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13.12.2018

3D-Druck revolutioniert die Instandhaltung von Zügen

Der britische Bahnbetreiber Angel Trains greift bei der Instandhaltung seiner älteren Züge auf die additive Fertigung zurück. Grund: Oftmals werden verschiedene Teile vom Originalhersteller nach einer gewissen Zeitspanne abgekündigt und sind nicht mehr verfügbar.

Die 3D-gedruckten Teile (v. l.): Elektrische Anschlussabdeckungen, eine Armlehne, ein Haltegriff und ein Klapptisch für die Rückseite der Sitze. (Bild: Business Wire)

Angel Trains, eines der führenden britischen Bahnleasingunternehmen, hat in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro ESG Rail und dem 3D-Drucker-Hersteller Stratasys vier Ersatzteile für die Innenausstattung von Zügen im 3D-Druck hergestellt und zertifiziert.

»Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit Angel Trains und Stratasys an der Entwicklung von Komponenten für die additive Fertigung in der Bahnindustrie zu arbeiten und damit eine Vorreiterrolle in dieser neuen Technologie einzunehmen und wünschen uns eine lange und erfolgreiche Zusammenarbeit«, Kevin Dilks, Business Development Manager bei ESG Rail.

Unter den Komponenten befinden sich elektrische Anschlussabdeckungen, eine Armlehne, ein Haltegriff und ein Klapptisch für die Rückseite der Sitze. Die Bauteile unterzieht Angel Trains im Jahr 2019 einen Härtetest in eingesetzten Personenzügen. Im Sommer 2019 sollen die Teile dann flächendeckend zum Einsatz kommen.

»Die Zusammenarbeit hat das Potenzial, die Fertigung in der Bahnindustrie zu verändern. Wir freuen uns darauf, diese Innovation mit ESG Rail und Stratasys voranzutreiben und hoffen, dass diese Lösung dazu beiträgt, die Bahnindustrie von technologischen Zwängen zu befreien und es unseren Zügen zu ermöglichen, die Bedürfnisse der Fahrgäste jetzt und in Zukunft weiterhin zu erfüllen«, betont Mark Hicks, Technischer Direktor bei Angel Trains.

Ersatzteile erst bei Bedarf fertigen

Angel Trains möchte mit diesem Projekt das Problem mit der Verfügbarkeit veralteter Teile lösen und die Kosten für das gesamte Rollmaterial senken. Ferner sollen dadurch die Fahrzeuge über einen längeren Zeitraum im Personenverkehr in Betrieb bleiben. Ein weiterer Vorzug sind die in Aussicht gestellten Kostenvorteile für Bahnbetreiber, da sie Kleinserienteile nach Bedarf produzieren können, anstatt in große Stückzahlen investieren zu müssen.

»Wir haben während dieses Projekts so viel gelernt und viele technische Herausforderungen gemeistert. Wir sind überzeugt, dass diese neuartige Fertigungsmethode die Kosten, Produktionszeiten und Probleme bei Ersatzteilen reduzieren wird«, erklärt Martin Stevens, Leiter Maschinenbau bei ESG Rail.

Die 3D-gedruckten Ersatzteile wurden alle für die additive Fertigung entwickelt und mit der Fused-Deposition-Modelling-Technologie (FDM) gedruckt. Die Experten von ESG Rail haben die Teile strukturell analysiert und bewertet, um sie mit den Druck-Lösungen von Stratasys schienenzertifizierten thermoplastischen Materialien herzustellen.

Traditionell werden Standard-Thermoplaste verwendet, die jedoch schlechte mechanische Eigenschaften und Brandschutzeigenschaften, weshalb sie nicht die optimale Wahl für Schienenfahrzeuge sind. Neue Hochleistungswerkstoffe, darunter Stratasys Antero 800 NA, ein thermoplastischer Kunststoff auf PEKK-Basis, wurden nun getestet, um zu zeigen, dass sie die Anforderungen der Norm EN45545-2 erfüllen.

»Mit der höchsten Wiederholgenauigkeit in der Branche und fortschrittlichen, schienenzertifizierten Materialien glauben wir, dass unsere FDM-Lösungen für die additive Fertigung ein enormes Potenzial bieten, die traditionelle Fertigung für eine Vielzahl von Anwendungen in der Bahnindustrie zu ersetzen. Die Zusammenarbeit wird uns bei der Analyse helfen, wie wir Eisenbahnunternehmen dabei unterstützen können, Teile auf Abruf - sowohl kostengünstig als auch effizient - herzustellen, um das Obsoleszenzmanagement bei Ersatzteilen zu optimieren und ihre Fähigkeit, Kunden zu bedienen, zu verbessern«, bilanziert Yann Rageul, Manager Strategic Account Team EMEA bei Stratasys.

Unternehmensinformation

Stratasys GmbH

Airport Boulevard B 120
DE 77836 Rheinmünster
Tel.: 07229-7772-0
Fax: 07229-7772-990

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