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17.02.2020

Maschinenkapazitäten vermieten und Kurzarbeit vermeiden

Künftig sollen Unternehmen Maschinenstunden über eine digitale Plattform anbieten und einkaufen, so die Idee der Wissenschaftler vom Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) und vom International Performance Research Institute (IPRI) in Stuttgart. Im Forschungsprojekt „KapShare“ entwickeln sie gemeinsam den Prototyp einer solchen Plattform zum „branchenübergreifenden Sharing von Produktionskapazitäten“.

Zu wenig Aufträge? In Zukunft können Unternehmen Maschinenkapazitäten vermieten und Kurzarbeit vermeiden. Bild: Pixabay

Zu wenig Aufträge? In Zukunft können Unternehmen Maschinenkapazitäten vermieten und Kurzarbeit vermeiden. Bild: Pixabay

„Zunächst untersuchen wir, wie eine solche Austauschplattform gestaltet sein muss, damit Unternehmen sie akzeptieren“, sagt Projektleiterin Maren Müller vom IPH, „und zwar sowohl aus Anbieter- als auch aus Nachfragersicht.“ Welche Informationen brauchen Unternehmen, die fremde Aufträge auf ihren Maschinen fertigen wollen? Wie kann es gelingen, alle wichtigen Daten weiterzugeben – von CAD-Modellen bis hin zu exakten Informationen zum Material – und trotzdem sensible Kundendaten zu schützen? In welchen Branchen kann das Kapazitätssharing funktionieren? Und lohnt sich die Zusammenarbeit auch dann, wenn zwischen den kooperierenden Unternehmen hunderte Kilometer liegen und die Produkte weit transportiert werden müssen? All diese Fragen wollen das IPH und das IPRI im Forschungsprojekt beantworten, mehrere Anwendungsszenarien aufstellen und auf dieser Basis den Prototyp einer Austauschplattform entwickeln.

Starke Auftragsschwankungen abfangen

Die Plattform soll Unternehmen helfen, starke Auftragsschwankungen abzufangen, denn besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) rutschen bei Über- oder Unterauslastung schnell in die Krise. Auftragsspitzen fangen sie aktuell mit Sonderschichten oder Leiharbeitern ab. Doch wenn die Maschinen komplett ausgelastet sind, bleibt bisher nur die Möglichkeit, Liefertermine zu verschieben oder Aufträge abzulehnen. Bei Auftragseinbrüchen wiederum stehen die Maschinen still – und die Mitarbeiter müssen unter Umständen ihre Arbeitszeit verkürzen.

Kurzarbeit ist aktuell wieder ein Thema: Laut dem Konjunkturausblick 2020 des Branchenverbands Niedersachsen Metall schätzen 54 Prozent der befragten Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie ihre Geschäftslage als schlecht ein, im Automotive-Bereich sind es sogar 71 Prozent. Viele dieser Unternehmen planen 2020 Kurzarbeit oder Personalabbau.

Unternehmensinformation

IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gemeinnützige GmbH

Hollerithallee 6
DE 30419 Hannover
Tel.: 0511-27976-0
Fax: 0511-27976-888

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