nach oben
Spanntechnik - Kraftspannfutter

Kraftspannfutter

Die Kraftbetätigung von Drehfuttern bietet größere Sicherheit und gleicht Spannkraftverluste während des Betriebs aus. Bei kraftbetätigten Drehfuttern hat sich die Übertragung durch einfache Keilflächen bewährt. Eine andere Bauart von Kraftspannfuttern bedient sich des Winkelhebelprinzips. Zum Spannen dünnwandiger rohrartiger Werkstücke werden so genannte Fingerfutter verwendet.

Die heutigen Fertigungsmethoden machen aus arbeitstechnischen Gründen zunehmend den Einsatz von Kraftspanneinrichtungen erforderlich. Kraftbetätigung von Drehfuttern spart Nebenzeit, bietet größere Sicherheit durch gleichmäßig wirkende Spannkraft, gleicht Spannkraftverluste während des Betriebs aus und entlastet den Bedienenden von körperlicher Arbeit.

Von den verschiedenen grundsätzlichen Möglichkeiten, die vom Spanner gelieferte Axialbewegung in eine Radialbewegung der Backen umzuwandeln, hat sich bei kraftbetätigten Drehfuttern die Übertragung durch einfache Keilflächen bewährt. Bild 1 ist der Aufbau eines kraftbetätigten Keilhakenfutters zu entnehmen. Der über das Anschlussgewinde mit der Zugstange verbundene Kolben trägt entsprechende Keilflächen, die als Doppelhaken schwalbenschwanzförmig die Grundbacken umfassen. Da nur zwei Bauteile im Futterkörper bewegt und geführt werden, ist eine hohe Zentriergenauigkeit möglich. Die einfache und kompakte Bauform sowie die lange Grundbackenführung ermöglichen außerdem große Spannkräfte und hohe Widerstandsfähigkeit. Allerdings erfordert der geringe Spannhub ein Versetzen der Spannbacken. Neuzeitliche Kraftspannfutter sind heute mit einem Fliehkraftausgleich ausgestattet, der die Nutzung der höheren Bearbeitungsdrehzahlen zulässt um somit die höhere Produktivität der Maschinen zu nutzen.

Bild 1: Kraftspannfutter (kraftbetätigtes Keilhakenfutter) a: Futterkörper, b: Deckel, c: Kolben, d: Grundbacke, e: Hebel, f: Gewichte, g: Aufsatzbacke

Bei diesen Spannfuttern sind im Futterkörper radial verschiebbare Gewichte untergebracht, die durch den Fliehkrafteinfluss nach außen gedrückt werden. Über einen im Gehäuse gelagerten zweiseitigen Hebel wird diese nach außen gerichtete Kraft auf die Grundbacke in umgekehrter Richtung übertragen, wo sie der Backenfliehkraft entgegenwirkt. Eine andere Methode zur Kompensation der Spannkraftminderung durch Backenfliehkraft bedient sich eines doppelt angeschrägten Stifts, der durch die Bewegung einer Zusatzmasse in die Grundbacke gedrückt wird, um so die Spannkraftverluste bei Außenspannung zu mindern.


Inhaltsverzeichnis
Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren
Newsletter

Sie wollen immer top-aktuell informiert sein? Dann abonnieren Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!

Hier kostenlos anmelden

Aktuellen Newsletter ansehen

Basics
Zur Übersicht aller Basics