nach oben
maschine+werkzeug 07/2019

Von drei Seiten gleichzeitig

Rundtaktmaschinen

Wie wird man als Maschinenbauer Technologiepartner bei einem Schweizer Automobilzulieferer? SFS erklärt es anhand des Fallbeispiels, der Transfermaschine von Sema Maschinenbau aus Österreich.

Nachbearbeitung von Kaltumformteilen bei SFS in Heerbrugg. Bild: Sema

Nachbearbeitung von Kaltumformteilen bei SFS in Heerbrugg. Bild: Sema

Seit 1960 werden bei SFS in Heerbrugg, Schweiz Schrauben produziert. Mittlerweile hat sich das Unternehmen zu einem international tätigen Zulieferer für die Automobilbranche und weitere anspruchsvolle Industrien entwickelt.

Zu den Kerntechnologien von SFS gehört die Kaltmassivumformung. Ausgehend von einem Rohteil, in der Regel einem Drahtabschnitt, wird Stahl in zwei bis sechs Umformstufen in die gewünschte Form gepresst. Die Vorteile für den Kunden liegen auf der Hand: hohe Mengenleistung und spezielle Formgebungsmöglichkeiten.

Der Arbeitsraum der ›MT-40-V‹ von Sema Maschinenbau. Bild: Sema

Der Arbeitsraum der ›MT-40-V‹ von Sema Maschinenbau. Bild: Sema

Auch höhere Festigkeitswerte des Pressteiles gegenüber Drehteilen und Oberflächengenauigkeiten wie bei einem geschliffenen Werkstück werden bei den Kunden von SFS geschätzt und auch gefordert. Um diesen hohen Anforderungen gerecht zu werden, arbeitet SFS sehr eng mit Technologiepartnern zusammen.

Welche Kriterien ein Hersteller für Produktionsanlagen bei SFS erfüllen muss, um als Technologiepartner infrage zu kommen, beschreibt Werner Ryser, Bereichsleiter Technik Standort Heerbrugg, am Beispiel einer kürzlich erworbenen Transfermaschine für die spanabhebende Bearbeitung von Hochvolumenpräzisionsteilen, der MT-40-V von Sema Maschinenbau.

Werner Ryser, Bereichsleiter Technik bei SFS (rechts), und Tobias Schiessel, Projektleiter Technik. Bild: Sema

Werner Ryser, Bereichsleiter Technik bei SFS (rechts), und Tobias Schiessel, Projektleiter Technik. Bild: Sema

Schon bei der Anfrage von Investitionsprojekten bei einem Maschinenbauunternehmen trennt sich für SFS die Spreu vom Weizen. Wer seine Angebote bezüglich Maschinen- und Werkzeugkonzept professionell ausarbeitet und zeitnah anbieten kann, der sammelt Punkte im dynamischen Umfeld der Automobilzulieferindustrie. Zu den Entscheidungskriterien für und wider einen Hersteller zählen beispielsweise das Preis-Leistungs-Verhältnis der Maschine, Liefertermin und Taktzeiten. Daran erkennt Werner Ryser etwa die Risikobereitschaft beim Anlagenbauer, die ebenfalls ein wichtiger Punkt für die Vergabe des Investitionsauftrages ist.

Auch in der Projektabwicklung selbst kann sich das Maschinenbauunternehmen einen Ruf als verlässlicher Technologiepartner erarbeiten. Hier legt SFS Wert auf saubere Projektplanung und straffe Terminverfolgung. Transparenz in der Kommunikation des Projektfortschrittes und Zusammenarbeit bei der Lösung von unvorhergesehenen Problemen bewertet der Automobilzulieferer ebenfalls.

Service im Fokus

Die wahre Qualität eines Anlagenbauers, der als langfristiger Technologiepartner bei SFS eingestuft werden will, zeigt sich allerdings erst nach der Inbetriebnahme der Werkzeugmaschine. Wer in einem Verbund von Produktionsstandorten weltweit agiert, braucht einen Partner mit schnellen Reaktionszeiten bei Serviceeinsätzen oder Ersatzteillieferungen, ob das in Europa ist, in den USA oder in China.

Sema Maschinenbau aus Traunkirchen in Oberösterreich ist heute Technologiepartner bei SFS und spezialisiert auf den Bau von Rundtaktanlagen für die spanabhebende Hochvolumenproduktion von Präzisionsteilen. Als Familienunternehmen 1988 von Adolf Schacherleitner gegründet, wächst Sema über die Jahre beständig weiter. Heute zählt das Unternehmen über 250 Mitarbeiter. Mehr als 30 Anlagen werden pro Jahr ausgeliefert. Zu den Kunden zählen viele bekannte Marken der Automobilzulieferindustrie weltweit.

SFS hat sich für die vertikale Rundtaktanlage MT-40-V von Sema Maschinenbau entschieden. Grund: Die flexible Modulbauweise mit standardisierten Maschinenkomponenten ermöglichen eine Vielzahl an unterschiedlichen Konfigurationen, passend für verschiedene Anforderungen. Die einfache Automatisierung der Teilebeladung und -entladung unterstützt ebenfalls dieses Prinzip. Man kann also ein standardisiertes Maschinenkonzept für viele unterschiedliche Komplettbearbeitungen einsetzen. »Durch diese Flexibilität hat diese Serienmaschine ein hohes Potenzial für zukünftige Anwendungen bei SFS«, meint Werner Ryser.

Ebenfalls vorteilhaft ist die vertikale Anordnung des Rundtisches und die Abschottung des Arbeitsraumes mit steil abfallenden Edelstahlverkleidungen, die den Spänefluss optimieren und dadurch den Reinigungsaufwand im Bearbeitungsbereich minimieren. Die gute Zugänglichkeit des Arbeitsbereiches und die übersichtlich angeordneten Bedien- und Wartungselemente vereinfachen außerdem den Maschinenbetrieb.

Aufgespannt auf dem vertikal positionierten Rundtisch mit sechs Stationen, kann das Werkstück auf zwei Stationen bei Bedarf von bis zu drei Seiten gleichzeitig mit CNC-gesteuerten Drei-Achs-Einheiten bearbeitet werden. Auf weiteren drei Stationen ist eine Bearbeitung von zwei Seiten mit CNC-gesteuerten Drei-Achs-Einheiten möglich. Eine Station dient der Be- und Entladung. Das ergibt insgesamt eine Teilebearbeitung mit bis zu zwölf Bearbeitungseinheiten bei automatischer Teilezuführung. Die Teilebearbeitung selbst erfolgt durch unabhängig angesteuerte Drei-Achs-Module mit Linearmesssystemen, die bis auf den Mikrometer genau korrigierbar sind. Damit lassen sich in einer Aufspannung auch komplexe Werkstücke sehr präzise bearbeiten.

Absolut stabil

Die in der MT-40-V eingesetzten Motorspindeln können ein Nennmoment von 15 Newtonmeter erreichen. Die maximale Spindeldrehzahl liegt bei 20.000 Umdrehungen pro Minute. Die Werkzeugaufnahme ist in der Regel HSK50-C. Um leistungsstarke Motorspindeln dieser Klasse in einer so kompakten Bauform erfolgreich zum Einsatz zu bringen, benötigt die Werkzeugmaschine ein durchdachtes Design der Basis. Die Stahl- Schweißkonstruktion mit Mineralgußhinterfüllung verleiht der MT-40-V die benötigte Stabilität .

Dem gleichen konstruktiven Grundprinzip folgt auch die Auslegung des Rundtisches der MT-40-V mit leistungsstarkem Torquemotor. Die Lagerung des Rundtisches mit Gegenlager unterstützt die Präzision im Bearbeitungsprozess. Eine gesteuerte Drehdurchführung ermöglicht die Übergabe von Medien direkt an die Spannvorrichtung. Die hohe Stabilität der wirkt sich laut den Experten von Sema Maschinenbau positiv auf die Lebensdauer der Maschine und die Wekzeugstandstandzeit aus.

www.sema-maschinenbau.com

Unternehmensinformation

SEMA Maschinenbau GmbH

Hessenberg 1
AT 4801 Traunkirchen
Tel.: 0043-7617-3304-0
Fax: -05

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren
Aktuelle Videos

Ceratizit: Leidenschaft für Hartmetall - vom Erz zum fertigen Produkt


Zu den Videos

Newsletter

Sie wollen immer top-aktuell informiert sein? Dann abonnieren Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!

Hier kostenlos anmelden

Aktuellen Newsletter ansehen

Basics
Zur Übersicht aller Basics
Suchalert speichern
© Fotolia.com/Zerbor

Wir benachrichtigen Sie per E-Mail über neue Suchergebnisse zu Ihrer Suchanfrage. Speichern Sie hierzu einfach Ihre aktuelle Suchanfrage in Ihrem persönlichen Profil.


So geht's