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maschine+werkzeug 03/2020

Immer der Erste

Bearbeitungszentren

Gleich zweimal ist der Werkzeughersteller Jongen zum ersten Kunden für eine neue Maschinengeneration des Schlierbacher Werkzeugmaschinenherstellers Stama geworden. Beide Male wurde der Käufer für seine Entscheidungsfreude mit einem Sprung in der Produktivität belohnt, zuletzt mit der MT 733 one plus.

Mit ihren beiden Drehachsen und der Fräsachse der Stama MT 733 one plus fertigt Jongen seine Trägerwerkzeuge komplett und hochproduktiv. Bild: maschine+werkzeug

Mit ihren beiden Drehachsen und der Fräsachse der Stama MT 733 one plus fertigt Jongen seine Trägerwerkzeuge komplett und hochproduktiv. Bild: maschine+werkzeug

Bei Jongen Werkzeugtechnik im nordrhein-westfälischen Willich kennt man sich aus in Sachen Zerspanung. Das 1976 gegründete Unternehmen stellt innovative Präzisionswerkzeuge für die Metall- und Kunststoffindustrie her. Daneben haben es die Rheinländer geschafft, ihre eigene Produktion beständig weiterzuentwickeln und damit ein sehr hohes Level an Produktivität und Präzision zu erreichen.

Den größten Teil dieser Entwicklung hat Uwe Schlienkamp mitgestaltet, der seit rund 30 Jahren im Unternehmen und heute Abteilungsleiter der mechanischen Fertigung ist. Zu seiner Anfangszeit bestand die Firma, deren Fertigung heute auf sechs Werkshallen in Willich verteilt ist, noch aus lediglich zwei Hallen, in denen Schneidplatten und Trägerwerkzeuge hergestellt wurden. Gefertigt wurde damals auf Bearbeitungszentren mit Teilapparaten. Um die jeweils erforderlichen Gradzahlen zu bekommen, mussten die Teilapparate separat auf Winkel geschoben werden. »Es waren viele Zwischenschritte nötig«, beschreibt Schlienkamp den Ablauf. »Wir haben gedreht und mussten dann zwischenschleifen, um die Passungen möglichst gering zu halten und einen guten Rundlauf zu bekommen.«

 Jongen stellt ein großes Portfolio an Trägerwerkzeugen her. Bei typischen Losgrößen zwischen 20 und 120 Stück müssen die Rüstzeiten möglichst kurz sein. Bild: maschine+werkzeug

Jongen stellt ein großes Portfolio an Trägerwerkzeugen her. Bei typischen Losgrößen zwischen 20 und 120 Stück müssen die Rüstzeiten möglichst kurz sein. Bild: maschine+werkzeug

Dann kam Stama mit einer Weltneuheit: Das erste Fräs-Dreh-Zentrum wurde vorgestellt. Als Prototyp war die MC 526 MT-G auf der Metav Süd 2002 erstmals zu sehen. Die versierten Fertiger aus Willich erkannten schon auf der Messe, dass der Einsatz dieser neuartigen Maschine eine Verbesserung bei Jongen bringen kann. Es wurde eine Probebearbeitung bei Stama in Schlierbach vereinbart. Nach diesen positiv verlaufenen Versuchen kaufte Jongen die Maschine und wurde damit der weltweit erste Anwender des Fräs-Dreh-Zentrums. Mit der Stama war es möglich, das Werkstück aus einem Stangenrohling komplett in einem Set-up fertig zu bearbeiten.

Bessere Abläufe

»Allein vom Handling her brachte uns das Fräs-Dreh-Zentrum einen riesigen Vorteil, weil zwischendurch nicht immer wieder gerüstet werden musste«, erläutert Schlienkamp. Wichtig sei auch, dass mannlos gefertigt werden könne. Bei Jongen laufen die Maschinen in drei Schichten.

Die integrierte Handlingeinheit im Käfig. Bild: maschine+werkzeug:

Die integrierte Handlingeinheit im Käfig. Bild: maschine+werkzeug:

Nach einigen Jahren im Einsatz folgten zwei weitere Maschinen von Stama, aktuell war inzwischen die Baureihe MT 726. Die Vorzüge des Konzepts hatte Jongen bereits bei der ersten Maschine erkannt, mit der eine Änderung der ganzen Produktionstechnologie möglich geworden war.

Der schwäbische Maschinenhersteller Stama pflegt seit 20 Jahren ein sehr enges Verhältnis zu seinem Kunden im Rheinland. Dass während dieser Zeit die Ansprechpartner nicht gewechselt haben, freut Stamas Gebietsverkaufsleiter Hartmut Bürgler ganz besonders: »Wir haben es immer mit den gleichen Leuten zu tun. Die Gesichter wechseln nicht. Wir kennen uns schon lange und kommen miteinander klar. Menschen kaufen bei Menschen.« Mit von der Partie ist auch Thomas Kauls. Seine Handelsvertretung war bereits beim Verkauf der ersten Maschine aktiv. Kauls vertritt Stama in Nordrhein-Westfalen, wo der Maschinenhersteller keine eigene Verkaufsniederlassung unterhält.

Das XZ-Portal von Festo greift das fertige Werkstück. Bild: maschine+werkzeug

Das XZ-Portal von Festo greift das fertige Werkstück. Bild: maschine+werkzeug

Vom besonderen Verhältnis zu Jongen profitiert Stama in ganz besonderer Weise. Wie kaum ein anderer Kunde gewährt der Werkzeughersteller dem Maschinenbauer so detaillierte Einblicke in seine Prozesse. Und wenn die Fertiger den Eindruck haben, an der ein oder anderen Stelle lässt sich noch etwas an den Maschinen verbessern, halten sie mit ihren Vorschlägen nicht hinter dem Berg. Laut Hartmut Bürgler fließt solcher Input in die Neukonstruktion der nächsten Generation von Anlagen ein: »Was den Austausch von Informationen anbelangt, ist Jongen ein absolutes Vorbild. Anhand des Feedbacks erfahren wir, ob wir die erwartete Lösung bereitstellen konnten und wo es möglicherweise noch weiteres Verbesserungspotenzial gibt. Das nimmt Einfluss auf die Weiterentwicklung unserer Konzepte. Wir dürfen nicht stehen bleiben.«

Dass der Markt nach einer stabileren Maschine verlangte, hat vor allem einen Grund: Die zu bearbeitenden Materialien sind anspruchsvoller geworden. Das zeigt sich auch bei einem Produzenten wie Jongen, der heute für seine Werkzeugträger höher legierten Werkzeugstahl mit größerem Chrom-Anteil verwendet. Das verlangt nach höheren Maschinenleistungen.


Inhaltsverzeichnis
Unternehmensinformation

Jongen Werkzeugtechnik GmbH

Siemensring 11
DE 47877 Willich
Tel.: 02154-9285-0
Fax: 02154-9285-91500

STAMA Maschinenfabrik GmbH

Siemensstraße 23
DE 73278 Schlierbach, Württ
Tel.: 07021-572-1
Fax: -229

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