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Drehen - Drehmaschinen

Universaldrehmaschinen

Auszug aus

Handbuch Spanen

Herausgeber: Günter Spur
10/2014, 1392 Seiten, € 299,99
ISBN: 978-3-446-42826-3
S. 204-209

Mit Universaldrehmaschinen sind neben der reinen Drehbearbeitung zusätzliche Fertigungsschritte wie Fräsen, Schleifen, Bohren oder Gewindeschneiden möglich. CNC-Universaldrehmaschinen unterscheiden sich von den steuerungsunterstützten Drehmaschinen hauptsächlich durch die senkrecht oder schräg angeordnete Bettform sowie durch das Führungssystem.

Gleichbedeutend wie die Produktion von Werkstücken in großen Serien und Losgrößen ist die Fertigung von kleineren Stückzahlen und Serien in unterschiedlichen Teilegrößen. Den Bearbeitungsmaschinen rotationssymmetrischer Bauteile werden neben der reinen Drehbearbeitung zusätzliche Fertigungstechnologien, wie Fräsen, Schleifen, Bohren, Gewindeschneiden, Rollieren und Wirbeln abverlangt. Die Fertigungseinrichtung, die für diese Technologien, auch mit den Anforderungen der Schwerst- und Feinstbearbeitung, Hart- und Weichbearbeitung, Trocken- und Nassbearbeitung, Bearbeitung von Futter- und Wellenteilen aller möglicher Materialien, eingesetzt werden kann, ist die Universaldrehmaschine.

In den letzten Jahren hat sich ein Wandel der Universaldrehmaschine weg von der Zug- und Leitspindelmaschine hin zur zyklengesteuerten oder steuerungsunterstützten bzw. NC-gesteuerten Drehmaschine vollzogen. Komplettbearbeitung wird von diesem Maschinentyp gefordert und nahezu alle Herstellerfirmen werden dieser Anforderung gerecht. Das Maschinenangebot ist aufgeteilt in unterschiedliche Baugrößen (ausschlaggebend ist der maximale Drehdurchmesser bzw. Umlaufdurchmesser über Bett und Bettschlitten) und unterschiedlichen Drehlängen (Bild 1).

Bild 1: Steuerungsunterstützte Universaldrehmaschinen unterschiedlicher Baugröße und Drehlänge

Basis der steuerungsunterstützten Maschinen war die Zug- und Leitspindelmaschine vergangener Jahre. Im Bereich der Führungsbahnen wurde die Gleitführung optimiert und weiterentwickelt und ist in Verbindung mit entsprechenden tribologisch entwickelten Gleitbahnölen ein gutes schwingungsdämpfendes Element. Nur die Fahrgeschwindigkeiten der Gleitführungen können denen der Wälzführungen moderner NC-Drehmaschinen nicht standhalten. Der Einzug elektronischer Steuerungstechnik hat die Antriebstechnik revolutioniert und den Anteil mechanischer Bauelemente erheblich reduziert.

Bei der Anordnung der Maschinenbetten unterscheiden wir bei den steuerungsunterstützten Anlagen die waagerecht ausgeführte Bettform (Waagrechtbett), während bei den NC-Drehmaschinen in der Regel von Schrägbett bzw. Senkrechtbett ausgegangen wird. Die unterschiedlichen Bettanordnungen sind durch folgende Anforderungen an die Universalmaschine begründet: optimaler Spänefall, frei verfahrbare Baugruppen (Kollisionsfreiheit bei der Bearbeitung), Steifigkeit, Dämpfungsverhalten, Unterbringung mehrerer Antriebsachsen, Zugänglichkeit zur Maschine.


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Handbuch Spanen

Herausgeber: Günter Spur
10/2014, 1392 Seiten, € 299,99
ISBN: 978-3-446-42826-3
S. 204-209
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