nach oben
maschine+werkzeug 02/2020

Starkes Trio schafft Härte 10

Schleifen

Der auf Mikrowerkzeuge aus hochharten Schneidstoffen spezialisierte Werkzeughersteller 6C Tools in Zürich profitiert von der kombinierten Bearbeitung auf Schleif-, Erodier- und Lasermaschinen von Walter und Ewag.

6C Tools fertigt Mikrowerkzeuge mit PKD-Schneiden für harte Werkstoffe. Bild: Walter Maschinenbau

6C Tools fertigt Mikrowerkzeuge mit PKD-Schneiden für harte Werkstoffe. Bild: Walter Maschinenbau

Diamant gilt als härtester aller bekannten Werkstoffe. Ihn zu bearbeiten erweist sich als besonders langwierig und schwierig. Das betrifft auch Werkzeuge aus polykristallinem Diamant PKD. Doch benötigt man solche Werkzeuge zunehmend unter anderem für die Uhrenindustrie und die Medizintechnik.

Wie Maximilian Warhanek, Gründer und Geschäftsführer von 6C Tools, berichtet, werden vor allem in diesen Branchen besonders harte und schwierig zu zerspanende Werkstoffe eingesetzt. Dazu gehören beispielsweise Glas und Keramik. Daraus fertigt man unter anderem Gehäuse für Uhren und Zahnimplantate. Diese Werkstoffe lassen sich schleifen oder mit Diamant-(PKD-)Werkzeugen bearbeiten.

Doch Schleifen dauert sehr lange. Zudem ist es schwierig kleine Strukturen zu bearbeiten. Die Schleifscheiben lassen sich nicht oder nur äußerst schwierig auf die dafür erforderlichen Konturen abrichten. Darüber hinaus verschleißen speziell mit filigranen Konturen abgerichtete Schleifscheiben innerhalb kurzer Zeit. Sie müssen deshalb häufig abgerichtet werden. Um Bauteile in größeren Serien herzustellen, benötigen Fertigungsbetriebe eine Vielzahl an parallel arbeitenden Schleifmaschinen. Das ist allerdings ineffizient und unwirtschaftlich.

Mit der Werkzeugerodier- und -schleifmaschine Helitronic Diamond Evolution verkürzen die Spezialisten bei 6C Tools die Durchlaufzeiten und erhöhen die Flexibilität beim Fertigen von Werkzeugen mit PKD-Schneiden. Bild: Walter Maschinenbau

Mit der Werkzeugerodier- und -schleifmaschine Helitronic Diamond Evolution verkürzen die Spezialisten bei 6C Tools die Durchlaufzeiten und erhöhen die Flexibilität beim Fertigen von Werkzeugen mit PKD-Schneiden. Bild: Walter Maschinenbau

»Als wesentlich günstiger erweist es sich, die Konturen an Bauteilen aus hochharten Werkstoffen mit PKD-Werkzeugen zu bohren und zu fräsen«, berichtet Maximilian Warhanek. Dafür benötigt man allerdings speziell für die Uhrenindustrie und die Medizintechnik sehr kleine Zerspanungswerkzeuge mit exakt bearbeiteten PKD-Schneiden. Diese zu fertigen war bis vor wenigen Jahren nicht möglich.

Effizienter Laser

Wie Maximilian Warhanek weiter ausführt, eignet sich der industrielle Laser zum Bearbeiten hochharter Werkstoffe, zum Beispiel auch für Hartmetalle. Deshalb haben er und einige Partner zusammen mit dem Laser-Spezialisten Dr. Claus Dold des Maschinenherstellers Ewag vor etwa sieben Jahren – basierend auf einer Lasermaschine von Ewag – eine erste industriell einsetzbare Strategie zum Laserbearbeiten komplexer Geometrien für Zerspanungswerkzeuge entwickelt.

Das Projekt in Verbindung mit weiteren Forschungsarbeiten der ETH Zürich war seinerzeit finanziell auch von der Europäischen Union (EU) gefördert. Daraus entstanden die inzwischen von Ewag kommerziell verfügbaren Laserbearbeitungsmaschinen Laser Line Ultra und Laser Line Precision zum Bearbeiten von Zerspanungswerkzeugen.

Maximilian Warhanek erläutert: »Beim Fertigen komplexer PKD-Schneidengeometrien beweist der Laser seine umfassenden Vorteile. Er arbeitet kraft- und verschleißfrei. Er kann auch kleinste Details hochgenau fertigen. Die bearbeiteten Oberflächen und Kanten sind glatt, eben, homogen und frei von Rissen und Poren.«

Allerdings, so sagt Maximilian Warhanek weiter, erfordert die Laserbearbeitung eine besonders ausgeklügelte Software. In deren Entwicklung war und ist er nach wie vor eingebunden. Er ist überzeugt, dass der Maschinenhersteller Ewag derzeit über die beste Technologie hinsichtlich der Laserbearbeitung hochharter Schneidstoffe für Zerspanungswerkzeuge verfügt.

Potenzial erkannt

Aus der Entwicklungsarbeit für die Lasertechnologie heraus haben Maximilian Warhanek und sein Partner Jens Boos am Institut inspire der ETH Zürich vor drei Jahren das Unternehmen 6C Tools gegründet. Dazu erläutert Jens Boos: »Wir haben innerhalb kurzer Zeit das Potenzial erkannt, das der Laser zum Fertigen von Mikro-Werkzeugen mit PKD-Schneiden erschließt. Zudem gab es erste Nachfragen nach entsprechenden Werkzeugen.«

Deshalb haben er und Maximilian Warhanek sich darauf spezialisiert, vor allem Mikro-Bohr- und Fräswerkzeuge mit eingelöteten PKD-Schneiden für die Uhrenindustrie und die Medizintechnik herzustellen. »Mit diesen PKD-Werkzeugen erhalten Fertigungsbetriebe die große Chance, Werkstücke aus harten, schwer zerspanbaren Werkstoffen deutlich wirtschaftlicher und schneller als durch Schleifen zu bearbeiten«, fügt Maximilian Warhanek an.

Zunächst fertigte 6C Tools auf einer Laserbearbeitungsmaschine, für die man die erforderliche Nutzungszeit vom Institut in Zürich anmietete. Mit dem zunehmenden wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens investierten die Gründer in eine Laserbearbeitungsmaschine Laser Line Ultra von Ewag und in eine optische Messmaschine Helicheck Plus von Walter.

Durch die Messmöglichkeiten und die erlangten präzisen Messungen gelang es, hochgenaue Mikrowerkzeuge für eine zunehmende Vielfalt an Anwendungen zu fertigen.


Inhaltsverzeichnis
Unternehmensinformation

EWAG AG Schleifmaschinen

Industriestraße 4
CH 4554 ETZIKEN
Tel.: 004132-613-3131
Fax: -3115

Walter Maschinenbau GmbH

Jopestraße 5
DE 72072 Tübingen
Tel.: 07071-9393-720
Fax: -324

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren
Aktuelle Videos

Comau: Neueste Trends zur Smart Factory


Zu den Videos

Newsletter

Sie wollen immer top-aktuell informiert sein? Dann abonnieren Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!

Hier kostenlos anmelden

Aktuellen Newsletter ansehen

Basics
Zur Übersicht aller Basics
Suchalert speichern
© Fotolia.com/Zerbor

Wir benachrichtigen Sie per E-Mail über neue Suchergebnisse zu Ihrer Suchanfrage. Speichern Sie hierzu einfach Ihre aktuelle Suchanfrage in Ihrem persönlichen Profil.


So geht's