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Drehen - Drehmaschinen

Senkrechtdrehmaschinen

Auszug aus

Handbuch Spanen

Herausgeber: Günter Spur
10/2014, 1392 Seiten, € 299,99
ISBN: 978-3-446-42826-3
S. 251-253

Senkrechtdrehmaschinen decken den Bearbeitungsbereich unterhalb der Karusselldrehmaschine ab. Die Konstruktionsprinzipien entwickeln sich dabei immer mehr hin zur Modulbauweise, das heißt, Werkzeugträger, Hauptspindeln und Reitstöcke können relativ frei kombiniert werden.

Senkrechtdrehmaschinen decken den Bearbeitungsbereich unterhalb der Karusselldrehmaschine ab. Senkrechtdrehmaschinen sind schon seit Jahrzehnten auf dem Markt, haben aber gerade in den letzten Jahren eine sehr innovative Entwicklung durchlaufen, sodass heute mit einem breiten Spektrum an Ausführungsvarianten eine Vielzahl von Anwendungsfällen abgedeckt werden kann.

Die Konstruktionsprinzipien haben sich immer mehr hin zur Modulbauweise entwickelt. Module wie Kreuzschlitteneinheiten, Werkzeugträger, Hauptspindeln, Reitstöcke können relativ frei kombiniert werden, solange der definierte Leistungs- und Arbeitsbereich einer Maschinenbaureihe nicht verlassen wird. Die Modulbauweise ist möglich geworden, weil eine Hauptvoraussetzung hierfür immer besser realisiert werden konnte: die Schaffung von abgeschlossenen Baugruppen.

Als besonderes Beispiel sei hier der Hauptspindelantrieb herausgegriffen. Während bei herkömmlichen und noch weit verbreiteten Drehmaschinen der Hauptantrieb aus einem Spindelstock, einem Hauptantriebsmotor und einem Riemen- oder Rädervorgelege besteht, gibt es heute die sogenannte Motorspindel, bei welcher der Rotor des Motors gleichzeitig die Funktion der Hauptspindel der Drehmaschine übernimmt und entsprechend gelagert ist (Bild 1).

Bild 1: Motorspindel (Quelle: Weiss)

Demnach entfallen alle Zusatzaggregate und der Hauptantrieb kann komplett in einem Gehäuse untergebracht werden.

Die Leistungsdichte moderner Drehstrom-Synchronantriebe hat sich stark verbessert. In kleinstem Bauvolumen sind gute Leistungen und Drehmomente erzielbar, wie die Kennlinie eines 28-kW-Antriebes in Bild 2 zeigt.

Bild 2: Leistungs- und Drehmomentkennlinie einer Motorspindel (Quelle: Fa. Siemens)

Dieser integrierte Hauptspindelantrieb kann nun sehr einfach in den verschiedensten Lagen angeordnet werden und findet selbstverständlich nicht nur in Senkrechtdrehmaschinen seine Anwendung. Der Einsatz von vorgespannten Wälzführungen eröffnet die Möglichkeit, Baugruppen, die verfahrbar gestaltet werden sollen, gleich mit einer Führung zu versehen.


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Auszug aus

Handbuch Spanen

Herausgeber: Günter Spur
10/2014, 1392 Seiten, € 299,99
ISBN: 978-3-446-42826-3
S. 251-253
Literaturhinweis

Klingauf, W.: Drehen ohne Drall. Fertigung (2005).

Mücke, K.: Mit Rotation gegen Drall. Werkstatt und Betrieb (2009).

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