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Bohren - Tiefbohrmaschinen

Tiefbohrmaschinen

Mit Tiefbohrmaschinen werden Bohrungen hergestellt, bei denen das Verhältnis zwischen Bohrtiefe und Bohrdurchmesser in der Regel größer als 10 ist. Die klassischen Tiefbohrverfahren sind das Einlippenbohren, das BTA (Boring and Trepaning Association)-Bohren und das Ejektorbohren. Die Verfahren unterscheiden sich im Wesentlichen in der KSS-Zufuhr und in der Abfuhr des KSS-Spänegemischs.

Tiefbohrmaschinen zum BTA (STS)-Bohren

Tiefbohrmaschinen für das BTA-Bohren sind prinzipiell aufgebaut wie die Maschinen für Einlippenbohren. Die Bauelemente sind jedoch an die höheren Leistungen und Belastungen, sowie an den gegenläufigen KSS-Fluss angepasst. Bis zu einem Vollbohrdurchmesser von ca. 75 mm werden diese Maschinen auch in mehrspindliger Ausführung gebaut. Bild 3 zeigt eine Tiefbohrmaschine für Vollbohrbearbeitung bis 200 mm.

Bild 3: Tiefbohrmaschine für BTA(STS)-Bohren (TBT Tiefbohrtechnik, Dettingen)

Die Basis der Maschine ist ein schweres Maschinenbett aus Guss oder in Composit-Bauweise mit linearen Wälzführungen oder Gleitführungen.
Der Werkzeugantrieb erfolgt über einen Spindelkasten mit mehrstufigem Schaltgetriebe um die Motorkennline der am Werkzeug erforderlichen Leistungskennlinie anzupassen. Am Ende der Hauptspindel ist der Rück lauf für das KSS-/Spänegemisch angebaut. Bei größeren Maschinenlängen erfolgt der Vorschubantrieb über einen Servomotor mit vorgespanntem Getriebe, Ritzel und Zahnstangen.

Entgegen der Maschine für Einlippenbohren ist bei der BTA-Maschine überwiegend der Festpunkt an der linken Maschinenseite am Spannreitstock oder Werkstückspindelkasten. Anstelle des Bohrbuchsenträgers ist ein fahrbarer Führungsschlitten aufgebaut der den BOZA mit der Anbohrführung trägt. Der Führungsschlitten übernimmt auch die axiale Spannung des Werkstücks. Da in der Regel lange Werkstücke auf diesen Maschinen bearbeitet werden, muss der Führungsschlitten in der Lage sein, die am Werkstück während der Zerspanung entstehende thermische Längenänderung auszugleichen, ohne die Spannkraft wesentlich zu verändern.

Zur Abstützung der Werkzeuge werden in die Werkzeuglünetten Schwingungsdämpfer eingebaut. Die über eine Reibverbindung an das Werkzeug angekoppelte Masse bewirkt eine Dämpfung der Axial- und Torsionsschwingungen. Die Anpresskraft der Reibelemente kann sowohl manuell am Dämpfer als auch mit hydraulischer oder elektromechanischer Fernverstellung reguliert werden. Durch den runden Querschnitt der BTA-Bohrrohre ist eine ungestützte Länge bis ca. 80 × D zulässig.
Lange, schwere Werkstücke werden durch Werkstücklünetten abgestützt.


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