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maschine+werkzeug 07/2018

Bits, Bytes und Späne

Markt

Messe - Die AMB wird dieses Jahr stark vom Thema Digitalisierung dominiert. Auch Trends wie Elektromobilität spielen eine Rolle. Doch primär dreht sich alles um die Zerspanung – ob Maschinen, Präzisionswerkzeuge oder Messtechnik.

Kaum ein Messestand in Stuttgart wird ohne eines der Schlagwörter Digitalisierung, Vernetzung oder Industrie 4.0 auskommen. Ganz konkret treibt der VDW das Thema auch technisch voran: mit seiner Brancheninitiative ›Industrie 4.0‹. Ziel ist es, einen Standard zu erarbeiten und softwaretechnisch zu implementieren, um unterschiedlichste Maschinensteuerungen mit einer gemeinsamen Schnittstelle an übergeordnete IT-Systeme anbinden zu können.

  • Die diesjährige AMB auf dem Messegelände in Stuttgart thematisiert unter anderem das Thema Digitalisierung in der Zerspanung. Bild: Messe Stuttgart

    Die diesjährige AMB auf dem Messegelände in Stuttgart thematisiert unter anderem das Thema Digitalisierung in der Zerspanung. Bild: Messe Stuttgart

  • Gleich am Eingang der beginnt der ›Digital Way‹ der Sonderschau. Bild: Messe Stuttgart

    Gleich am Eingang der beginnt der ›Digital Way‹ der Sonderschau. Bild: Messe Stuttgart

  • »Da das Handlungsfeld der Roboter größer wird, können wir in Einzelfällen die Zerspanung verschlanken.« Dr. Marcus Otto, Managing Director, Starrag. Bild: Starrag

    »Da das Handlungsfeld der Roboter größer wird, können wir in Einzelfällen die Zerspanung verschlanken.« Dr. Marcus Otto, Managing Director, Starrag. Bild: Starrag

  • »Für die E-Mobilität werden spezielle Bauteile für neue Baugruppen und Aggregate benötigt.« Dr. Markus Flik, Vorsitzender der Geschäftsführung, Chiron-Group. Bild: Chiron

    »Für die E-Mobilität werden spezielle Bauteile für neue Baugruppen und Aggregate benötigt.« Dr. Markus Flik, Vorsitzender der Geschäftsführung, Chiron-Group. Bild: Chiron

  • »Wir müssen den kompletten Prozess betrachten, um unnötige Aufspannungen und Rüstzeiten zu eliminieren.« Stefan Nitsche, Leiter Produktmanagement, Hainbuch. Bild: Hainbuch

    »Wir müssen den kompletten Prozess betrachten, um unnötige Aufspannungen und Rüstzeiten zu eliminieren.« Stefan Nitsche, Leiter Produktmanagement, Hainbuch. Bild: Hainbuch

  • »Mittlerweile sind wir sehr erfolgreich am Markt mit unseren Fräs- und Schleifmaschinen.« Dr. Oliver Gossel, Vertriebsleiter, Röders. Bild: Röders

    »Mittlerweile sind wir sehr erfolgreich am Markt mit unseren Fräs- und Schleifmaschinen.« Dr. Oliver Gossel, Vertriebsleiter, Röders. Bild: Röders

  • »Die Gründe für den Einsatz von Leichtbauwerkzeugen sind Anforderungen in Maschinen.« Andreas Enzenbach, Vice President Marketing and Product Management, Mapal. Bild: Mapal

    »Die Gründe für den Einsatz von Leichtbauwerkzeugen sind Anforderungen in Maschinen.« Andreas Enzenbach, Vice President Marketing and Product Management, Mapal. Bild: Mapal

  • »Bauteile sollen möglichst in einer Maschine und von sechs Seiten fertig bearbeitet werden.« Prof. Berend Denkena, Leiter des Instituts für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW). Bild: IFW

    »Bauteile sollen möglichst in einer Maschine und von sechs Seiten fertig bearbeitet werden.« Prof. Berend Denkena, Leiter des Instituts für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW). Bild: IFW

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Für die Initiative haben sich namhafte Werkzeugmaschinenhersteller, allesamt Aussteller der AMB, an einen Tisch gesetzt und das Konkurrenzdenken überwunden. Einer von ihnen ist die Heller-Gruppe. Klaus Winkler, Vorsitzender der Geschäftsführung und CEO, nennt die Gründe seines Hauses für die bisher einmalige Kooperation: »Konventionelle Potenziale für Produktivitätssteigerungen gelten als nahezu ausgeschöpft. In ›Industrie 4.0‹ sehen wir einen Ansatz, den Zustand von Werkzeugmaschinen jederzeit transparent zu machen und gewonnene Informationen mit vorhandenen Daten zu einer zielgerichteten Diagnose auszuwerten.«

Mittlerweile sind auch alle wichtigen Steuerungshersteller mit im Boot, was den flächendeckenden Einsatz sicherstellt. Davon profitieren vor allem kleine und mittelständische Unternehmen, denen der Weg in die digitale Zukunft geebnet wird. Auf der AMB präsentiert der VDW auf einem eigenen Stand im Rahmen der Sonderschau Digital Way und dem angeschlossenen Kongress erste Umsetzungen für den Datenaustausch an Werkzeugmaschinen. In einer Informationsveranstaltung sollen alle VDW-Mitglieder auf den neuesten Stand gebracht werden.

Vor lauter Bits und Bytes droht die greifbare Weiterentwicklung der zerspanenden Fertigung etwas aus dem Blick zu geraten. Dem wird die AMB mit unzähligen neuen und weiterentwickelten Maschinen entgegentreten.

Für Professor Berend Denkena, Leiter des Instituts für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) der Universität Hannover und amtierender Präsident der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP), zeichnet sich ein Trend zur Komplettbearbeitung ab. »Bauteile sollen möglichst in einer Maschine und von sechs Seiten fertig bearbeitet werden.«

So fänden beispielsweise zunehmend Schleiftechnologien Eingang in klassische Dreh- und Fräsmaschinen, um bestimmte Qualitäten überhaupt noch herstellen zu können. Dies führe auch zum vermehrten Einsatz von Nullpunktspannsystemen, wenn sich ein Maschinenwechsel nicht vermeiden lässt. Zu wenig Beachtung bekomme das Thema Energieeffizienz. Energie sei immer noch zu billig, bedauert Berend Denkena, der vor allem im Bereich Kühlung und Schmierung bis zu 50 Prozent Reduzierungspotenzial schlummern sieht.

Den Trend zu Multifunktionsmaschinen bestätigt Dr. Oliver Gossel, Vertriebsleiter bei Röders, einem Hersteller von Hochgeschwindigkeitsfräsmaschinen: »Wir sind mittlerweile sehr erfolgreich am Markt mit unseren Maschinen für die Fräs- und Schleifbearbeitung.« Die Grenzen des Machbaren würden ständig weiter hinausgeschoben. Beispiele seien Oberflächengüten bis zur Glanzbearbeitung in Stahl und immer höhere Werkstückgenauigkeiten.

Zunehmend werden additive Verfahren in klassische Werkzeugmaschinen als zusätzliches Werkzeug integriert, um in einer Aufspannung Auf- und Abtragen zu können. Roboter übernehmen im Zuge voranschreitender Automatisierung neben ihren hauptsächlichen Handlingaufgaben auch einfache Bearbeitungsschritte wie das Entgraten. Treffen können sich all diese Technologien in der Steuerung, die immer häufiger alle notwendigen Sprachen spricht.

Axel Boi, Leiter der Produktplanung bei der Chiron-Gruppe, erkennt sogar zusätzliches Geschäftspotenzial durch additive Verfahren. »Da heute aber bei allen 3D-Prozessen eine mechanische Bearbeitung der Funktionsflächen erforderlich ist, sehe ich hier mehr Chance als Risiko.«

Oder Werkzeugmaschinenhersteller Starrag: Man nutzt bereits die erweiterten Möglichkeiten neuester Robotergenerationen. Sie würden nicht nur zunehmend zu Automatisierungszwecken eingesetzt, sondern »gleichzeitig zur Erledigung von Hilfsaufgaben in unseren Projekten«, wie Managing Director Dr. Marcus Otto erklärt. »Da das Handlungsfeld der Roboter immer größer wird, können wir in Einzelfällen die Zerspanung sinnvoll verschlanken und unseren Kunden mittels parallel laufender Hilfsprozesse die notwendigen Effizienzsteigerungen bieten.« Weitere Aufgaben für Roboter könnten verschiedenste Nachbearbeitungen, das Reinigen sowie das Prüfen von Werkstücken sein.


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Landesmesse Stuttgart GmbH

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DE 70629 Stuttgart
Tel.: 0711-18560-0
Fax: -2657

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