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maschine+werkzeug 09/2009

Basis für Individuelles

Maschinen

Bearbeitungszentren Emag hat ein neues Plattformkonzept für Maschinen entwickelt, das individuell an die Bearbeitungsanforderung angepasst wird und sich für zukünftige Ansprüche entsprechend rekonfigurieren lässt.

Die Anforderungen an moderne Werkzeugmaschinen sind vielschichtig. So erwartet der Kunde heute eine flexibel einsetzbare, hochproduktive und mit neuester Technologie ausgestattete Maschine. Zudem steigt der Preisdruck, vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. All dies zusammengenommen ergebt ein Anforderungsprofil, dem herkömmliche Maschinenkonzepte nicht gerecht werden, lautete die Schlussfolgerung bei Emag und gab den Anstoß zu einem individuellen Plattformkonzept.

Die Ausrichtung auf eine spezielle Technologie ist im ersten Schritt sicherlich die günstigste Variante bei der Beschaffung von Werkzeugmaschinen. Doch wie verhält es sich, wenn sich die Bearbeitungsanforderungen verändern? Wenn beispielsweise zusätzlich zur Drehbearbeitung noch Schleifoperationen gefordert sind. Meist steht dann die Investition in eine zusätzliche Maschine an. Problematisch wird es, wenn die Werkstücke nur in kleinen oder mittleren Stückzahlen produziert werden und damit die Neuinvestition das zusätzliche Bearbeitungsaufkommen übersteigt. Einen Ausweg bieten hier Kombinationsmaschinen, die beispielsweise das Drehen und Schleifen in einem Arbeitsraum und in einer Aufspannung miteinander verbinden. Doch nur die wenigsten Kunden investieren zu Beginn in eine Kombinationsmaschine, wenn am Anfang des Auftrags nur eine Eintechnologie-Maschine gebraucht wird. Beide Vorgehensweisen sind daher aus kaufmännischer Sicht nicht optimal. So stellt sich die Frage nach geeigeneten Alternativen.

Mit ihren rekonfigurierbaren Maschinen hält die Emag Salach Maschinenfabrik GmbH eine sinnvolle Alternative parat. Damit lassen sich Maschinen im Laufe ihres Lebenszyklus an veränderte Anforderungen anpassen. Diese Idee hat Emag noch nie so konsequent umgesetzt wie bei der neu entwickelten VLC 250. Die VLC 250 ist Teil einer Maschinenplattform, die sich über die Futtergröße 250 definiert. Das heißt, dass in den Maschinen VL 5i, VSC 250 und VLC 250 sehr viele gleiche Komponenten und Technologiemodule eingesetzt werden. »Die Idee dahinter ist einfach. Wir haben einen Technologie-Modulbaukasten so weit standardisiert, dass diese Module in nahezu jeder der Maschinen zum Einsatz kommen können. Auch für die Basismaschinen verwenden wir sehr viele gleiche Komponenten. So werden beispielsweise die Portalschlitten bei allen Maschinen in exakt der gleichen Bauweise ausgeführt. Lediglich die leistungs- und qualitätsbestimmenden Komponenten, wie die Lagerung und Motorisierung der Hauptspindel sowie das Führungsprinzip der Hauptspindelpinole, werden an den jeweiligen Bearbeitungsbedarf angepasst«, erklärt Dr. Guido Hegener, technischer Geschäftsführer bei der Emag Salach Maschinenfabrik GmbH. Dies bietet den Emag-Kunden neue Möglichkeiten in der individuellen Konfiguration der vertikalen Fertigungssysteme.

Im Modulbaukasten kann der Kunde unter anderem zwischen vier verschiedenen Spindeln auswählen. Eine universelle Standardspindel, eine Spindel für die Hochleistungsbearbeitung, eine für hochgenaue Anwendungen und eine für den Multitechnologieeinsatz mit erweiterter C-Achs-Genauigkeit. Auch bei der Lagerung der Z-Achse (Pinole) gibt es sowohl den Einsatz von Wälzführungen als auch von Hydrostatik. Je nach Anwendungsfall lassen sich verschiedene Revolverpositionen und Automationsmöglichkeiten realisieren. Hinsichtlich der Technologie ist das Konzept offen und ermöglicht Drehen, Bohren, Schleifen, Fräsen oder auch Multitechnologieeinheit mit Werkzeugwechsler. Emags Ziel besteht darin, dem Kunden eine optimal an seine Fertigungsanforderung angepasste Maschine zu bieten. Zudem gehe es darum, ihm die Sicherheit zu geben, zukünftig die Maschine um Technologiemodule entweder erweitern oder mit alternativen Technologiemodulen ausstatten zu können.

Die VLC 250 hat Emag als querbediente Pick-up-Maschine in Konsolenbauweise konzipiert. Wie bei allen vertikalen Emag-Maschinen gehört die Automation als ein fester Bestandteil zum System. Die Werkstücke werden über ein umlaufendes Transportband der Pick-up-Position zugeführt und direkt in das Spannfutter aufgenommen. Dies gewährleistet einen schnellen und betriebssicheren Werkstückwechsel. Um die geforderten Genauigkeiten an den Werkstücken prüfen zu können, lässt sich ein außerhalb des Arbeitsraums angebauter Messtaster in den Prozess integrieren. Durch das Messen der Werkstücke im gespannten Zustand im Futter der Hauptspindel, erfasst die CNC-Steuerung Korrekturdaten. Daraus resultiert eine gleichbleibende Genauigkeit und Qualität der gefertigten Werkstücke auch bei unbeaufsichtigtem Betrieb. Um Futterteile komplett in einer Aufspannung bearbeiten zu können, wird die VLC 250 mit einer Y-Achse und zusätzlichen Bohr-, Fräs- oder Schleifspindeln ausgestattet. Durch den längsgerichteten Maschinenaufbau stehen bis zu drei Werkzeugmodulplätze zur Verfügung.

Die VLC 250 wächst mit ihren Aufgaben. Beginnt ein Fertigungsunternehmen mit einer VLC 250 mit Drehrevolver, kann diese bei geänderter Anforderung um eine Schleifeinheit erweitertet werden. Auch das Anbringen eines Multitechnologiemoduls ist möglich. Hierfür wird eine entsprechende Frässpindel mit B-Achse integriert, die auf ein Werkzeugmagazin mit 48 Werkzeugen zugreift. So erhält der Kunde ein Dreh-Fräszentrum mit Fünf-Achsbearbeitung.

In Sachen Automation gehen die Salacher ebenfalls neue Wege und haben das Emag ILS (InLine System) entwickelt. Damit können die VLC Maschinen – in Linie – direkt aneinander gestellt werden. Durch großzügige Wartungs- und Serviceöffnungen von der Vorder- und Rückseite ist jede einzelne Maschine dann immer noch gut zugänglich. Diese Anordnung bietet sich vor allem für die Serienfertigung an. Auf diese Weise kann ein Teilefluss durch zwei oder drei Maschinen dargestellt werden. An den Schnittstellen können optional kleine Puffer oder Ausschleusstationen angefügt werden. Mit dem ILS-System lassen sich damit Fertigungssysteme mit geringstem Platzbedarf konzipieren.

Die neue Emag-Plattform 250 bietet die Möglichkeit, die Maschinen aus einem sehr breiten standardisierten Modulbaukasten an die individuelle Anforderung des Kunden anzupassen. Mit den drei Produktreihen VL 5i, VSC 250 und VLC 250 versucht Emag hinsichtlich Auslegung, Produktivität, Flexibilität, universellem Einsatz und Mehrtechnologiefähigkeit allen Kundenwünschen gerecht zu werden.

Die VL 5i, konfiguriert als Standardvariante, ist besonders auf Lohnfertiger- und Drehteilehersteller ausgelegt. Die VSC 250 wurde wie bereits in der Vergangenheit als stirnbediente Produktionsmaschine konzipiert, die individuell an die Bearbeitungsanforderung angepasst werden kann. Die VLC 250 ist ein querbedientes vertikales Fertigungssystem, bei dem der universelle Einsatz im Vordergrund steht, und damit bestens für Multitechnologie-Anwendungen geeignet.

www.emag.com

  • Bild 1: Basis für Individuelles

    Bild 1: Basis für Individuelles

  • Bild 2: Basis für Individuelles

    Bild 2: Basis für Individuelles

  • 1 Universeller Einsatz der VLC 250 durch integrierte Technologie sowohl bei der Weich- als auch bei der Hartbearbeitung. 2 Die Werkstückvermessung erfolgt schnell und ohne Umwege in der Arbeitsspannung durch Messtaster oder Messdorn.

    1 Universeller Einsatz der VLC 250 durch integrierte Technologie sowohl bei der Weich- als auch bei der Hartbearbeitung. 2 Die Werkstückvermessung erfolgt schnell und ohne Umwege in der Arbeitsspannung durch Messtaster oder Messdorn.

  • Bild 4: Basis für Individuelles

    Bild 4: Basis für Individuelles

  • 3 Auf der Emag-Automation mit flexiblen Schlepprahmen gelangen die Werkstücke zur Pick-up-Station. 4 Großzügige Wartungs- und Serviceöffnungen gewährleisten eine gute Zugänglichkeit der Maschine. 5 Die VLC 250, ein querbedientes, vertikales Fertigungssystem, eignet sich besonders für Multitechnologie-Anwendungen.

    3 Auf der Emag-Automation mit flexiblen Schlepprahmen gelangen die Werkstücke zur Pick-up-Station. 4 Großzügige Wartungs- und Serviceöffnungen gewährleisten eine gute Zugänglichkeit der Maschine. 5 Die VLC 250, ein querbedientes, vertikales Fertigungssystem, eignet sich besonders für Multitechnologie-Anwendungen.

  • Bild 6: Basis für Individuelles

    Bild 6: Basis für Individuelles

  • Bild 7: Basis für Individuelles

    Bild 7: Basis für Individuelles

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