungszentrum an.

Dirk Schmidt, Geschäftsführer bei Schmidt und Remmert aus Geseke. Bild: Hermle

Dirk Schmidt, Geschäftsführer bei Schmidt und Remmert aus Geseke. Bild: Hermle

»Wir arbeiten im Einschichtbetrieb, was ein klares Plus für unsere Mitarbeiter ist. Um dennoch der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, entschieden wir uns für die Automatisierung«, erläutert Dirk Schmidt. Sein Plan ist, durch mannlose Nachtschichten schneller und flexibler seine Kunden bedienen zu können. »Da uns die Kundenzufriedenheit enorm wichtig ist, haben wir auch einen hohen Anspruch an die Qualität und Präzision, die ein Fräszentrum liefern muss«, ergänzt der Geschäftsführer des Automobilzulieferers. Gleichzeitig sieht er in der Automatisierung eine Lösung, den Mangel an Fachkräften in der Fertigung mittel- bis langfristig auszugleichen.

Ohne Pause

Der Blick in die Produktionshalle zeigt, dass das neue Bearbeitungszentrum nicht der erste Kontakt mit dem Gosheimer Maschinenbauer war. »Wir fräsen bereits seit 1990 mit Hermle«, führt der Geschäftsführer aus. 2004 und 2005 erweiterte jeweils eine Universalfräsmaschine des Typs U 740 den Maschinenpark des Automobilisten. Was Schmidt und seinen Mitarbeitern seitdem immer wieder positiv auffällt, ist die schnelle und zuverlässige Unterstützung durch den Gosheimer Maschinenhersteller. »Ein direkter und unkomplizierter Service ist für uns ausschlaggebend. Denn Stillstand können wir uns nicht erlauben«, erläutert der Geschäftsführer. Im Vergleich zu zwei anderen Herstellern zeigte sich: Für das Familienunternehmen bietet Hermle das beste Gesamtkonzept.

Das Bearbeitungszentrum erweitert die Kapazitäten des Automobilzulieferers. Bild: Hermle

Das Bearbeitungszentrum erweitert die Kapazitäten des Automobilzulieferers. Bild: Hermle

Auf dem neuen Hermle-Bearbeitungszentrum fertigt der Maschinenbauer nun in erster Linie Formwerkzeuge für die Rohrbearbeitung. Durch sie können beispielsweise Löcher für Sonden, die später im Automobil den Abgasstrom überwachen sollen, präzise gesetzt sowie die Rohrenden sauber gebogen werden.

Das Handlingsystem sortiert das fertig bearbeitete Werkstück in eine der Regalebenen ein. Bild: Hermle

Das Handlingsystem sortiert das fertig bearbeitete Werkstück in eine der Regalebenen ein. Bild: Hermle

In der Regel werden die Werkstücke mit Laufzeiten von 1,5 bis 2 Stunden bearbeitet. Ergänzend plant Geschäftsführer Dirk Schmidt ebenfalls, über Nacht Gleichteile zu bearbeiten, die im Einzelnen weniger zeitaufwendig sind, dafür in höherer Stückzahl benötigt werden.


Inhaltsverzeichnis
Unternehmensinformation

Berthold Hermle AG Maschinenfabrik

Industriestraße 8-12
DE 78559 Gosheim
Tel.: 07426-95-0
Fax: -6109

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