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09.08.2016

VDMA-Studie: Berufsausbildung für Industrie 4.0 braucht neue Inhalte

Industrie 4.0 verändert die Arbeitswelt. Daher müssen neue Inhalte und Methoden in die Aus- und Fortbildung integriert werden, Themen wie cyber-physische Systeme, Robotik und Social Media spielen für die vernetzte Produktion eine entscheidende Rolle. Im Zentrum von Industrie 4.0 steht weiterhin der Mensch. Der Mitarbeiter-Qualifizierung kommt künftig eine noch größere Bedeutung zu, so der VDMA, anlässlich der Vorstellung der Studie „Industrie 4.0 – Qualifizierung 2025“.

Die Studie „Industrie 4.0 – Qualifizierung 2025“ hat die Universität Hohenheim in Auftrag des VDMA erstellt. Eine Erkenntnis der Studie lautet, dass die Anforderungen an interdisziplinäre Zusammenarbeit, den Umgang mit Big Data und Datenschutzfragen weiter steigen. „Die Verantwortlichen für Aus- und Fortbildung sollten hierzu frühzeitig in strategische Industrie-4.0-Prozesse eingebunden werden. So können neue Lernkonzepte von Beginn an entwickelt und in die Strategie integriert werden“, erläuterte Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA.

Die Studie untersucht die Auswirkungen von Industrie 4.0 auf die Qualifizierung im Maschinen- und Anlagenbau. Im Mittelpunkt stehen die Anforderungen an die berufliche Aus- und Weiterbildung mit Schwerpunkt in den gewerblich-technischen Berufen. Hierzu wurden bestehende Datensätze aus Erwerbstätigenbefragungen analysiert und Qualifizierungs-Verantwortliche in VDMA-Mitgliedsunternehmen online befragt. Außerdem wurden 35 Einzelinterviews und fünf Gruppendiskussionen in Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus durchgeführt. „Unsere Studie kombiniert bewusst quantitative und qualitative Methoden. Dies ermöglicht intensive Einblicke in eine komplexe Materie“, sagte die Leiterin der Studie, Prof. Dr. Sabine Pfeiffer von der Universität Hohenheim.

Interview mit Prof. Dr. Sabine Pfeiffer von der Uni Hohenheim zu Industrie 4.0


„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Maschinen- und Anlagenbau sind hervorragend qualifiziert, können mit Komplexität umgehen und sind für Industrie 4.0 gerüstet“, betonte Pfeiffer. Die Studie zeige aber auch, dass die Belegschaft kontinuierlich weiterqualifiziert werden muss. Bestehende Berufsbilder, wie der Mechatroniker oder der Industriemechaniker, sollten für die Ausbildung inhaltlich an die Erfordernisse von Industrie 4.0 angepasst werden. Neue Berufe seien aktuell nicht gefragt. „Wir müssen vor allem die innovativen Potenziale nutzen, die unser Berufsbildungssystem heute bietet“, forderte die Leiterin der Studie. Mit dem Produktionstechnologen existiere bereits heute ein geeigneter "Industrie-4.0-Beruf“. Die Zahl der Ausbildungsstellen sei jedoch noch gering.

Belegschaft gut gerüstet

Mit mehr als eine Million Beschäftigten ist der Maschinen- und Anlagenbau Deutschlands größter industrieller Arbeitgeber. „Das Studienergebnis ist für uns ermutigend und fordernd zugleich“, kommentierte Rauen. Mit ihren Empfehlungen liefere die Studie zahlreiche Ansatzpunkte für die weitere Arbeit. Mit der IG Metall, Gesamtmetall und dem ZVEI hat der VDMA bereits eine Vereinbarung geschlossen, um neue Inhalte für die bestehenden Ausbildungsberufe der Metall- und Elektroindustrie zu erarbeiten. Darüber hinaus soll der Beruf des Produktionstechnologen stärker beworben und ein Beitrag geleistet werden, um das Thema Industrie 4.0 stärker in die Berufsschulen zu tragen.

Unternehmensinformation

VDMA - Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.

Lyoner Straße 18
DE 60528 Frankfurt
Tel.: 069-6603-0
Fax: 069-6603-1511

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