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25.04.2019

No-Gos beim Vorstellungsgespräch

Vermeiden Sie diese Ausrutscher

Wer es ins Vorstellungsgespräch schafft, hat die größte Hürde des Bewerbungprozesses bereits genommen. Umso ärgerlicher, wenn das Jobinterview zur Pleite wird. Wir zeigen Ihnen, welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.

Kandidaten, die sich schlecht vorbereitet und naiv dem Bewerbungsprozess stellen, können ihre Chance auf den Traumjob schnell verspielen. Besonders ärgerlich ist das im Vorstellungsgespräch – denn wer durch seine Unterlagen überzeugt hat, sollte nicht durch vermeidbare Fehler im Gespräch scheitern. Wir haben einige Beispiele aufgeführt, die leider in der Bewerbungspraxis immer wieder vorkommen.

1. Den Ansprechpartner vergessen

Wie peinlich: Der Name Ihres Gesprächspartners ist Ihnen entfallen und das Empfangsteam vom Empfang muss sich quer durch die Personalabteilung telefonieren, um den richtigen Ansprechpartner zu finden. Das lässt sich ganz einfach vermeiden, indem Sie sich das Einladungsschreiben vor der Tür noch mal kurz anschauen.

2. Schlecht informiert sein

Mangelndes Wissen über das Unternehmen, seine Produkte und Services sowie die anvisierte Stelle ist besonders tückisch, da im Interview gerne offene Fragen gestellt werden, wie z. B. „Was wissen Sie über unser Unternehmen?“ Es gibt Bewerber, die während eines Jobinterviews beim Marktführer im Bereich Beratungssoftware sagen: „Sie machen was mit Computern oder Software.“ Oder „Sie machen das gleiche wie Unternehmen XY, aber die sind der Marktführer.“ Auch über den angestrebten Job sollten Sie sich vorher Gedanken gemacht haben – wie wollen Sie sonst die Frage beantworten, was Sie besonders für diese Stelle qualifiziert?

3. Unüberlegte Kritik

Ich würde an Ihrer Stelle die Marketingunterlagen ganz anders aufbauen und Ihr Firmenlogo ist nicht besonders einprägsam. Auch habe ich mir Ihren Internetauftritt angeschaut und finde diesen ausbaufähig.“ Es ist schön, dass Sie Ihre Erfahrung und neue Ideen einbringen möchten, mit harscher Kritik sollten Sie sich allerdings zurückhalten. Der Personaler wird sich fragen, warum Sie sich bei einem Unternehmen bewerben, an dem Sie so viel zu bemängeln haben und der Vertreter der Fachabteilung wird sich angegriffen fühlen.

4. Die eigenen Unterlagen nicht kennen

Ihr Interviewpartner spricht Sie plötzlich auf Spanisch an und erwartet von Ihnen, Ihren Werdegang in dieser Sprache zu schildern. Spätestens jetzt kommt heraus, dass Sie den längst vergessenen Volkshochschulkurs im Lebenslauf als „Fließende Spanischkenntnisse“ angegeben haben. Diese Situation werden Sie nur schwer erfolgreich meistern. Deshalb sollten Sie Ihren Lebenslauf und die Angaben im Anschreiben genau kennen. Das Praktikum wurde als selbstständige Tätigkeit ausgegeben und der Aushilfsjob in der Kneipe als „Leitung der Event-Gastronomie“? Auch wenn die meisten Bewerber in ihren Unterlagen nicht bewusst lügen, so schießen doch einige in der Darstellung ihrer Qualifikationen über das Ziel hinaus und verlieren spätestens im Gespräch ihre Glaubwürdigkeit. Vermeiden Sie dies von Anfang an. Und auch bei ganz korrekten Lebensläufen sollten Sie sich vorher noch einmal detailliert mit all Ihren Angaben auseinandersetzen, um mögliche Nachfragen kompetent beantworten zu können.

5. Standardantworten aus Bewerbungsratgebern

Viele Kandidaten bereiten sich besonders gewissenhaft auf ein Jobinterview vor, indem sie Bewerbungsratgeber nicht nur lesen, sondern regelrecht auswendig lernen. Dadurch verlieren Sie oft den Blick für das Wesentliche. Nehmen Sie sich Ratschläge immer zu Herzen und vertrauen Sie auf die Erfahrung der Autoren. Aber versuchen Sie nicht, auf Biegen und Brechen die Aussagen im Vorstellungsgespräch unterzubringen, die als besonders vorteilhaft gelten, denn so verlieren Sie die Konzentration auf das Gespräch. Viele Floskeln, mit denen sich Bewerber gut darstellen wollen, können Personaler kaum noch hören.

6. Betriebsgeheimnisse ausplaudern

Auf die Frage „Warum haben Sie sich bei uns beworben / was reizt Sie an der ausgeschriebenen Stelle?„, brechen bei vielen Bewerbern sprichwörtlich alle Dämme. Aussagen wie die Folgenden sind die Konsequenz: „Mein Chef erkennt meine Leistung nicht an / ich werde nicht ausreichend gefördert / im derzeitigen Unternehmen bin ich in einer Sackgasse gelandet.„. Das wirft ebenso ein schlechtes Licht auf den Kandidaten wie negative Aussagen zum Gesamtunternehmen: „Von Kollegen habe ich erfahren, dass die Firma bald verkauft werden soll. Da wollte ich mich umorientieren, bevor es zu spät ist.„.

Die Grenzen dessen zu finden, worüber man sprechen kann und worüber besser nicht, ist nicht immer leicht. Schließlich würde man sich nicht bewerben, wenn im derzeitigen Job alles super liefe. Beschränken Sie sich aber auf die nötigsten Aussagen zur derzeitigen Situation und reden Sie lieber über Ihre künftigen beruflichen Ziele und warum die ausgeschriebene Stelle und das anvisierte Unternehmen für Sie so attraktiv ist.

7. Schlechte Selbstpräsentation

Wer auf Fragen zu beruflichen Erfolgen, persönlichen Stärken und Schwächen oder zur Motivation keine Antworten findet, der gilt nicht nur als schlecht vorbereitet, sondern auch als unqualifiziert. Bewerber, die auf Nachfrage zu Lücken oder Besonderheiten im Lebenslauf hin nervös werden, bringen sich in eine schlechte Ausgangsposition für das weitere Gespräch. Sie müssen in der Lage sein, sich und Ihren Werdegang flüssig und strukturiert zu präsentieren – und das bedeutet nicht, dass Sie nur die Fakten aus Ihrem Leben aufzählen! Deshalb sollten Sie niemals unvorbereitet in ein Jobinterview gehen, denn kritische Situationen kann man souverän meistern, wenn man sich im Vorfeld darauf einstellt und mögliche Antworten parat hat. Eine Kurzpräsentation zu Ihrer Person inklusive Beispiele für berufliche Erfolge sollten Sie im Kreise Ihrer Freunde vorher üben. Aber nicht vergessen: Üben heißt nicht, Ihre Antworten auswenig zu lernen.

8. Keine eigenen Fragen stellen

Bewerber zeigen Interesse, wenn auch Sie Fragen an das Unternehmen richten. In der Regel werden Sie gegen Ende des Gespräches dazu aufgefordert. Leider ist es oft so, dass Kandidaten zu diesem Zeitpunkt nichts mehr einfällt. Bereiten Sie deshalb mögliche Fragen vor, versteifen Sie sich aber nicht darauf. Es zeichnet Sie als guten Zuhörer aus, wenn Sie Dinge vertiefen wollen, die im Interview angesprochen wurden. Wiederholen Sie aber keinesfalls unnötigerweise bereits Gesagtes. Auch sollten Ihre Fragen möglichst inhaltlicher Natur sein. Wer nur wissen möchte, ob es eine Kantine gibt, oder ob häufig Überstunden geleistet werden, hinterlässt garantiert keinen optimalen Eindruck. Absolute Tabus sind Fragen wie „Steht in naher Zukunft ein Personalabbau an?“ oder „Wie schnell kann ich Chef werden?„. Bestenfalls bringen Sie Ihren Gegenüber mit solchen Fragen in Verlegenheit – schlimmstenfalls führen sie zu echter Verärgerung.

Übrigens sollten Sie Fragen zum Gehalt und zu Sonderkonditionen normalerweise nicht von sich aus stellen. In den meisten Fällen wird das Thema vom Unternehmen aufgegriffen. Sollte aber weder in der Bewerbung noch in einem vorherigen Gespräch ein Gehaltsrahmen abgestimmt worden sein, können Sie die beiderseitigen Gehaltsvorstellungen mit der gebotenen Sensibilität ruhig ansprechen. Exakte Konditionen und Gehaltsdetails sind aber auf jeden Fall Dinge, die erst zu einem fortgeschrittenen Zeitpunkt des Bewerbungsprozesses und des gegenseitigen Kennenlernens thematisiert werden sollten.

9. „Schwächen habe ich nicht.“

Die Abfrage der individuellen Stärken und Schwächen bleibt ein Klassiker im Vorstellungsgespräch und bringt trotzdem die meisten Bewerber für einen Moment zum Zögern. Zu sagen, dass man keine Schwächen habe, wäre ein absoluter Fauxpas und zeugt lediglich von mangelnder Selbstreflexion. Beeindrucken können Sie einen Personaler mit solch einer Aussage nur in negativer Weise. Um Ihre Chancen im Gespräch zu erhöhen, bereiten Sie sich auf diese Frage gut vor und überlegen Sie ernsthaft, welche Dinge Ihnen bei der Arbeit schwerer fallen und was für Sie einfach von der Hand geht. Natürlich sollten Sie aber auch nicht zu kritisch mit sich selbst ins Gericht gehen.

Weitere No-Gos im Vorstellungsgespräch:

  • Unpünktliches Erscheinen.
  • Die Visitenkarte des derzeitigen Arbeitgebers austeilen.
  • Mit Wissen über den Gesprächspartner prahlen: „Im Internet habe ich gelesen, dass Sie auch erst seit Kurzem auf Ihrer Position sind. Haben Sie Ihre Einarbeitung als ausreichend empfunden?„
  • Die Gesprächsführung übernehmen: „Wie würden Sie sich als Vorgesetzten beschreiben?„.
  • Übertriebene Schüchternheit und Zurückhaltung, wie etwa durch Vermeiden von Augenkontakt, Sprechen mit zu leiser, schwer verständlicher Stimme, Verschränken der Arme vor dem Körper u.a.
  • Übertriebenes Selbstbewusstsein, Gesprächspartnern ins Wort fallen, ausladende Gesten und übertrieben lässige Körperhaltung, etwa durch das Verschränken der Hände hinter dem Kopf u.a.
  • Unangemessene Kleidung: ausgetretene/schmutzige Schuhe, auffälliger Schmuck, ungepflegte Haare.

Quelle: Online-Jobbörse
Stepstone
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StepStone Deutschland AG

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Tel.: 0211-9493-5702
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