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09.10.2019

Die Frage nach dem Gehalt im Interview

Sie wollen wissen, wie viel Sie im neuen Job verdienen? So fragen Sie gekonnt nach.

Über Geld spricht man nicht? Und dabei spielt das Gehalt eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für oder gegen eine Stelle. Es ist jedoch nicht ratsam im Vorstellungsgespräch direkt nach der Bezahlung zu fragen. Warten Sie hier ab, bis Ihr Gesprächspartner das Thema von sich aus anspricht – in der Regel wird das Gehalt als einer der letzten Punkte aufgegriffen. Mit der Aufforderung "Nennen Sie uns doch bitte Ihre Gehaltsvorstellungen" sind nun Sie an der Reihe die Gehaltsfrage souverän zu beantworten. Wie Sie hierbei am besten vorgehen, zeigt Ihnen unsere Tipps.

Schätzen Sie sich selbst richtig ein

Um im Vorstellungsgespräch die Gehaltsfrage angemessen beantworten zu können, sollten Sie sich vorher darauf vorbereitet haben. Kennen Sie die branchenüblichen Ober- und Untergrenzen? Wissen Sie, wie hoch Ihr Gehalt mit Ihrer Berufserfahrung mindestens ausfallen sollte? Erste Anhaltspunkte geben Datenbanken, Tarifverträge oder auch der StepStone Gehaltsreport. Informieren Sie sich darüber, wie viel jemand durchschnittlich verdient der in der gleichen Position arbeitet. Beachten Sie allerdings auch weitere Faktoren, die die Höhe Ihres Gehalts beeinflussen: Ihre Qualifikationen und Ihre Berufserfahrung, die Unternehmensgröße, die Branche und die Region – aber auch davon, ob Sie in Ihrer neuen Position zusätzliche Verantwortung für Personal und Budget übernehmen werden. Je nach persönlicher Situation sind in der Regel zwischen fünf bis 20 Prozent mehr Gehalt möglich.

Achten Sie darauf, ob Ihr potenzieller Arbeitgeber spezielle, fachliche Qualifikationen sucht. Wenn Sie als Bewerber genau diese mitbringen und die Nachfrage nach Ihren Fachkenntnissen auf den Arbeitsmarkt größer ist als das Angebot, haben Sie gute Argumente in der Hand und befinden Sie sich in einer guten Verhandlungsposition. Seien Sie jedoch realistisch – ein zu geringer Gehaltswunsch hat hier denselben negativen Effekt wie ein zu hohes Pokern.

Was zum Gehalt gehört

Gehälter werden immer als Bruttojahresgehalt verhandelt. Dieses setzt sich aus dem Grundgehalt, dem variablen Gehalt und den nicht-monetären Unternehmensvorteilen zusammen. Bedenken Sie also in jedem Fall auch die nicht-monetären Benefits auszuhandeln, denn diese sorgen am Ende des Monats dafür, dass Ihnen mehr vom Netto-Gehalt bleibt. Hierzu zählen zum Beispiel kostenlose Getränke, ein Parkplatz oder Jobticket für die Bahn und spezielle Rabatte unter anderem für Handyverträge. Urlaubs- und Weihnachtsgeld machen einen Teil Ihres variablen Bestandteils des Bruttojahresgehalts aus – deutsche Arbeitgeber sind jedoch nicht verpflichtet diese zu zahlen. Ein weiteres variables Gehalt in Form von leistungs- und erfolgsabhängigen Boni ist besonders im Vertrieb schon sehr verbreitet. Das heißt, je mehr Umsatz Sie dem Unternehmen einspielen, desto höher fällt der variable Anteil aus.

Timing: Wann sollten Sie über Ihr Gehalt sprechen?

Ein positiv verlaufendes Vorstellungsgespräch bietet die beste Grundlage für die anschließende Gehaltsfrage. Die Gehaltsverhandlung bildet meist den Schlussteil eines Bewerbungsgespräches und sollte vom Personaler ausgehen. Passiert dies nicht, sollten Sie versuchen, das Gespräch vorsichtig in diese Richtung zu lenken, indem Sie sich z. B. nach den Rahmenbedingungen der offenen Position erkundigen. Dies führt normalerweise dazu, dass sich Ihr Gegenüber automatisch zum Thema Gehalt äußert. Sollte dies nicht der Fall sein, dann können Sie sich abschließend freundlich nach den Gehaltsvorstellungen erkundigen. Seien Sie sich dabei allerdings sicher, dass dies das letzte Gespräch zwischen Ihnen und Ihrem potenziellen Arbeitgeber sein wird, bevor es zur Vertragsunterschrift kommt.

Strategie: Wie gehen Sie am besten vor?

Die Gehaltsfrage wird tendenziell am Ende des letzten Gesprächs im Bewerbungsprozess geklärt. Eine angenehme, positive Atmosphäre bietet so die besten Voraussetzungen.

Den Gehaltswunsch können Sie, wie auch bei der Bewerbung, über zwei verschiedene Wege ausdrücken:

Fixe Gehaltsangabe: „Meinen beruflichen Qualifikationen entsprechend empfinde ich ein Gehalt von 55.000 Euro/Jahr als angemessen.“
Gehaltsspanne: „Meine Gehaltsvorstellungen liegen zwischen 50.000 und 55.000 Euro pro Jahr.“

Hierbei bietet die zweite Version den Vorteil, dass Sie Ihrem Gegenüber zwar einen ungefähren Rahmen Ihres Bruttojahresgehalts vermitteln können, sich aber für die Verhandlung noch genügend Spielraum lassen, um Ihr Wunschgehalt zu bekommen.
Wichtig ist nur, dass Sie selbst von Ihrem Anliegen und Ihren Argumenten überzeugt sind. Nur dann sind Sie auch in der Lage, mit Ihrem Gesprächspartner geschickt zu verhandeln. Sollten Ihre Gehaltsvorstellungen und die des Personalers völlig unterschiedlich sein, dann hilft die beste Vorbereitung nicht. Es bleiben Ihnen nur zwei Möglichkeiten.
Erstens: Sie versuchen das Gespräch möglichst schnell zu Ende zu bringen. Sie können dann im Nachgang schriftlich oder telefonisch das Jobangebot ohne explizite Angabe von Gründen absagen.
Die andere Möglichkeit: Sie sagen dem Gesprächspartner offen, dass das angebotene Gehalt zu niedrig ist und Sie mindestens ein Jahresgehalt in Höhe von z. B. 50.000 Euro benötigen. Nun liegt es an dem Personaler, ob er Sie zu den gebotenen Bedingungen einstellt oder lieber noch weiter nach einem passenden Mitarbeiter sucht.

Quelle: Online-Jobbörse
https://www.stepstone.de/Karriere-Bewerbungstipps/gehalt-im-bewerbungsgespraech/
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Unternehmensinformation

StepStone Deutschland AG

Hildebrandtstr 4e
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Tel.: 0211-9493-5702
Fax: -5958

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