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maschine+werkzeug 03/2019

Noch lange kein altes Eisen

Automotive

Das Mobilitätskonzept für den Individualverkehr wird sich ändern. Wie, darüber streiten sich die Geister. Sicher ist nur: Die klassische Zerspanungsmaschine gehört noch lange nicht zum alten Eisen – sie wird auch die EMO Hannover 2019 prägen.

Laser machen die wettbewerbsfähige Produktion von Elektroautos überhaupt erst möglich. Im Elektromotor erfordert insbesondere der magnetisch wirkende Stator einen hohen Produktionsaufwand. Bild: Trumpf

Der Umstieg auf Elektromobilität bedeutet einen tief greifenden Wandel für die Produktionstechnik, warnte bereits 2010 der damalige Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft Prof. Hans-Jörg Bullinger. So werde sich im Automobilbau die gesamte Wertschöpfungskette ändern.

Die Bedeutung der Elektrifizierung für die Wertschöpfung im Antriebsstrang nimmt auch die VDMA-Studie »Antrieb im Wandel« unter die Lupe. Erstellt wurde sie von der Aachener FEV Consulting GmbH. Demnach werde die zunehmende Dynamik bei der Elektrifizierung von Fahrzeugen und in der Antriebstechnik zu einschneidenden Veränderungen in der deutschen Mobilitäts- und Fahrzeugindustrie sowie in Teilen des Maschinenbaus führen. Zudem kämen der Forschung und branchenübergreifenden Netzwerken zentrale Rollen zu.

Zwar erwarten die FEV-Experten in den drei betrachteten Märkten Europa, USA und China eine Verringerung des Absatzes von Verbrennungsmotoren (inklusive Hybridantriebe) bei Pkw um zehn Prozent bis 2030 im Vergleich zu 2016. Dennoch verbleibe für Komponentenhersteller sowie Maschinen- und Anlagenbauer weiterhin ein substanzielles Geschäft. Denn verbesserte Antriebstechnologien – beispielsweise Effizienzmaßnahmen in Verbrennungsmotor und Getriebe – erhöhen auch die Anforderungen an die Fertigungstechnik.

Zugleich rechnen die Studienautoren in diesen drei Märkten mit einem Anteil von 22 Prozent an rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen. Die Auswirkungen der Elektrifizierung auf die einzelnen Fertigungsprozesse, die bei konventionellen Antrieben dominieren, sind erheblich. So reduziert sich deren Wertschöpfung beim batterieelektrischen Antrieb im Durchschnitt um 64 Prozent (ohne Batteriezellproduktion). Im Gegensatz dazu steigt beim Hybridantrieb die Wertschöpfung um 24 Prozent – hier wird neben einem Verbrennungsmotor auch ein elektrischer Antrieb verbaut.

Entscheidend ist, was unterm Strich herauskommt: Laut Studie wird sich die Kombination aus Hybridantrieben, einer höheren Komplexität beim Verbrennungsmotor sowie steigenden Absatzzahlen von Fahrzeugen – vor allem in China – insgesamt positiv auf die Wertschöpfung auswirken.

Nach Einschätzung von VDMA-Präsident Carl Martin Welcker »birgt der Transformationsprozess der Mobilität für den Maschinenbau Chancen auf zusätzliche Wertschöpfung – für uns kann der ›Antrieb im Wandel‹ ein Wachstumsgeschäft sein.« Noch bleibe den Unternehmen Zeit, um die Transformation erfolgreich zu gestalten, um Geschäftsmodelle und Technologien anzupassen. Gleichzeitig zeigt die Studie aber klar: Hybridisierung und Elektrifizierung werden sich durchsetzen.

Die Meinung des VDMA-Präsidenten findet bei Marc Kirchhoff, Head of Industry Management Automotive bei Trumpf, Zustimmung: »Der Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland kann von der Elektromobilität profitieren.« Die Mobilität der Zukunft werde bei Trumpf Arbeitsplätze in Entwicklung, Produktion und Applikation mindestens sichern, teilweise sogar neu schaffen, »denn Laser machen es überhaupt erst möglich, dass Elektroautos wettbewerbsfähig produziert werden können«. Und Trumpf verzeichnet bereits eine steigende Nachfrage nach Fertigungstechnologien für die E-Mobilität.


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