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01.07.2019

Arbeitsbedingte Lärmschwerhörigkeit vermeiden

Die Erkrankung „Lärmschwerhörigkeit“ hält einen zweifelhaften Rekord: Seit vielen Jahren gehört sie zu den am häufigsten anerkannten Berufskrankheiten Deutschlands. Dabei gibt es schon seit Jahrzehnten geeignete und wirkungsvolle Maßnahmen, um das Gehör am Arbeitsplatz zu schützen. Richtig und konsequent umgesetzt, würde es nahezu keine Fälle berufsbedingter Lärmschwerhörigkeit geben – diese These vertritt Peter Hammelbacher, Akustikfachmann der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM). In einem Interview erläutert er, wieso.

Peter Hammelbacher, Akustikfachmann der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM). Bild: BGHM

Herr Hammelbacher, wieso ist die Lärmschwerhörigkeit noch immer die am häufigsten anerkannte Berufskrankheit Deutschlands, obwohl es gute und geeignete Präventionsmaßnahmen gibt?

Peter Hammelbacher: Niemand wird von heute auf morgen schwerhörig, sieht man von sehr seltenen Knallereignissen ab, die ein sogenanntes Knalltrauma verursachen können. Das ist gut und schlecht zugleich. In nahezu allen anderen Fällen wird das Hörvermögen meist über Jahre oder Jahrzehnte beeinträchtigt, ohne dass die betroffene Person die Veränderung wahrnimmt. Das wirkt sich fatal aus, denn erst spät beginnen viele sich Sorgen zu machen – beispielsweise, wenn Gespräche am Arbeitsplatz nicht mehr gut verstanden werden. Selbst dann vergeht oft noch etwas Zeit, bevor die Beschäftigten zum Betriebsarzt gehen. Leider ist es häufig bereits zu spät: Der Hörschaden ist schon eingetreten und irreversibel, da abgestorbene Haarsinneszellen im Innenohr nicht wieder wachsen. Einmal verlorenes Hörvermögen bleibt daher lebenslang verloren.

Das bedeutet, der Prävention kommt auch beim Thema Lärm große Bedeutung zu – gerade weil die Gefahr so stark unterschätzt wird?

Hammelbacher: Richtig. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist dabei, das individuelle Bewusstsein für das Gefahrenpotenzial einer zu hohen Lärmbelastung zu schärfen. So hört sich zum Beispiel ein Pegelunterschied von 10 dB(A) „nur“ doppelt so laut an, birgt aber eine zehnfach höhere Gefährdung. Darüber klärt die BGHM in Informationsmaterialien, in Seminaren, bei Betriebsbesichtigungen sowie im direkten Gespräch mit Versicherten und Unternehmensverantwortlichen auf und informiert über entsprechende Präventionsmaßnahmen.


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