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maschine+werkzeug 07/2019

»Moderne Forschungseinrichtungen benötigen schnelle Drehmaschinen.«

Interview

Im Jubiläumsjahr will die GDW Werkzeugmaschinen mit einer noch nie dagewesenen Maschine aufhorchen lassen. Und die Geschäftsführer Hans Ort und Andrea Ort-Hack haben noch mehr Pfeile im Köcher.

Bild: GDW

Bild: GDW

Herr Ort, GDW feiert 2019 das 25-jährige Bestehen des Unternehmens. Welche Bedeutung hat dieses Jubiläum für Sie?

Ort: Ich muss gestehen, dass meine 14 Jahre bei GDW nicht immer leicht waren. Wenn man zunächst als leitender Angestellter in der zweiten Reihe steht und unternehmerische Entscheidungen nicht beeinflussen kann, ist es immer schwierig, Akzente zu setzen. Nachdem GDW dann uns gehörte, sah ich, dass alles ganz anders laufen kann. Ich bin ein sehr ehrgeiziger Mensch und immer auf der Suche nach einer noch besseren Lösung. Das hat uns sehr nach vorne gebracht, wir sind heute nicht umsonst Innovationsführer. Daher freue ich mich auf die nächsten 25 Jahre.

Und für Sie, Frau Ort-Hack?

Ort-Hack: Für mich heißt das Jubiläum vor allem, dass wir seit 25 Jahren eine Marke im Markt sind. Ich kam erst 2010 zu GDW, wo ich auch meinen heutigen Mann kennenlernte. Der Virus GDW hat uns beide angesteckt. Ich bin ja eine eher kühl denkende Finanzwirtschafterin, aber der Funke der Begeisterung ist auf mich übergesprungen. Wenn so eine kleine Firma 15 Jahre auf dem Markt bestehen kann, steckt da etwas dahinter, nämlich die Kunst, die besten Maschinen zu bauen.
Die besten Maschinen?

Ort: Wenn es nur noch ein oder zwei Unternehmen gibt, die sich in unserem Bereich den Markt der Premiummaschinen aufteilen, dann muss man immer besser, günstiger, zuverlässiger und innovativer sein. Aus dieser Innovation heraus ist GDW immer derjenige gewesen, der die Innovation im konventionellen Bereich vorgegeben hat. Das kann ich schön dokumentieren, indem ich zeige, wer jeweils der Erste war.

Wie viele Maschinen bauen Sie pro Jahr?

Ort: Voriges Jahr haben wir mit unseren 50 Mitarbeitern hier in Höchstadt 445 Drehmaschinen geschafft.
Reichen die Wurzeln des Unternehmens nicht noch weiter zurück? Im Foyer hier bei GDW steht eine alte Drehmaschine aus dem Jahr 1953, aus der Zeit von Weiler.

Ort: Diese Maschine steht da, weil sie mein Baujahr ist, ich bin 1953 geboren. Was die Unternehmensgeschichte anbelangt, muss man auch die Vergangenheit kennen, um das Jetzt und Hier zu verstehen. Was meinen Beruf ausmacht, habe ich zum größten Teil bei Weiler gelernt. Nach dem Eigentümerwechsel konnte ich mich dann aber nicht mehr mit der Firma identifizieren. Als Vertriebsrepräsentant und Produktmanager hatte ich damals vergeblich nach neuen Maschinen verlangt. Aber ich wünsche mir, dass es auch Weiler noch lange geben wird, denn Wettbewerb ist wichtig.

Seit vorigem Jahr hat das Unternehmen eine zusätzliche Geschäftsführerin mit den Schwerpunkten Innovation und Technologie. Soll damit ein Zeichen gesetzt werden?

Ort-Hack: Ich bin in erster Linie Kaufmann und damit für alles zuständig, was mit Finanzen zu tun hat. Innovationen sind für mich Maßnahmen, die die Zukunft von GDW sichern.

Wo sehen Sie Ihren Schwerpunkt als Geschäftsführerin?

Ort-Hack: Die Innovation nach vorne zu bringen! Ich bin keine Technikerin, kann aber erkennen, was wichtig ist, und entscheide mit gesundem Menschenverstand, was wir als Geschäftsleitung unterstützen und finanzieren wollen. Nach meinem Dafürhalten ist es sehr sinnvoll, eher in Technologie zu investieren, als das Geld zu sparen. Über sehr lange Strecken wurde das hier im Unternehmen leider nicht so gemacht.

Andrea Ort-Hack, Geschäftsführerin der GDW Werkzeugmaschinen GmbH. Bild: GDW

Andrea Ort-Hack, Geschäftsführerin der GDW Werkzeugmaschinen GmbH. Bild: GDW

Welche Fertigungstiefe haben Sie hier?

Ort: Wir sind ein reiner Montagebetrieb. Einige Lieferanten sitzen in Polen, wir verwenden aber keinerlei Bauteile aus Fernost. Die Geometrie und Präzision ist das Wichtigste. Wir haben die Fertigungsverfahren hier im Haus, um alle Arbeiten, die bei der Montage anfallen, auszuführen. Das umfasst auch sämtliche Messverfahren, die für die Dokumentation der Qualität relevant sind.

Ort-Hack: Die Konstruktion, sowohl mechanisch als auch elektrisch, findet ausschließlich bei uns im Haus statt.

Hans Ort, geschäftsführender Alleingesellschafter der GDW Werkzeugmaschinen GmbH. Bild: GDW

Hans Ort, geschäftsführender Alleingesellschafter der GDW Werkzeugmaschinen GmbH. Bild: GDW

Ist bei den Drehmaschinen der konventionelle Bereich technisch nicht so langsam ausgereizt?

Ort: Nein, keineswegs! Die Drehmaschine ist die Mutter der Werkzeugmaschinen, und auf einer konventionellen Drehmaschine kann ich alles machen. Der Unterschied gegenüber CNC-gesteuerten Maschinen besteht darin, dass das Gefühl noch da ist, wenn man Einzelteile fertigt. Auf der diesjährigen EMO werden wir wieder ein Highlight haben. Das ist etwas, an das sich bisher kein anderer herangewagt hat. Das wird eine konventionelle Maschine sein, die es so bislang noch nicht gab.

Sie machen mich neugierig.

Ort: Wir werden die neue Speedline vorstellen. Kennen Sie eine andere konventionelle Drehmaschine, die schneller läuft als 8.000 Umdrehungen? Bei unserer neuen Maschine ist das das Minimum. Sie verfügt über eine einzigartige Lagerung, um diese fantastischen Werte zu erreichen. Zum Beispiel für die notwendige Nachbearbeitung von Werkstücken, die additiv gefertigt wurden. Mit niedrigeren Drehzahlen tut man sich da schwer.

Wie weit geht die Speedline?

Ort: Bis 10.000 Umdrehungen pro Minute. Das ist die erste konventionelle Drehmaschine mit einem wassergekühlten Spindelmotor.


Inhaltsverzeichnis
Unternehmensinformation

GDW Werkzeugmaschinen GmbH

Große Bauerngasse 58
DE 91315 Höchstadt a d Aisch
Tel.: 09193-50879-0
Fax: -40

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