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maschine+werkzeug 07/2019

Hand in Hand zum Flieger

Bearbeitungszentren

Im Flugzeugbau müssen Anwender ›High Speed Machining‹ oder ›High Speed Performance Cutting‹ einsetzen. Das ist aber nur bei einer smarten Verknüpfung von Maschine und Werkzeug wirtschaftlich.

 Der ›HPC Al 35‹ ist für das ›One-Shot-Schlichten‹ mit Steghöhen bis zu 5xD konzipiert. Bild: Walter

Der ›HPC Al 35‹ ist für das ›One-Shot-Schlichten‹ mit Steghöhen bis zu 5xD konzipiert. Bild: Walter

Während die Anzeichen zunehmen, dass sich die Konjunktur im Automobilbau abkühlt, boomt die Luftfahrtbranche. So geht Airbus von einem 4,4-prozentigen durchschnittlichen Wachstum bis zum Jahr 2037 aus.

Der ›M2331‹ reizt die volle Leistung der neuen Mag-Spindel mit 130 Kilowatt voll aus. Bild: Walter

Der ›M2331‹ reizt die volle Leistung der neuen Mag-Spindel mit 130 Kilowatt voll aus. Bild: Walter

»Auf einem Aerospace-Forum bat ein US-amerikanischer Luftfahrtexperte von Boeing die interessierten Besucher im Plenum regelrecht darum, Spindeln zu kaufen, weil der künftige Bedarf an Bauteilen so immens groß ist«, erinnert sich Jim Dale, Component Manager Business und Application Development bei Walter. »So soll sich nach Expertenaussagen die jährliche Passagieranzahl bis 2035 von 4,5 Milliarden auf 9 Milliarden verdoppeln.« Kein Wunder also, wenn sich auf den verschiedenen Technologiemessen, Kongressen und Foren zum Thema Luftfahrt vermehrt Automobilisten tummeln. Dort wiesen die Fertiger immer wieder auf das Wachstumspotenzial der Branche hin und bekundeten ihr starkes Interesse, sich ein weiteres Standbein zu erschließen. Doch die Fertigung in der Luft- und Raumfahrt unterscheidet sich erheblich von der im Automobilbereich, da hier die Bauteile meist aus einem massiven Metallblock gefräst werden. Um dabei schnell voranzukommen, benötigen Anwender Fertigungstechnologien wie High Speed Cutting und High Performance Machining, denn nur mit diesen leistungsfähigen Fertigungsmethoden lassen sich die Anforderungen der Flugzeugbauer befriedigen.

Höchste Zerspanraten

Genau für diesen Aufgabenbereich sind die Maschinen der MAG-Serie von Makino konzipiert, da sie auf höchste Zerspanraten und Oberflächengüten bei Aluminium-Strukturbauteilen für die Luftfahrtbranche entwickelt wurden. Laut Hersteller holt der europäische Markt für Hochgeschwindigkeitsbearbeitung mittlerweile den US-Markt ein. Völlig anders verhält es sich auf dem deutschen Markt. »In Deutschland dominiert der Automotive-Bereich und dort gelten noch andere Fertigungsgrundsätze«, weiß Urko J. Ugalde, Product Manager BU Aerospace bei Makino. »Für jeden Automobilisten, der in der Luftfahrbranche Fuß fassen möchte, ist es deshalb unumgänglich, seinen Blick auf die Fertigung zu erweitern.«

Makino hat die Mag-Spindeln speziell für das ›High Speed Cutting‹ und ›High Performance Machining‹ entwickelt. Bild: Makino

Makino hat die Mag-Spindeln speziell für das ›High Speed Cutting‹ und ›High Performance Machining‹ entwickelt. Bild: Makino

Doch laut dem Experten reicht es nicht nur, die Maschine zu besitzen. »Es sind zwei Schlüsselkomponenten nötig, die Maschine und das Werkzeug«, betont Urko J. Ugalde. »Es nützt nichts, die leistungsfähigste Maschine auf dem Markt zu besitzen und sie dann mit Standardwerkzeugen zu betreiben. So werden die Anwender nicht von der hohen Leistung der Maschine profitieren.« Aus diesem Grund kooperiert der Maschinenbauer eng mit Werkzeugherstellern wie Walter.

Der Spezialist aus Tübingen begleitet die Veränderungen in der Branche aktiv und bietet Maschinenherstellern und Anwendern weltweit ein umfassendes Portfolio an Werkzeugen und Services, das kontinuierlich erweitert wird. Dabei hat er nicht nur die wachsende Anzahl neuer Anwendungen, Fertigungstechnologien und Materialien im Blick. Auch für bereits etablierte Prozesse werden bisherige Werkzeuglösungen optimiert oder auf der Basis neuer Technologien alternative Lösungen entwickelt.

»Als Premiumhersteller mit 100 Jahren Erfahrung bieten wir mit einem Standardsortiment für viele Anwendungssituationen bereits sehr gute bis optimale Lösungen. Die Walter Engineering Kompetenz geht aber weit über das einzelne Zerspanungswerkzeug hinaus. Im Fokus stehen die gesamte Zerspanungsstrategie und die Bearbeitungsprozesse«, erläutert Jim Dale. »Werden unsere Experten früh in die Erarbeitung von Produktions- und Werkzeugmanagement-Prozessen einbezogen, ergeben sich oft erhebliche Effizienzgewinne.« Dusan Parec, Team Leader Applikation Structural Components BU Aerospace bei Makino, ergänzt: »Hohe Leistung kann nur mit Premiumwerkzeugen erreicht werden. Walter als Partner, der solche Tools entwickelt, kann das volle Potenzial unserer Maschinen ausschöpfen.«

Beide Firmen blicken auf eine fast 10-jährige Partnerschaft zurück. So hat Makino bereits 2010 auf globaler Ebene Projekte in der Bearbeitung von Titan mit den Tübingern realisiert und seit 2015 erstreckt sich die Kooperation auch auf Aluminium. »Der Startzeitpunkt der Kooperation fiel mit der Eröffnung des europäischen Technologiezentrums von Makino zusammen, durch das das Unternehmen einen noch größeren Fokus auf den europäischen Luftfahrtmarkt legt«, erläutert Jim Dale.


Inhaltsverzeichnis
Unternehmensinformation

MAKINO Europe GmbH

Essener Bogen 5
DE 22419 Hamburg
Tel.: 040-29809-0
Fax: -455

Walter Deutschland GmbH

Eschborner Landstr. 112
DE 60489 Frankfurt Am Main
Tel.: 069-78902-100
Fax: -234

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