nach oben
29.04.2020

Findet die AMB statt oder nicht?

Fast alle Messen und Großveranstaltungen sind bereits der Coronakrise zum Opfer gefallen oder deren geplante Ausrichtung in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres steht auf der Kippe. Doch welches Schicksal die Fachmesse AMB in Stuttgart ereilen wird, die eigentlich im September stattfinden sollte, ist noch nicht in entgültig in Stein gemeißelt. Die Landesmesse Stuttgart bringt jetzt mit Informationen zum aktuellen Stand der Planungen etwas Licht ins Dunkel.

Kann die AMB 2020 in Stuttgart angesichts der Covid-19-Pandemie stattfinden oder nicht? Derzeit arbeiten die Veranstalter weiterhin an der Umsetzung der AMB und seien dabei im engen Dialog mit den Ausstellern, wie es in einer Mitteilung heißt. Zu den Aussichten schreibt die Messe Stuttgart: „Durch die aktuellen Anpassungen der Landesregierung an die baden-württembergische Corona-Verordnung ergeben sich seit dem 20.April 2020 zum einen vorsichtige Lockerungen, etwa die schrittweise Öffnungen im Einzelhandel und die stufenweise Öffnung der Schulen. Zum anderen bleiben Einschränkungen bestehen, wie das Abstandsgebot und die Kontaktbeschränkungen oder das Versammlungsverbot. Nun gilt es abzuwarten, wie oder ob sich die Infektionskurven verändern werden und hieraus dann weitere Lockerungen oder eine Rückkehr zu erneuten Einschränkungen abgeleitet werden können. Rechnerisch liegen die Zeitpunkte, dies bewerten zu können, am 3. und 17. Mai, jeweils 14 Tage nach den aktuell verabschiedeten Maßnahmen.“ Weitere Informationen sollen folgen, sobald man bezüglich Messeveranstaltungen seitens Messe Stuttgart / AMB 2020 Näheres wisse, spätestens jedoch nach den in diesem Zusammenhang zu erwartenden Beschlüssen der Bundes- und/ oder Landesregierung. Unterdessen hat die AMB ihr Thema für 2020 gefunden: Digitalisierung im Werkzeugmaschinenbau und in der Metallbearbeitung.

  • Markus Horn, Geschäftsführer der Paul Horn GmbH. (Bild: Horn)

    Markus Horn, Geschäftsführer der Paul Horn GmbH. (Bild: Horn)

  • Der Piezo-Sensor gibt Aufschluss über den Zustand des Werkzeuges während der Bearbeitung und misst selbst niedrigste Zerspankräfte mit hoher Auflösung. (Bild: Horn)

    Der Piezo-Sensor gibt Aufschluss über den Zustand des Werkzeuges während der Bearbeitung und misst selbst niedrigste Zerspankräfte mit hoher Auflösung. (Bild: Horn)

  • Das Horn-Netzwerk nutzt beispielsweise im Bereich Beschichtung den OPC-UA-Kommunikationsstandard als wichtigen weltweiten Standard für die Industrie 4.0. (Bild: Horn)

    Das Horn-Netzwerk nutzt beispielsweise im Bereich Beschichtung den OPC-UA-Kommunikationsstandard als wichtigen weltweiten Standard für die Industrie 4.0. (Bild: Horn)

  • Edge-Computing in der Nähe der Maschine kommt unauffällig daher, wie dieses Edge-Device von Siemens. (Bild: Siemens)

    Edge-Computing in der Nähe der Maschine kommt unauffällig daher, wie dieses Edge-Device von Siemens. (Bild: Siemens)

  • Katja Tiltscher, Ausbildungsleiterin bei Trumpf. (Bild: Trumpf)

    Katja Tiltscher, Ausbildungsleiterin bei Trumpf. (Bild: Trumpf)

  • In der Trumpf-Lehrwerkstatt lernen Auszubildende, wie digitale Lösungen die Fertigung verbessern. (Bild: Trumpf)

    In der Trumpf-Lehrwerkstatt lernen Auszubildende, wie digitale Lösungen die Fertigung verbessern. (Bild: Trumpf)

1 | 0

Die Industrie weiß seit langem, welches Potenzial in der Digitalisierung steckt. Die Hoffnungen und Ziele sind vielfältig, sei es die schnellere Entwicklung flexiblerer Maschinen, mehr Zuverlässigkeit und reibungslose (Fern-)Wartung, eine bessere Dokumentation, ein höherer Automatisierungsgrad, Lerneffekte durch Vergleichbarkeit im Schwarm und Selbstlernfähigkeit – die Liste der Möglichkeiten ist endlos. Nicht Wenige wünschten sich angesichts der derzeitigen Herausforderungen, man wäre bei der Digitalisierung und dem Ausbau der notwendigen Netze, wie dem neuen Mobilfunkstandard 5G, schon deutlich weiter: „Industrial 5G öffnet die Tür zur umfassenden drahtlosen Vernetzung von Produktion, Instandhaltung und Logistik. Hohe Datenraten, ultrazuverlässige Übertragung und ultrakurze Latenzzeiten werden eine erhebliche Effizienzsteigerung und Flexibilisierung in der industriellen Wertschöpfung ermöglichen“, sagt Eckard Eberle, CEO der Siemens Business Unit Process Automation. Er verantwortet das Siemens-5G-Testcenter. Zwar ist hier (noch) keine Werkzeugmaschine zu sehen, doch der Weg für die drahtlose Vernetzung der Fabrik der Zukunft ist klar vorgezeichnet. Siemens testet bereits seit einigen Monaten in Nürnberg mit Logistik-Komponenten in einer realen industriellen Umgebung das 3,7 - 3,8 GHz-Frequenzband beispielsweise mit Simatic-Steuerungen und IO-Devices.

Und auch ohne 5G sind bereits spannende Anwendungen für digitale Unterstützung bei den Automatisierern zu sehen: Um beispielsweise Fehlerquellen bei Qualitätsproblemen mit Freiformwerkstücken zu ermitteln, setzt Siemens auf eine Software, die sich alle neuralgischen Punkte der Prozesskette vornimmt und die Stationen zwischen CAD-System und den verwendeten Werkzeugen prüft. Denn die Fehlerquellen können vielfältig sein: die Ausgabe des CAD-Systems selbst, der Output des CAM-Systems bzw. des Postprozessors, die Parametrierung der CNC und der Antriebsregler, die Mechanik der Maschine, die Werkzeuge, das Kühlmittel, theoretisch sogar das Material des Werkstücks. Das Programm Analyze MyWorkpiece/Toolpath prüft die Ausgabedaten der einzelnen Systemteile, wie die STL-Datei des CAD-Systems, die MPF-Datei aus dem CAM-System bzw. dem Postprozessor, die Aufzeichnung der Lagesollwerte und schließlich, wie der Antriebsregler und die Maschinenmechanik sowie das Werkzeug die Daten umgesetzt haben. So kann eine Qualitätssicherung von CAD/CAM-Daten beispielsweiser großformatiger Werkstücke bereits vor der Fertigung geschehen.

Auch auf der AMB 2020 werden diese nah an der Werkzeugmaschine stattfindenden Optimierungssysteme eine wichtige Rolle spielen. Der Renner in Stuttgart dürften sogenannte Edge-Lösungen sein. Sie bieten zusätzliche Rechenleistung für die digitale Fertigungsunterstützung und nutzen in vielen Fällen Algorithmen, die auf künstlicher Intelligenz basieren, um den Maschinenbediener in seiner Arbeit zu unterstützen. Im September wird es darum gehen, praktikable Wege aus der Krise zu finden sowie Umsatzwachstum und Kostenersparnis, insbesondere durch eine erhöhte Produktivität und eine Effizienzsteigerung von Anlagen und Maschinen, für die Zeit vorzubereiten, in denen die Auftragsbücher wieder gefüllt sind.


Inhaltsverzeichnis
Unternehmensinformation

Landesmesse Stuttgart GmbH

Messepiazza 1
DE 70629 Stuttgart
Tel.: 0711-18560-0
Fax: -2657

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren
Aktuelle Videos

Comau: Neueste Trends zur Smart Factory


Zu den Videos

Kostenloser E-Book Download
Kostenloser E-Book Download

Jetzt herunterladen!

Newsletter

Sie wollen immer top-aktuell informiert sein? Dann abonnieren Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!

Hier kostenlos anmelden

Aktuellen Newsletter ansehen